Global System for Mobile Communications / 2G
Abkürzung: 2G, GSM
2G bezeichnet die zweite Generation des Mobilfunks, die in Europa als GSM standardisiert wurde. Sie löste ab den 1990er-Jahren die analogen Netze ab und war die erste digitale Mobilfunkgeneration mit flächendeckender Verbreitung.
In Deutschland sind das die Netze, die unter den Bezeichnungen D-Netz und E-Netz eingeführt wurden.
Technische Grundlagen
2G arbeitet leitungsvermittelt: Für ein Gespräch wird ein Kanal reserviert und für dessen Dauer belegt, unabhängig davon, ob gerade gesprochen wird.
Der Zugriff erfolgt über eine Kombination aus Frequenz- und Zeitmultiplex. Ein Trägerkanal wird in acht Zeitschlitze unterteilt, sodass mehrere Teilnehmer denselben Träger nutzen. Genutzt werden in Deutschland die Bereiche um 900 und 1800 MHz.
Für Daten wurden nachträglich paketvermittelte Erweiterungen ergänzt, die Datenraten im Bereich einiger zehn Kbit/s erreichen — nach heutigen Maßstäben unbrauchbar für Webinhalte, ausreichend für kurze Übertragungen.
Warum 2G noch läuft
Bemerkenswert ist, dass in Deutschland die dritte Generation 2021 abgeschaltet wurde, während die ältere zweite in Betrieb blieb. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Flächendeckung. Die 2G-Netze sind über Jahrzehnte gewachsen und erreichen Gebiete, in denen neuere Generationen Lücken aufweisen. In Versorgungsstatistiken zeigt sich das deutlich: 2G erreicht Flächenanteile nahe hundert Prozent, während 4G und 5G darunter liegen.
Notrufe. Solange 2G verfügbar ist, besteht auch dort eine Rückfallebene für Notrufe, wo neuere Technik fehlt.
Maschinenkommunikation. Zähler, Alarmanlagen, Aufzugsnotrufe und Fahrzeugsysteme wurden über Jahre mit 2G-Modulen ausgestattet. Diese Geräte sind auf lange Betriebsdauer ausgelegt, oft schwer zugänglich und nicht auf neuere Generationen umrüstbar.
Roaming. Besucher aus Ländern, in denen 2G noch die Grundversorgung darstellt, benötigen ein passendes Netz.
Geringer Aufwand. Ein 2G-Träger belegt wenig Spektrum. Ihn zu betreiben, kostet weniger, als die abhängigen Anwendungen umzustellen.
Die dritte Generation traf davon nichts zu: Sie war weder flächendeckender als 4G noch Rückfallebene für Notrufe, band aber attraktives Spektrum. Ihre Abschaltung setzte Frequenzen frei, ohne Anwendungen zu verlieren.
Ausblick
Die Betreiber haben Abschaltungen angekündigt, und langfristig wird 2G verschwinden. Die konkreten Termine haben sich mehrfach verschoben und sollten am aktuellen Stand geprüft werden.
Voraussetzung ist, dass die Maschinenkommunikation auf dafür vorgesehene Verfahren umgestellt wird, die auf 4G aufsetzen und für Geräte mit geringem Datenbedarf und langer Batterielaufzeit ausgelegt sind. Diese Umstellung betrifft zahlreiche verbaute Geräte und ist der eigentliche Grund für die Verzögerungen.
In Versorgungsdaten
In der amtlichen Mobilfunkerfassung wird 2G weiterhin als eigene Kategorie geführt. Die Werte liegen typischerweise über denen von 4G und 5G und geben damit einen Anhaltspunkt, wie stark die Abdeckung bei einer künftigen Abschaltung zurückgehen würde.