VXLAN/EVPN

Was ist VXLAN?

VXLAN steht für Virtual Extensible LAN und ist eine Netzwerk-Overlay-Technologie, die Layer-2-Netze über ein IP-basiertes Underlay spannt. Es wurde entwickelt, um die Beschränkungen von VLANs in großen Rechenzentren zu überwinden, insbesondere die Begrenzung auf 4094 VLAN-IDs und die Problematik von Layer-2-Schleifen. VXLAN kapselt Ethernet-Frames in UDP-Pakete und transportiert sie über ein geroutetes IP-Netz. Der Adressraum erweitert sich auf 16 Millionen logische Netzwerke (VXLAN Network Identifier, VNI).

EVPN: Die Control Plane für VXLAN

EVPN (Ethernet Virtual Private Network) ist ein Standard nach RFC 7432 und dient als Control Plane für VXLAN-Overlays. Anstatt VXLAN-Tunnel manuell zu konfigurieren oder auf lernintensives Flood-and-Learn zu setzen, nutzt EVPN das Multiprotocol BGP (MP-BGP), um MAC-Adressen und IP-Adressen zwischen den Netzwerkknoten auszutauschen. EVPN verteilt Endgeräteinformationen wie MAC-Adressen und IP-Adressen als BGP-Routen und ermöglicht damit eine skalierbare, deterministische Weiterleitung ohne Broadcast-Stürme.

Funktionsweise und Vorteile

VXLAN/EVPN bildet ein Overlay-Netz, das von der physischen Underlay-Infrastruktur entkoppelt ist. Die VTEPs (VXLAN Tunnel Endpoints) sitzen typischerweise auf den Access- oder Leaf-Switches und kapseln die Ethernet-Frames der Endgeräte in IP-Pakete. Das Underlay-Netz routet diese Pakete mittels Standard-IP-Routing und OSPF oder IS-IS. EVPN verteilt die MAC- und IP-Adressen der Endgeräte über BGP und stellt sicher, dass die VTEPs nur die für sie relevanten Informationen erhalten. Das Verfahren unterstützt Multi-Tenant-Umgebungen, Layer-2- und Layer-3-VPNs und ermöglicht eine beliebige Ausdehnung von Layer-2-Domänen über Rechenzentrumsgrenzen hinweg.

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