RFC 5340 – OSPF for IPv6
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 2008 |
| Ersetzt | RFC 2740 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc5340 |
RFC 5340 spezifiziert OSPFv3, das Routing-Protokoll für IPv6-Netzwerke. Die grundlegenden Mechanismen von OSPF wie Flooding, Designated-Router-Wahlen und SPF-Berechnungen bleiben unverändert. Wesentliche Änderungen umfassen die Entfernung von Adressierungssemantik aus OSPF-Paketen und den grundlegenden LSAs, wobei neue LSA-Typen für IPv6-Adressen und -Präfixe eingeführt wurden. OSPF operiert nun pro Link statt pro IP-Subnetz, und die Authentifizierung wird nicht mehr vom Protokoll selbst, sondern durch IPsec (Authentication Header und ESP) bereitgestellt.
Der Kern des Protokolls basiert auf dem Austausch von Link-State-Informationen über sieben LSA-Typen, darunter Router-LSAs, Network-LSAs sowie neue Formate wie Link-LSAs und Intra-Area-Prefix-LSAs. Diese LSAs werden über die Link-Local-Adresse versendet und ermöglichen eine effiziente Verarbeitung auch bei größeren IPv6-Adressen. Die Flutungsreichweite der LSAs wurde verallgemeinert, und Optionen werden flexibler behandelt. OSPFv3 unterstützt zudem mehrere Instanzen pro Link und bewahrt die optionalen Fähigkeiten aus OSPFv2 wie Demand Circuits und Not-So-Stubby Areas (NSSAs).
Historisch löst RFC 5340 den Vorgänger RFC 2740 ab und stellt die Standardversion für IPv6-Routing in OSPF-Netzwerken dar. Mit der zunehmenden Verbreitung von IPv6 ist OSPFv3 ein zentraler Baustein für skalierbare, hierarchische Routing-Infrastrukturen. Die Version 3 des Protokolls gewährleistet durch die Beibehaltung bewährter Mechanismen und die Anpassung an IPv6-Anforderungen eine effiziente und sichere Routenberechnung in modernen Netzwerken.