EIB – European Installation Bus
Abkürzung: EIB
Der European Installation Bus war ein Bussystem für die Gebäudeautomation. Er verband Sensoren und Aktoren zur Steuerung von Beleuchtung, Jalousien, Heizung und Klimatechnik und war in den 1990er Jahren in Europa das führende System dieser Art.
Entwickelt wurde er ab 1990 von der EIB Association, einem Zusammenschluss von Herstellern der Elektroinstallationstechnik. Im deutschen Sprachgebrauch hielt sich daneben der Name Instabus, der aus der Herstellerbezeichnung stammt und bis heute in Gebrauch ist.
Aufgegangen in KNX
Der EIB besteht nicht mehr als eigener Standard. 1999 schlossen sich die EIB Association, der französische BatiBUS-Club und die European Home Systems Association zusammen und führten ihre drei Systeme zu KNX zusammen. KNX wurde 2002 veröffentlicht und als EN 50090 sowie ISO/IEC 14543-3 genormt.
Technisch ist der EIB damit nicht verschwunden, sondern zum Kern des Nachfolgers geworden: KNX TP ist das EIB-Zweidrahtverfahren. Wer heute eine KNX-Anlage über verdrillte Leitung aufbaut, nutzt das Verfahren, das unter dem Namen EIB entstanden ist.
Vorhandene EIB-Geräte lassen sich deshalb in KNX-Anlagen weiterbetreiben und mit der ETS parametrieren. Umgekehrt stehen neuere KNX-Funktionen auf ihnen nicht zur Verfügung, insbesondere die Verschlüsselung nach KNX Secure.
Das Zweidrahtverfahren
Über ein verdrilltes Adernpaar laufen Daten und Versorgung gemeinsam. Als Versorgungsspannung dienen 29 V Gleichspannung, kurzschlussfest; die Datenrate beträgt 9.600 bit/s.
Als Leitung ist eine eigene Busleitung vorgesehen, grundsätzlich eignet sich aber verdrilltes Kabel vom Typ Twisted Pair. Ein Telegramm ist in etwa 20 Millisekunden übertragen — für Schaltbefehle reichlich, denn ein Schaltvorgang ist ein einzelnes Bit.
Jede Linie benötigt ein eigenes Netzteil mit Drossel, die die Versorgung hochfrequent entkoppelt und verhindert, dass die Telegramme kurzgeschlossen werden.
Neben der Zweidrahtvariante gab es EIB über Funk, über das Stromnetz und über Koaxialleitung. Durchgesetzt hat sich nur die Zweidrahtvariante, und nur sie ist in KNX übernommen worden.
Heute
Als Begriff ist der EIB weiterhin anzutreffen — in Bestandsanlagen, in Ausschreibungen, in der Alltagssprache von Elektrofachbetrieben und auf Geräten, die seit zwanzig Jahren und länger im Verteiler sitzen.
Als Standard zu planen ist er nicht mehr: Neuanlagen entstehen als KNX, und wer eine EIB-Installation erweitert, erweitert sie mit KNX-Geräten.
Normen
- EN 50090 – Elektrische Systemtechnik für Heim und Gebäude, Grundlage des Nachfolgers KNX
- ISO/IEC 14543-3 – Home Electronic Systems (HES) Architecture