RFC 4816 – Pseudowire Emulation Edge-to-Edge (PWE3) Asynchronous Transfer Mode (ATM) Transparent Cell Transport Service
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Februar 2007 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc4816 |
RFC 4816 spezifiziert einen transparenten Zellentransportdienst für ATM über PWE3-Pseudowires. Er nutzt den „N-zu-eins“-Zellenrelaismodus zur ATM-Zellenverkapselung und ist als Pseudowire-Typ 0x0003 definiert. Der Dienst ermöglicht es, zwei ATM-Ports über ein paketvermitteltes Netz (PSN) so zu verbinden, dass die angeschlossenen ATM-Customer-Edge (CE)-Geräte die Verbindung wie eine direkte TDM-Standleitung wahrnehmen.
Im Kern verarbeitet der Ingress-Provider-Edge (PE) alle eingehenden ATM-Zellen, verwirft dabei aber Leer- und unbelegte Zellen, und leitet die restlichen Zellen über eine einzige Pseudowire weiter. Der Egress-PE sendet die Zellen unverändert aus, ohne VPI/VCI-, PTI- oder CLP-Felder zu modifizieren. Zur Bandbreiteneinsparung kann eine Zellenkonkatenation vereinbart werden. ATM-OAM- und ILMI-Zellen werden transparent durchgeleitet, ohne dass die PEs darauf reagieren. Bei PSN- oder Pseudowire-Ausfällen simulieren die PEs eine Übertragungsschichtstörung, indem sie die ATM-Schnittstellen zu den CEs deaktivieren.
Historisch dient RFC 4816 insbesondere als interne Funktion in ATM-Dienstanbieternetzen, um vorhandene ATM-Switches über ein leistungsfähigeres PSN zu verbinden oder ATM-Backhaul-Dienste für den Fernzugriff bereitzustellen. Der Dienst ermöglicht eine Migration von ATM-Diensten zu PSN, ohne die ATM-CEs umkonfigurieren zu müssen, und bleibt relevant für Netzbetreiber, die ATM-Infrastruktur in IP/MPLS-Umgebungen integrieren.