RFC 4862 – IPv6 Stateless Address Autoconfiguration
| Status | Draft Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 2007 |
| Ersetzt | RFC 2462 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc4862 |
RFC 4862 spezifiziert das Verfahren, mit dem IPv6-Hosts ihre Netzwerkschnittstellen automatisch konfigurieren können, ohne manuelle Eingriffe oder zusätzliche Server wie DHCP zu benötigen. Der Kern der stateless autoconfiguration besteht darin, dass ein Host zunächst eine link-local Adresse generiert, indem er einen Interface-Identifier mit dem festen Präfix FE80::/0 kombiniert. Anschließend führt er eine Duplicate Address Detection (DAD) durch, indem er Neighbor Solicitation Messages sendet, um die Einzigartigkeit dieser Adresse auf dem Link zu überprüfen. Router Advertisement Messages liefern dann globale Präfixe, aus denen durch Kombination mit dem Interface-Identifier globale Adressen gebildet werden.
Der Mechanismus sieht zwei Phasen für jede Adresse vor: eine bevorzugte Phase, in der die Nutzung uneingeschränkt möglich ist, und eine veraltete Phase, die dem Auslaufen der Adressbindung dient. Neue Kommunikation sollte bevorzugt Adressen in der bevorzugten Phase verwenden. DAD wird für alle konfigurierten Adressen durchgeführt, unabhängig davon, ob sie durch stateless autoconfiguration oder DHCPv6 erhalten wurden. Historisch löst RFC 4862 die Vorgängerversion RFC 2462 ab und stellt einen grundlegenden Bestandteil des IPv6-Protokollstapels dar, der besonders in Umgebungen relevant ist, die keine zentrale Adressverwaltung erfordern.