RFC 1001 – Protocol standard for a NetBIOS service on a TCP/UDP transport: Concepts and methods
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | März 1987 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1001 |
RFC 1001 definiert einen Protokollstandard zur Unterstützung von NetBIOS-Diensten über TCP/UDP-Transport. Es beschreibt die grundlegenden Konzepte und Methoden, die es NetBIOS-Anwendungen ermöglichen, sowohl in lokalen Netzwerken als auch im Internet zu operieren. Die Spezifikation definiert verschiedene Knotentypen: Broadcast-Knoten (B-Knoten) für lokale Netze ohne Namensserver, Point-to-Point-Knoten (P-Knoten) für internetweite Kommunikation mit Namens- und Datagramm-Verteilungsservern (NBNS und NBDD), sowie Mixed-Mode-Knoten (M-Knoten), die beide Verfahren kombinieren.
Der Kern des Protokolls umfasst drei Dienste: Den Namensdienst für Registrierung, Abfrage und Freigabe von NetBIOS-Namen, den Session-Dienst für zuverlässige Verbindungen sowie den Datagramm-Dienst für verbindungslose Nachrichtenübermittlung. NetBIOS-Namen werden in einer zweistufigen Kodierung dargestellt: Zunächst erfolgt eine erste Kodierung des 16-Byte-Namens, dann eine zweite Kodierung zur Einbettung in DNS-kompatible Formate. Die Kommunikation basiert auf einem Request/Response-Mechanismus mit Retransmission-Fähigkeit.
Historisch spielte dieses RFC eine zentrale Rolle bei der Integration von NetBIOS in TCP/IP-Netzwerke, insbesondere in heterogenen Umgebungen mit Microsoft Windows-basierten Systemen. Zusammen mit RFC 1002, das die detaillierten Spezifikationen enthält, ermöglichte es den Betrieb von NetBIOS-Anwendungen über IP-Netzwerke hinweg. Obwohl NetBIOS heute weitgehend durch moderne Protokolle wie SMB abgelöst wurde, bildet dieses Dokument die Grundlage für das Verständnis von Namensauflösungs- und Sitzungsmechanismen in Legacy-Systemen.