OpenStack
OpenStack ist eine Sammlung von Open-Source-Diensten, mit denen ein Betreiber aus eigenen Servern eine Cloud macht. Nutzer können darüber selbst virtuelle Maschinen anlegen, Speicher zuweisen und Netze konfigurieren — über eine Weboberfläche oder eine Programmierschnittstelle, ohne dass ein Administrator jede Anfrage von Hand erledigt. Das ist das Modell Infrastructure as a Service (IaaS), wie es auch große Cloud-Anbieter verkaufen.
OpenStack entstand 2010 aus Projekten des Hosting-Anbieters Rackspace und der NASA. Getragen wurde es von der OpenStack Foundation, später OpenInfra Foundation, die seit 2025 zur Linux Foundation gehört. Neue Versionen erscheinen zweimal im Jahr.
OpenStack ist kein Hypervisor
OpenStack betreibt keine virtuellen Maschinen selbst. Es steuert einen Hypervisor auf jedem Server, in der Regel KVM, und fasst viele solcher Server zu einem gemeinsamen Pool zusammen. Die Aufgabe ist eine Ebene höher: Wer darf wie viel Rechenleistung nutzen, auf welchem Server landet eine neue Maschine, welches Netz und welcher Speicher gehören dazu.
Die wichtigsten Dienste
Jeder Dienst hat einen Projektnamen, unter dem er bekannt ist:
| Dienst | Aufgabe |
|---|---|
| Nova | virtuelle Maschinen anlegen und auf Server verteilen |
| Neutron | Netze, Router, Adressen und Sicherheitsregeln |
| Cinder | Blockspeicher, also virtuelle Festplatten |
| Swift | Objektspeicher für große Mengen von Dateien |
| Glance | Vorlagen (Images) für virtuelle Maschinen |
| Keystone | Anmeldung, Benutzer, Projekte und Rechte |
| Horizon | Weboberfläche |
| Heat | ganze Umgebungen aus einer Beschreibung erzeugen |
| Octavia | Lastverteilung |
| Ironic | physische Server statt virtueller Maschinen bereitstellen |
| Magnum | Kubernetes-Cluster bereitstellen |
Nicht jeder Betreiber nutzt alle Dienste. Den Kern bilden Nova, Neutron, Glance und Keystone.
Wer OpenStack nutzt
| Nutzer | Zweck |
|---|---|
| Telekommunikationsanbieter | virtualisierte Netzfunktionen, etwa für das Kernnetz im Mobilfunk |
| Hoster und regionale Cloud-Anbieter | eigene Cloud-Angebote, vor allem mit dem Versprechen, Daten in Europa zu halten |
| Forschung und Hochschulen | gemeinsam genutzte Rechenressourcen |
| Unternehmen und Behörden | eigene Cloud im eigenen Rechenzentrum (Private Cloud) |
In Europa spielt OpenStack eine Rolle in Initiativen für souveräne Cloud-Angebote, weil es offen ist und nicht an einen Hersteller bindet.
Stärken und Grenzen
Stärken. Offen und herstellerunabhängig, programmierbar über Schnittstellen, für sehr große Umgebungen ausgelegt, mit einer großen Gemeinschaft.
Grenzen. Aufbau und Betrieb sind anspruchsvoll. OpenStack besteht aus vielen einzelnen Diensten, die zusammenspielen müssen, und jedes Update betrifft alle. Für wenige Server ist eine einfachere Plattform wie Proxmox VE meist die bessere Wahl. Viele Betreiber setzen deshalb auf fertige Distributionen oder lassen OpenStack von einem Dienstleister betreiben.
OpenStack und Kubernetes
Die beiden ergänzen sich mehr, als sie konkurrieren:
| OpenStack | Kubernetes | |
|---|---|---|
| Verwaltet | Infrastruktur: virtuelle Maschinen, Netze, Speicher | Anwendungen in Containern |
| Ebene | unter den Betriebssystemen | über den Betriebssystemen |
| Typisch | Kubernetes läuft in virtuellen Maschinen, die OpenStack bereitstellt | — |
Umgekehrt gibt es Ansätze, OpenStack selbst in Containern unter Kubernetes zu betreiben, um seinen Betrieb zu vereinfachen.