RFC 3702 – Authentication, Authorization, and Accounting Requirements for the Session Initiation Protocol (SIP)

StatusInformational
VeröffentlichtFebruar 2004
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc3702

RFC 3702 definiert die Anforderungen an Authentifizierung, Autorisierung und Abrechnung (AAA) für SIP-Sitzungen. SIP-Instanzen wie Proxys kommunizieren über eine spezifische Schnittstelle mit AAA-Servern, um Benutzerdaten zentral zu verwalten, statt sie lokal zu speichern. Dies ermöglicht eine flexible Authentifizierung basierend auf SIP-Anfragen sowie die Autorisierung von Diensten, einschließlich Unterstützung für Guthabenkontrolle (Credit Control) und dynamische De- oder Re-Autorisierung von Benutzern. Die Abrechnungsanforderungen umfassen die getrennte Erfassung von sitzungsbezogenen und -unabhangigen Daten sowie die Unterstützung für Einmal- und sitzungsbasierte Datensätze.

Die AAA-Kommunikation muss innerhalb einer Domäne und domänenübergreifend zuverlässig und sicher erfolgen, wobei Mechanismen zur Erkennung von AAA-Servern erforderlich sind. SIP-Server müssen in der Lage sein, AAA-Einträge dynamisch zu aktualisieren und Änderungen während einer laufenden SIP-Sitzung (z. B. Medienwechsel) an die Abrechnung zu melden. Die Anforderungen zielen auf den Einsatz moderner Protokolle wie Diameter oder XML-basierte Dienste ab, während RADIUS nur einen Teil der Anforderungen erfüllen kann, insbesondere bei mangelnder Unterstützung für zuverlässige Nachrichtenübergabe oder dynamische Autorisierung.

Historisch schuf RFC 3702 die Grundlage für die Integration von AAA-Diensten in SIP-Netze, etwa für IP-Telefonie oder Multimedia-Konferenzen. Es adressiert speziell die Notwendigkeit einer standardisierten Schnittstelle zwischen SIP-Entitäten und AAA-Infrastrukturen, um Abrechnungs- und Zugriffskontrollen in heterogenen Umgebungen wie WLAN-Roaming mit Drittanbietern zu ermöglichen. Die Anforderungen blieben richtungsweisend für spätere AAA-Erweiterungen, etwa im Rahmen von Diameter-SIP-Anwendungen.