Elektrotechnik
Elektrotechnik liefert die Grundgrößen, auf denen die gesamte Übertragungstechnik aufsetzt, und die Installationspraxis, ohne die keine Anlage in Betrieb geht. Beides gehört in ein Netzwerklexikon, weil sich viele Störungsbilder erst auf dieser Ebene erklären lassen.
Bei den Größen sind Spannung, Strom und Widerstand der Ausgangspunkt; das Ohm als Einheit begegnet in der Datentechnik vor allem als Wellenwiderstand einer Leitung — 100 Ohm bei symmetrischen Datenkabeln, 50 oder 75 Ohm bei Koaxialleitungen. Wird er nicht eingehalten, entstehen Reflexionen. Für Pegelverhältnisse sind Dezibel und das seltenere Neper gebräuchlich; beide beschreiben Verhältnisse, keine Absolutwerte, was in Datenblättern regelmäßig zu Missverständnissen führt.
Die Installationsseite umfasst Schutz und Aufbau. Die Erdung ist dabei der Punkt, an dem Elektrotechnik und Netzwerktechnik unmittelbar zusammentreffen: Ein Kabelschirm wirkt nur, wenn er durchgängig aufgelegt und definiert geerdet ist, und Potentialunterschiede zwischen Gebäudeteilen sind eine klassische Ursache für Übertragungsfehler. Fehlerstromschutzschalter dienen dem Personenschutz, Hutschiene und Installationszone ordnen den Aufbau im Verteiler und in der Wand.
Die strukturierte Gebäudeverkabelung mit ihren Kategorien, Klassen und Messgrößen ist ein eigenes Thema und in der Kategorie Verkabelung beschrieben.
- Aktor Aktor: In der Automatisierungstechnik das Stellglied im Regelkreis, das Signale einer Regelung in Aktionen wie das Öffnen oder Schließen eines Ventils umsetzt.
- Alternating Current (AC) Alternating Current (AC) ist die englische Bezeichnung für Wechselstrom, eine elektrische Stromart, bei der die Fließrichtung periodisch wechselt.
- Bananenstecker Der Bananenstecker ist ein einpoliger Steckverbinder mit 4 mm Durchmesser, benannt nach seiner bauchigen Kontaktform, und wird häufig in der Labortechnik eingesetzt.
- Crimpzange Eine Crimpzange verbindet Steckverbinder durch plastische Verformung mit dem Leiter. Für RJ45, Aderendhülsen und Koax gibt es eigene Zangen.
- Dieselhorst-Martin-Verseilung (DM-Verseilung) Die Dieselhorst-Martin-Verseilung ist eine Verdrillungsmethode für Telekommunikationskabel, bei der zwei paarverseilte Adernpaare fortlaufend miteinander verdrillt werden und die in Außenkabeln der Nachrichtentechnik eingesetzt wird.
- Dimmer Ein Dimmer ist ein Gerät zur Leistungsregelung, das häufig die Helligkeit von Lampen über Phasenanschnitt- oder Phasenabschnittsteuerung regelt und in der professionellen Lichttechnik per DMX-Signal gesteuert wird.
- Entlötlitze Entlötlitze ist eine mit Flussmittel getränkte Litze, die Lötzinn durch Kapillarwirkung aufnimmt und so das Entlöten von Bauteilen auf Platinen ermöglicht.
- European Installation Bus (EIB) Der European Installation Bus (EIB) ist ein Standard für die Gebäudeautomation, der Sensoren und Aktoren über eine Zweidrahtleitung verbindet und mit 29 V Gleichspannung sowie 9600 Baud arbeitet.
- Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) Der Fehlerstromschutzschalter, kurz FI-Schutzschalter, ist eine Schutzeinrichtung in elektrischen Installationen.
- Ground (GND) Ground (GND) ist die englische Bezeichnung für den Massekontakt, einen definierten Bezugspunkt in elektrischen Schaltungen der Netzwerktechnik.
- Hirose Hirose ist ein Hersteller von Steckverbindungen, der vor allem durch seine RJ-45-Stecker bekannt geworden ist.
