Multimode-Faser

Abkürzung: MMF

Was ist eine Multimode-Faser?

Eine Multimode-Faser (Multi Mode Fiber, MMF) ist ein Lichtwellenleiter mit einem Kerndurchmesser von 50 oder 62,5 Mikrometern, in dem sich Licht in mehreren parallelen Moden gleichzeitig ausbreiten kann. Die größere Kernfläche erleichtert die Einkopplung von Licht aus kostengünstigen LED- und VCSEL-Sendern und macht die Konfektionierung weniger empfindlich als bei Singlemode-Fasern. Allerdings führt der unterschiedliche Laufweg der Moden zur Modendispersion, die die maximale Übertragungsdistanz und Bandbreite begrenzt.

Übertragungseigenschaften

Multimode-Fasern arbeiten vorwiegend bei 850 nm und 1300 nm. Bei 850 nm ist der Einfluss der Modendispersion am größten, die erreichbaren Distanzen für 10-Gigabit-Ethernet liegen bei OM3-Fasern bei maximal 300 Metern. Die Dämpfung beträgt bei 850 nm etwa 3 bis 3,5 dB/km, bei 1300 nm etwa 1,0 dB/km. Für Rechenzentren und kurze Campusstrecken sind MMF der dominierende Fasertyp, da die Transceiver-Kosten durch VCSEL-Technologie niedrig sind.

Kerndurchmesser und Standardfasern

Die klassische 62,5/125-µm-Faser (OM1) wird heute nur noch in Bestandsnetzen angetroffen. Die modernen 50/125-µm-Fasern OM3, OM4 und OM5 erreichen durch optimierte Gradientenindexprofile höhere modale Bandbreiten und unterstützen 10G-, 25G-, 40G- und 100G-Ethernet auf typischen Rechenzentrumsdistanzen.

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