RFC 3550 – RTP: A Transport Protocol for Real-Time Applications
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 2003 |
| Ersetzt | RFC 1889 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3550 |
RFC 3550 spezifiziert das Real-Time Transport Protocol (RTP), das Ende-zu-Ende-Transportdienste für Echtzeitanwendungen wie Audio, Video oder Simulationsdaten über Multicast- oder Unicast-Netzwerke bereitstellt. Es arbeitet typischerweise über UDP und nutzt dessen Multiplexing- und Prüfsummenfunktionen, kann aber auch mit anderen Transportschichten eingesetzt werden. RTP selbst reserviert keine Ressourcen und garantiert keine Dienstqualität, sondern überlässt diese Aufgabe den darunterliegenden Schichten. Das Protokoll verwendet Sequenznummern, Zeitstempel und Nutzlasttypkennzeichnung, um Synchronisation und Wiedergabe zu ermöglichen.
Die Datenübertragung wird durch das RTP Control Protocol (RTCP) ergänzt, das die Überwachung der Zustellung ermöglicht. RTCP überträgt periodisch Sender- und Empfängerberichte sowie Quellenbeschreibungen wie den kanonischen Endpunktbezeichner (CNAME) und ermöglicht so die Skalierung auf große Multicast-Gruppen. Der Kern des Protokolls umfasst Algorithmen zur Kollisionserkennung bei SSRC-Identifikatoren, zur Berechnung des RTCP-Übertragungsintervalls und zur Schätzung des Jitters. RTP unterstützt zudem Mixer und Translator auf Protokollebene, die verschiedene Datenströme kombinieren oder umwandeln können.
Historisch löste RFC 3550 seinen Vorgänger RFC 1889 ab und stellt den aktuellen Standard für Echtzeitkommunikation im Internet dar. Die wesentliche Änderung betraf den skalierbaren Timer-Algorithmus für RTCP-Sendungen, der Überlastungen bei gleichzeitigem Beitritt vieler Teilnehmer vermeidet. RTP findet heute breite Anwendung in VoIP, Videokonferenzen, Streaming-Diensten und anderen Echtzeitanwendungen, bleibt aber protokolltechnisch unabhängig von den darunterliegenden Netzwerk- und Transportschichten.