- Hutschiene Hutschienen sind Trageschienen in der Elektroinstallation, auf denen Sicherungsautomaten, Relais, Netzteile sowie Netzwerkkomponenten wie Switche und WLAN-Access Points montiert werden.
- Installationszone Eine Installationszone beschreibt den räumlichen Bereich, in dem elektrische Leitungen und Kommunikationskabel innerhalb von Gebäuden planmäßig verlegt werden. Sie wird in Normen wie DIN 18015 definiert und trägt zur Sicherheit, Wartbarkeit und Ästhetik bei.
- kalte Lötstelle Eine kalte Lötstelle ist eine fehlerhafte Lötverbindung mit hohem Übergangswiderstand oder Unterbrechung, erkennbar an matter, stumpfer Lotoberfläche infolge zu geringer Löttemperatur oder Erschütterungen.
- Konstantstromquelle Eine Konstantstromquelle ist eine elektronische Schaltung, die einen konstanten Strom abgibt, indem sie die Ausgangsspannung bei Lastwiderstandsänderungen nachregelt.
- Neper (Np) Neper (Np) ist eine alternative Einheit zur Dämpfungsangabe neben Dezibel (dB) und basiert auf dem natürlichen Logarithmus; 1 Np entspricht 8,686 dB.
- Ohm Ohm ist die Einheit für den elektrischen Widerstand, definiert als 1 Volt pro Ampere, mit dem Einheitenzeichen Ω und benannt nach Georg Simon Ohm.
- Patchkabel Ein Patchkabel (auch Rangierkabel oder Patchcord) ist ein flexibles Kabel mit Steckern an beiden Enden, das zur Verbindung zwischen Patchpanel und Switch, Switch und Server oder zwischen Dose und Endgerät dient.
- Phasenkoppler Ein Phasenkoppler verbindet die drei Phasen eines Stromnetzes im Frequenzbereich von 1-50 MHz, um Powerline-Produkte phasenübergreifend zu nutzen, wird auf Hutschienen montiert und trennt die 50-Hz-Netzfrequenz.
- PiMf-Kabel (PIMF) PiMF (Paare in Metallfolie) ist eine Schirmungsvariante für Twisted-Pair-Kabel, bei der jedes Aderpaar von einer eigenen Metallfolie umwickelt ist und zusätzlich ein Gesamtschirm aus Geflecht oder Folie vorhanden sein kann. PiMF-Kabel bieten die höchste Entkopplung zwischen den Paaren und hervorragende Störfestigkeit.
- Root Mean Square (RMS) Root Mean Square (RMS) bezeichnet den Effektivwert oder quadratischen Mittelwert in der englischen Fachsprache.
- Split Pair Ein Split Pair ist ein Verkabelungsfehler, bei dem Signale nicht auf einem verdrillten Paar laufen. Durchgangsprüfer finden ihn nicht.
- Sternvierer Sternvierer bezeichnet in der Telekommunikation ein verdrilltes Kupferkabel, bei dem vier Adern mit einem Drall verseilt sind. Es handelt sich um ein symmetrisches Kabel mit zwei Doppeladern, das geringes Nebensprechen sicherstellt.
- Stranded Wire Stranded Wire, die englische Bezeichnung für Litze, bezeichnet ein flexibles Kabel, das aus mehreren feinen Einzeldrähten besteht.
- Stromschleife Die Stromschleife ist eine Schnittstelle, die mit Strompegeln wie 20, 40 und 60 mA arbeitet und große Entfernungen auf Telefonkabeln überbrückt, z. B. 9600 Bit/s über 1000 Meter.
- T568A und T568B T568A und T568B legen die Aderfarben auf den acht Pins eines RJ45-Steckers fest. Sie unterscheiden sich nur durch getauschte Paare.
- Tertiärverkabelung Die Tertiärverkabelung, auch Horizontalverkabelung oder Etagenverkabelung genannt, umfasst die fest verlegten Kabel vom Stockwerkverteiler zu den Anschlussdosen in den Arbeitsräumen. Sie ist die unterste Hierarchiestufe der strukturierten Verkabelung.
- Zugentlastung Die Zugentlastung schützt zugempfindliche Bauteile vor Belastung. Beim RJ45-Stecker wird sie beim Crimpen in den Kabelmantel gedrückt.