RFC 1771 – A Border Gateway Protocol 4 (BGP-4)
Überholt: ersetzt durch RFC 4271.
| Status | Draft Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | März 1995 |
| Ersetzt | RFC 1654 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1771 |
RFC 1771 definiert das Border Gateway Protocol Version 4 (BGP-4) als Inter-Autonomous-System-Routing-Protokoll für das Internet. Es ersetzt Vorgängerversionen und führt Mechanismen für classless interdomain routing ein, insbesondere die Unterstützung der Ankündigung von IP-Präfixen ohne Netzklassen sowie die Aggregation von Routen und AS-Pfaden. BGP-4 baut auf TCP als zuverlässigem Transportprotokoll auf, nutzt Port 179 und vermeidet periodische Aktualisierungen des gesamten Routing-Tabelleninhalts.
Im Kern tauschen BGP-Sprecher Netzwerkerreichbarkeitsinformationen aus, die die Liste der durchlaufenen autonomen Systeme enthalten. Dies ermöglicht die Konstruktion eines AS-Graphen zur Vermeidung von Routing-Schleifen und zur Durchsetzung von Richtlinien auf AS-Ebene. Das Protokoll folgt dem „Hop-by-Hop“-Routing-Paradigma: Ein BGP-Sprecher kündigt seinen Peers nur die Routen an, die er selbst nutzt. Nach anfänglichem Austausch der gesamten Routing-Tabelle folgen nur noch inkrementelle Updates; KeepAlive-Nachrichten erhalten die Verbindung aufrecht, während Fehler über Notification-Nachrichten gemeldet werden.
Historisch löste BGP-4 das veraltete EGP ab und wurde zum zentralen Exterior-Gateway-Protokoll des globalen Internets. Es ermöglicht flexible Routing-Richtlinien zwischen autonomen Systemen und unterstützt die Skalierbarkeit durch Route Aggregation. Die Spezifikation ist bis heute grundlegend für die Funktionsweise des Internets, da alle großen Netzbetreiber BGP-4 zur Steuerung des Inter-AS-Verkehrs einsetzen.