Automatisierungstechnik

Automatisierungstechnik verbindet Sensorik, Steuerung und Aktorik zu Systemen, die ohne ständiges Zutun des Menschen arbeiten. Für die Netzwerktechnik ist sie deshalb interessant, weil die dort verwendeten Bussysteme eigenen Regeln folgen: Sie müssen deterministisch sein, mit sehr kleinen Datenmengen auskommen und über Jahrzehnte laufen, oft ohne dass jemals ein Update eingespielt wird.

Das Feld zerfällt in zwei Welten. In der Gebäudeautomation dominieren KNX als europäischer Standard sowie Funklösungen wie ZigBee, Z-Wave und Insteon, die sich nachrüsten lassen und deshalb im Bestandsbau verbreitet sind. In der Industrieautomation geht es um Feldbusse und deren Ethernet-Nachfolger, etwa PROFINET oder Ethernet Powerlink. Beide nutzen gewöhnliche Ethernet-Hardware, ergänzen sie aber um Verfahren, die feste Antwortzeiten garantieren — etwas, das klassisches Ethernet von sich aus nicht leistet.

Die Begriffe Aktor und Sensor bilden dabei das Grundgerüst: Der Sensor erfasst einen Zustand, die Steuerung entscheidet, der Aktor führt aus. Wer aus der IT kommt, unterschätzt regelmäßig, wie langlebig diese Anlagen sind. Ein Bussystem, das heute geplant wird, ist in zwanzig Jahren noch im Betrieb — und die Sicherheitsannahmen, unter denen es entworfen wurde, gelten dann längst nicht mehr.