RFC 3319 – Dynamic Host Configuration Protocol (DHCPv6) Options for Session Initiation Protocol (SIP) Servers
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 2003 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3319 |
RFC 3319 definiert zwei DHCPv6-Optionen, mit denen SIP-Clients Adressen von lokalen SIP-Outbound-Proxy-Servern automatisch ermitteln können. Die eine Option (OPTION_SIP_SERVER_D, Code 21) überträgt eine priorisierte Liste von Domainnamen, die andere (OPTION_SIP_SERVER_A, Code 22) eine priorisierte Liste von IPv6-Adressen. Diese Optionen stellen eine Konfigurationsmethode dar, die für IPv6-Netzwerke die manuelle Einstellung oder andere Erkennungsverfahren für SIP-Infrastruktur ergänzt.
Die Funktionsweise ist einfach: Der DHCPv6-Server sendet auf Anfrage des Clients eine oder beide Optionen. Enthält die Antwort Domainnamen, muss der Client diese gemäß der angegebenen Reihenfolge auflösen und kontaktieren, wobei für jeden Namen der in RFC 3263 beschriebene Mechanismus zur Serverauswahl (NAPTR/SRV) angewendet wird. Nur wenn ein Server nicht erreichbar ist, wird der nächste Name versucht. Erhält der Client beide Optionen, soll er der Domainnamen-Liste den Vorzug geben und die IPv6-Adressen nur als Fallback nutzen.
Historisch gesehen schließt RFC 3319 eine Lücke für SIP über IPv6. Es ist ein Standard-Track-Dokument aus dem Jahr 2003 und stellt eine der grundlegenden Methoden dar, um SIP-Clients in einem IPv6-Netzwerk ohne manuelle Konfiguration mit einem Outbound-Proxy zu versorgen. Obwohl es weiterhin relevant ist, wurde die Funktionalität später durch RFC 5029 für die Konfiguration weiterer SIP-spezifischer Informationen ergänzt.