RFC 4271 – A Border Gateway Protocol 4 (BGP-4)

StatusDraft Standard
VeröffentlichtJanuar 2006
ErsetztRFC 1771
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc4271

RFC 4271 spezifiziert das Border Gateway Protocol Version 4 (BGP-4), das als Inter-Autonomous-System-Routing-Protokoll dient. Die primäre Funktion eines BGP-Systems besteht darin, Netzwerkerreichbarkeitsinformationen mit anderen BGP-Systemen auszutauschen. Diese Informationen umfassen die Liste der Autonomous Systems (ASes), die die Erreichbarkeitsinformationen durchlaufen haben. Dadurch lässt sich ein Graph der AS-Konnektivität erstellen, aus dem Routing-Schleifen entfernt werden können und auf AS-Ebene Policy-Entscheidungen durchsetzbar sind.

Der Kern des Protokolls basiert auf dem Austausch von UPDATE-Nachrichten, die Pfadattribute wie AS_PATH, NEXT_HOP und LOCAL_PREF enthalten. BGP-4 unterstützt Classless Inter-Domain Routing (CIDR) durch die Ankündigung von IP-Präfixen ohne Klassenkonzept und ermöglicht die Aggregation von Routen einschließlich der AS-Pfade. Der Entscheidungsprozess wählt aus mehreren möglichen Pfaden den besten aus, basierend auf Policy-Regeln und Pfadattributen. Die Nachrichten werden über TCP-Verbindungen zwischen BGP-Speakern ausgetauscht.

Historisch gesehen löst RFC 4271 den Vorgänger RFC 1771 ab und ist der aktuelle Standard für das Internet-Routing zwischen autonomen Systemen. Es bildet das Fundament des globalen Internet-Routings, indem es Netzbetreibern ermöglicht, ihre eigenen Routing-Policies zu definieren und gleichzeitig die Konvergenz und Stabilität des Gesamtsystems zu gewährleisten. Die Einführung von CIDR-Unterstützung war ein entscheidender Schritt zur Bewältigung des Adresserschöpfungsproblems im Internet.