RFC 3551 – RTP Profile for Audio and Video Conferences with Minimal Control
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 2003 |
| Ersetzt | RFC 1890 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3551 |
RFC 3551 definiert das "RTP/AVP"-Profil für die Nutzung des Echtzeit-Transportprotokolls RTP Version 2 und seines Kontrollprotokolls RTCP in Audio- und Videokonferenzen mit minimaler Steuerung. Es legt Interpretationen generischer Felder der RTP-Spezifikation für diese Anwendungen fest und definiert insbesondere eine Reihe von Standard-Zuordnungen von Nutzlasttypnummern zu Audio- und Videocodierungen. Das Profil ist für Sitzungen ohne Aushandlung von Parametern oder Mitgliedschaftskontrolle konzipiert und kann entweder implizit durch die Anwendung oder in Verbindung mit einem übergeordneten Kontrollprotokoll genutzt werden.
Der Kern des Dokuments besteht in der Festlegung der standardmäßigen Audio- und Videocodierungen sowie ihrer Benennung, wenn sie mit RTP verwendet werden. Für jede Codierung werden spezifische Parameter wie Abtastrate, Kanäle, Paketintervalle und die genaue Binärdarstellung beschrieben. Bekannte Beispiele umfassen PCMU und PCMA (G.711) sowie komprimierte Formate wie G.722, G.728, GSM und verschiedene MPEG-Varianten. Die Zuordnung von statischen Nutzlasttypnummern zu diesen Codierungen ist normativ und ermöglicht eine einfache, nicht ausgehandelte Kommunikation zwischen Absender und Empfänger.
Historisch ist RFC 3551 eine Weiterentwicklung von RFC 1890, die vor allem Funktionen entfernt, für die keine interoperablen Implementierungen existierten. Es kodifiziert die damalige Praxis bei der Nutzung von Nutzlastformaten und ergänzt seit RFC 1890 neu definierte Formate. Das Profil spielte eine zentrale Rolle in der frühen Internet-Kommunikation, etwa bei SIP-basierten Telefonie- und Videokonferenzsystemen, und bildet die Grundlage für das Verständnis von RTP-Anwendungen bis heute.