RFC 3565 – Use of the Advanced Encryption Standard (AES) Encryption Algorithm in Cryptographic Message Syntax (CMS)
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 2003 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3565 |
RFC 3565 spezifiziert die Verwendung des Advanced Encryption Standard (AES) zur symmetrischen Verschlüsselung von Inhalten innerhalb der Cryptographic Message Syntax (CMS). Es legt die Konventionen für die beiden CMS-Inhaltstypen „enveloped-data“ und „encrypted-data“ fest, wobei AES mit Schlüssellängen von 128, 192 oder 256 Bit zum Einsatz kommt. Der Inhalt wird mit einem zufällig generierten Content-Encryption Key (CEK) verschlüsselt, der wiederum mithilfe verschiedener Schlüsselverwaltungstechniken wie Key Transport (RSA), Key Agreement (Diffie-Hellman), symmetrischen Vorab-Schlüsseln oder Passworten geschützt wird.
Der Kern der Spezifikation beschreibt die ASN.1-Strukturen und Feldbelegungen für die jeweiligen Verfahren. So muss bei der Key-Transport-Variante der Empfänger ein RSA-Zertifikat besitzen, während bei Key-Agreement-Verfahren ein ephemerer Diffie-Hellman-Schlüssel erzeugt wird. Der daraus abgeleitete symmetrische Key-Encryption Key (KEK) wird über das AES-Key-Wrap-Verfahren geschützt. Die Ableitung erfolgt mittels SHA-1 gemäß dem DH-Standard, wobei die OID des gewünschten AES-Wrap-Algorithmus sowie ein Zähler in die Hash-Funktion eingehen.
Historisch gesehen ist RFC 3565 ein wichtiger Schritt, um den veralteten DES-Standard durch AES in CMS zu ersetzen. Es stellt eine grundlegende Erweiterung des CMS-Rahmenwerks dar und ist bis heute die maßgebliche Referenz für die Integration von AES in kryptografische Nachrichtenformate wie S/MIME. Die Spezifikation ermöglicht eine nahtlose Interoperabilität, indem sie klare Regeln für die Kodierung und Schlüsselverwaltung vorgibt.