RFC 3821 – Fibre Channel Over TCP/IP (FCIP)
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 2004 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3821 |
RFC 3821 spezifiziert das Fibre Channel Over TCP/IP (FCIP)-Protokoll zur Verbindung räumlich getrennter Fibre-Channel-Speichernetzwerke (SAN) über IP-basierte Netzwerke. Ziel ist die Bildung eines einheitlichen SAN in einer einzigen Fibre-Channel-Fabric. FCIP kapselt Fibre-Channel-Frames mittels FC Frame Encapsulation in TCP/IP-Datagramme, sodass die Fibre-Channel-Fabric und ihre Geräte das IP-Netzwerk nicht wahrnehmen. Die Verbindung erfolgt über dedizierte FCIP-Links, die auf TCP-Verbindungen aufsetzen und den transparenten Datentransport zwischen SAN-„Inseln“ über LANs, MANs oder WANs ermöglichen.
Kern des Protokolls ist die FCIP-Entität, die aus einem Link-Endpunkt und einer Daten-Engine besteht. Die Daten-Engine kapselt FC-Frames in einen FCIP-Header und überträgt sie über eine zuvor ausgehandelte TCP-Verbindung. Dabei kommen Mechanismen zur Fehlererkennung, Flusssteuerung und Überwachung der Frame-Transitzeit zum Einsatz. Die TCP-Verbindungsparameter wie Selective Acknowledgment und Window Scale Option werden gemäß IETF-Standards optimiert, um eine zuverlässige Übertragung zu gewährleisten.
FCIP adressiert zudem Sicherheitsaspekte, indem es IPsec ESP mit Authentifizierung und Vertraulichkeit vorschreibt, sowie Schlüsselverwaltung und Replay-Schutz. Das Protokoll ist kompatibel mit bestehenden Fibre-Channel- und IETF-Standards und stellt eine Grundlage für Anwendungen wie Remote-Disk-Zugriff, Tape-Backup oder Live-Mirroring dar. Historisch gesehen war FCIP ein wichtiger Schritt, um Fibre-Channel-SANs über IP-Weitverkehrsnetze auszudehnen, und wird auch heute noch im Storage-Networking eingesetzt, insbesondere für Disaster-Recovery-Szenarien.