RFC 1966 – BGP Route Reflection An alternative to full mesh IBGP

Überholt: ersetzt durch RFC 4456.

StatusExperimental
VeröffentlichtJuni 1996
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1966

RFC 1966 beschreibt das Route-Reflection-Verfahren als Alternative zur vollständigen Vermaschung (Full Mesh) von IBGP-Sitzungen innerhalb eines Autonomous Systems (AS). Bei herkömmlichem IBGP muss jeder BGP-Sprecher mit jedem anderen eine separate IBGP-Sitzung aufbauen, was bei n Routern zu n*(n-1)/2 Sitzungen führt und die Skalierbarkeit erheblich einschränkt. Route Reflection hebt diese Anforderung auf, indem bestimmte Router als Route Reflector (RR) fungieren und IBGP-Routen zwischen ihren Clients und Nicht-Clients weiterleiten oder reflektieren.

Der Kern des Verfahrens besteht darin, dass ein RR eingehende Routen je nach Quelle unterschiedlich behandelt: Routen von EBGP-Peers werden an alle Clients und Nicht-Clients gesendet, Routen von Nicht-Client-Peers werden nur an Clients reflektiert, und Routen von Client-Peers werden an alle anderen Clients sowie an Nicht-Client-Peers weitergegeben. Die Clients innerhalb eines Clusters müssen untereinander keine IBGP-Sitzungen unterhalten, während die Nicht-Client-Peers (einschließlich anderer RRs) weiterhin voll vermascht sein müssen. Ein RR und seine Clients bilden einen Cluster, der bei mehreren RRs redundant ausgelegt werden kann.

Das Verfahren war als experimenteller Vorschlag für das Internet konzipiert und sollte eine einfache, migrationsfreundliche und kompatible Alternative zum Full-Mesh-IBGP bieten. Es stellt einen bedeutenden Fortschritt für die Skalierbarkeit großer BGP-basierter Netze dar und wird bis heute in vielen ISP-Netzen eingesetzt, wobei die grundlegenden Konzepte in späteren RFCs wie RFC 4456 weiterentwickelt wurden.