CB-Funk – Citizens Band

Abkürzung: CB-Funk

CB-Funk ist der Jedermannfunk im 11-Meter-Band bei 27 MHz. Er darf ohne Prüfung, ohne Rufzeichen und ohne Anmeldung betrieben werden — die Bundesnetzagentur hat die Frequenzen per Allgemeinzuteilung freigegeben. Wer ein zugelassenes Gerät kauft, darf funken.

Das unterscheidet ihn vom Amateurfunk, für den eine Prüfung nötig ist, und macht ihn seit den 1970er Jahren zum Einstieg in den Sprechfunk.

Kanäle, Frequenzen und Sendearten

Das Band reicht von 26,565 bis 27,405 MHz, aufgeteilt in Kanäle im Abstand von 10 kHz. In Deutschland sind 80 Kanäle freigegeben, während in vielen anderen Ländern nur die ersten 40 gelten — ein Punkt, der bei Fahrten ins Ausland wichtig ist.

Welche Sendeart mit welcher Leistung erlaubt ist, hängt vom Kanal ab:

SendeartKanäleLeistung
FM1–804 W
AM1–404 W
SSB1–4012 W PEP

FM ist die übliche Betriebsart im Nahbereich: rauschfrei, solange das Signal reicht, und dann abrupt weg. AM ist älter und bei schwachen Signalen noch verständlich, wenn FM längst abgerissen ist. SSB nutzt die Sendeleistung am wirksamsten und ist die Wahl für große Entfernungen.

Kanal 9 gilt als Anruf- und Notrufkanal und wird nicht für längere Gespräche belegt.

Die genauen Bedingungen stehen in der Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur und ändern sich gelegentlich. Vor dem Aufbau einer festen Station lohnt der Blick in die aktuelle Fassung, statt sich auf Angaben in Foren zu verlassen.

Warum die Antenne über alles entscheidet

Hier liegt der Teil, an dem die meisten scheitern, und er ist wichtiger als die Wahl des Geräts. Bei 27 MHz beträgt die Wellenlänge rund elf Meter; eine Viertelwellenantenne wäre also knapp 2,75 Meter lang. Das ist der Grund für die auffällig langen Stäbe auf Lastwagen.

Kürzere Antennen werden elektrisch verlängert, meist über eine Spule. Jede Verkürzung kostet Wirkungsgrad — eine 60 Zentimeter lange Magnetfußantenne strahlt einen Bruchteil dessen ab, was ein voller Stab leistet, bei gleicher Sendeleistung.

Dazu kommt die Massefläche. Eine Viertelwellenantenne braucht ein Gegengewicht, und im Fahrzeug übernimmt das Blechdach diese Aufgabe. Daraus folgt unmittelbar: Auf einem Fahrzeug mit Kunststoffaufbau oder an einem Balkongeländer ohne Gegengewicht arbeitet dieselbe Antenne deutlich schlechter.

Entscheidend ist schließlich der Abgleich über das Stehwellenverhältnis. Ein zu hoher Wert bedeutet, dass ein Teil der Leistung zum Gerät zurückläuft statt abgestrahlt zu werden — das kostet Reichweite und kann die Endstufe beschädigen. Der Abgleich erfolgt mit einem SWR-Messgerät durch Ablängen oder Verstellen der Antenne, auf dem Kanal in der Bandmitte und an der Stelle, an der die Antenne später betrieben wird.

Eine abgeglichene Antenne bringt mehr als jede Leistungssteigerung — und Letztere ist ohnehin nicht erlaubt: Nachgeschaltete Verstärker sind im CB-Funk unzulässig.

Reichweite und das Phänomen der Überreichweiten

Im Alltag sind einige Kilometer realistisch, bei günstiger Lage und guter Antenne auch zwanzig und mehr. Maßgeblich sind Antennenhöhe und Sichtverbindung, nicht die Leistung.

Zweimal im Jahr, vorwiegend im Frühsommer, kommt etwas hinzu: Die sporadische E-Schicht der Ionosphäre reflektiert die Wellen des 11-Meter-Bands, und plötzlich sind Gegenstellen aus Südeuropa lauter als der Nachbarort. Diese Überreichweiten halten Minuten bis Stunden an, sind nicht vorhersagbar und machen für viele den Reiz des Bands aus. Sie sind zugleich der Grund, aus dem das Band in diesen Wochen stellenweise unbenutzbar ist.

Was vom CB-Funk geblieben ist

Das Mobiltelefon hat dem CB-Funk den praktischen Zweck weitgehend genommen — Staumeldungen und Verabredungen laufen heute anders. Geblieben sind drei Nutzungen: der Verkehr unter Fernfahrern, der Einsatz auf Baustellen und bei Veranstaltungen, wo eine gebührenfreie Gruppenverbindung ohne Netz gebraucht wird, und der Betrieb als Hobby, teils als Vorstufe zum Amateurfunk.

Dazu kommt ein Argument, das mit der Technik wenig zu tun hat: CB-Funk arbeitet ohne Infrastruktur. Bei Netzausfall funktioniert er unverändert.

Abgrenzung

Amateurfunk verlangt eine Prüfung, erlaubt dafür erheblich mehr Leistung, mehr Bänder und eigene Anlagen. Das Rufzeichen ist dort Pflicht, im CB-Funk nicht vorgesehen.

PMR446 ist der Jedermannfunk bei 446 MHz mit 0,5 W und fest eingebauter Antenne — handlicher, aber im Freien kurzreichweitiger als eine gut aufgebaute CB-Station.

Freenet ist eine deutsche Besonderheit im 149-MHz-Bereich, LPD433 der schwächste der Jedermannfunkdienste.

Betriebsfunk erfordert eine Einzelzuteilung von Frequenzen und ist für betriebliche Nutzung mit höheren Ansprüchen vorgesehen.

Quellen

  • Bundesnetzagentur: Allgemeinzuteilung von Frequenzen für den CB-Funk
  • ECC/DEC/(11)03: Technical requirements for CB radio equipment
  • ETSI EN 300 135 und EN 300 433: CB-Funkanlagen für AM/FM und SSB

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