RFC 3666 – Session Initiation Protocol (SIP) Public Switched Telephone Network (PSTN) Call Flows
| Status | Best Current Practice |
|---|---|
| Veröffentlicht | Januar 2004 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3666 |
RFC 3666 beschreibt anhand konkreter Beispiele die Zusammenschaltung von Session Initiation Protocol (SIP) mit dem leitungsvermittelten Telefonnetz (PSTN). Es definiert Best Current Practice für SIP-PSTN-Gateways und zeigt detaillierte Nachrichtenflüsse. Die Szenarien umfassen Anrufe von SIP ins PSTN, vom PSTN zu SIP und durch ein SIP-Netz zwischen zwei PSTN-Teilnehmern. Dabei werden verschiedene PSTN-Signalisierungsprotokolle wie ISDN, ISUP und Feature Group B (FGB) abgebildet. Die Beispiele dienen als praktische Referenz für die korrekte Umsetzung der SIP-T-Interworking-Funktionalität und ergänzen die grundlegenden SIP-Anrufflüsse aus RFC 3665.
Der Kern der Spezifikation liegt im detaillierten Mapping zwischen SIP- und PSTN-Nachrichten. SIP-Invitations werden dabei in ISUP-Adressierungsnachrichten (IAM) übersetzt, SIP-Antworten wie 180 Ringing in Address Complete Messages (ACM) und 200 OK in Answer Messages (ANM) überführt. Fehlerfälle werden durch das Übersetzen von SIP-Statuscodes (z. B. 486 Busy Here) in entsprechende ISUP-Relese-Causes oder durch die Generierung von Tönen und Ansagen behandelt. Die Nachrichtenflüsse zeigen auch zeitgesteuerte Szenarien wie Timeouts und Überlauf zu einem sekundären Gateway. Diese detaillierten, abgestimmten Beispiele waren für die Entwicklung interoperabler SIP-Telefonielösungen von großer Bedeutung.
Historisch festigte RFC 3666 die praktische Interoperabilität von SIP mit der etablierten Telefoninfrastruktur, bevor der reine IP-basierte Sprachdienst (VoIP) alltäglich wurde. Es lieferte Implementierern eine verlässliche, von der Arbeitsgruppe überprüfte Referenz für kritische Grenzfälle, die in den grundlegenden SIP-Spezifikationen nicht behandelt wurden. Auch heute noch dient es als wichtige Grundlage für das Verständnis und die Fehlerbehebung von SIP-Trunking- und Media-Gateway-Lösungen.