Codierung und Modulation
Zwischen den Bits einer Anwendung und dem physikalischen Signal auf Leitung oder Funkstrecke liegt immer eine Umsetzung. Sie entscheidet, wie viele Daten ein Kanal trägt, wie störanfällig die Übertragung ist und ob der Empfänger den Takt zurückgewinnen kann. Dieses Themengebiet gliedert sich in drei Bereiche, die im Alltag oft vermischt werden.
Leitungscodes legen fest, wie Bits als Spannungspegel auf einer Leitung erscheinen. Verfahren wie AMI, B8ZS, HDB3, 2B1Q, 4B3T oder MLT-3 lösen dabei stets dieselben Probleme: Gleichspannungsfreiheit, damit Übertrager passierbar bleiben, und genügend Pegelwechsel, damit die Taktrückgewinnung funktioniert. Welcher Code eingesetzt wird, verrät oft mehr über das Alter einer Technik als jedes Datenblatt.
Modulationsverfahren bringen ein Signal auf einen Träger. Amplituden-, Frequenz- und Phasenmodulation lassen sich kombinieren; QAM tut genau das und erreicht damit hohe Datenraten, wird aber empfindlicher gegen Störungen. Spreizverfahren wie DSSS und FHSS verfolgen das umgekehrte Ziel: Sie verteilen die Energie über ein breites Band und gewinnen Robustheit statt Rate. OFDM, Grundlage von WLAN, DVB-T und DSL, teilt den Kanal in viele schmale Träger auf und wird dadurch unempfindlich gegen Mehrwegeausbreitung.
Quellencodierung schließlich verkleinert die Datenmenge, bevor sie überhaupt übertragen wird. Sprachcodecs wie A-Law, CELP oder Speex, Audioverfahren wie Vorbis und Bildverfahren wie CABAC arbeiten alle mit derselben Grundidee: Sie verwerfen, was der Empfänger ohnehin rekonstruieren oder nicht wahrnehmen kann.
- A-Law A-Law ist ein Verfahren zur Dynamikkomprimierung von Audiosignalen nach G.711 zur Verbesserung des Signal-Rausch-Verhältnisses und wird hauptsächlich in Europa eingesetzt.
- Alternate Mark Inversion (AMI) Alternate Mark Inversion (AMI) ist ein Verfahren für die Leitungskodierung, das weitgehend gleichspannungsfreie Signale erzeugt und unter anderem im S0-Bus von ISDN verwendet wird.
- Barker-Code Der Barker-Code ist ein 11-Bit-Code, der zur Datenübertragung in Funknetzen genutzt wird.
- Basisband Im Basisband wird ein Signal ohne Trägermodulation übertragen. Das Medium führt dann genau ein Signal — wie bei allen Ethernet-Varianten.
- Baudot-Code Der Baudot-Code, entwickelt von Jean-Maurice-Emile Baudot, ist ein 5-Bit-Code zur Nachrichtenübermittlung über den ebenfalls von ihm entwickelten Telegrafen.
- Bipolar 8-Zero Substitution (B8ZS) Bipolar 8-Zero Substitution (B8ZS) ist ein Kodierverfahren für die Datenübertragung auf T1-Leitungen.
- Code 2B1Q 2B1Q ist ein Leitungscode, der zwei Bits in einen von vier Spannungspegeln umsetzt und so die benötigte Bandbreite der Datenübertragung verringert.
- Code 4B3T Code 4B3T ist eine Bezeichnung für den ternären Leitungscode MMS43, der vier Binärstellen in drei Ternärsymbole umsetzt.
- Code 4B5B Die 4B5B-Codierung bildet vier Bit auf fünf ab. Sie sichert genug Pegelwechsel für die Taktrückgewinnung und kostet nur 25 Prozent Bandbreite.
- Code Excited Linear Prediction (CELP) Code Excited Linear Prediction (CELP) ist ein Verfahren der Sprachkompression, das gute Sprachqualität bei geringer Datenrate bietet.
- Coded Octal Phase Shift Keying (COPSK) Coded Octal Phase Shift Keying (COPSK) ist ein Modulationsverfahren der Phasenumtastung mit acht kodierten Phasen für hohe Übertragungsraten, das bei der Satellitenübertragung von HDTV-Fernsehsignalen genutzt wird.
- Compander Compander setzt sich aus Compressor und Expander zusammen und bezeichnet ein Gerät, das Audiosignale vor der Übertragung komprimiert und danach expandiert, um einen größeren Dynamikumfang als die Übertragungsstrecke zu ermöglichen.
- Complementary Code Keying (CCK) Complementary Code Keying (CCK) ist ein Modulationsverfahren, das vom WLAN-Standard IEEE 802.11b genutzt wird.
- Context Adaptive Binary Arithmetic Coding (CABAC) Context Adaptive Binary Arithmetic Coding (CABAC) ist ein Kodierverfahren für Videosignale.
- Continuous Phase Frequency Shift Keying (CPFSK) Continuous Phase Frequency Shift Keying (CPFSK) ist ein Modulationsverfahren, eine Variante der Frequenzumtastung mit kontinuierlicher Phasenlage.
- Continuous Variable Slope Delta Modulation (CVSD) Continuous Variable Slope Delta Modulation (CVSD) ist ein Modulationsverfahren für Sprachdaten, das von Bluetooth mit einer Abtastrate von 32 KBit/s genutzt wird.
- Cross Interleave Reed-Solomon Code (CIRC) Der Cross Interleave Reed-Solomon Code (CIRC) ist ein Fehlerkorrekturcode, der auf Audio-CDs (CD-DA) eingesetzt und im Red Book beschrieben wird.
- Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS) Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS) ist eine Spreizbandtechnik zur störungsunempfindlichen Funkübertragung, die unter anderem in Wireless LAN im 2,4 GHz-Band mit 22 bis 26 MHz breiten Frequenzbändern eingesetzt wird.
- Discrete Multitone (DMT) Discrete Multitone (DMT) ist ein Modulationsverfahren, das bei ADSL als Multiträgerverfahren mit 4,3125 kHz Bandbreite pro Kanal eingesetzt wird und OFDM entspricht.
- Enhanced Full Rate Sprachkodierung (EFR) Enhanced Full Rate (EFR) ist ein Verfahren zur Sprachkodierung im Mobilfunk, das auf ACELP basiert und eine sehr gute Sprachqualität bietet, jedoch etwas mehr Akkuleistung benötigen kann als Full Rate oder Half Rate.
- Ethernet Ethernet ist eine am Palo Alto Research Center entwickelte Netzwerktechnologie und die populärste Übertragungstechnik in lokalen Netzen mit Geschwindigkeiten bis zu 10 Gigabit/s.
- Ethernet Frame Ein Ethernet Frame ist die Übertragungseinheit im Ethernet. Er umfasst 64 bis 1518 Byte und trägt Header, Payload und Prüfsumme.
- Extended Binary Coded Decimal Interchange Code (EBCDIC) Extended Binary Coded Decimal Interchange Code (EBCDIC) ist ein von IBM entwickelter Standard zur Zeichenkodierung, der hauptsächlich auf IBM-Mainframes genutzt wird.
- Frame Check Sequence (FCS) Frame Check Sequence (FCS) ist die 32-Bit-Prüfsumme am Ende eines Ethernet-Frames, die dem Empfänger die Erkennung von Übertragungsfehlern ermöglicht.
- Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS) Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS) ist ein Modulationsverfahren für die Funkübertragung von Daten und ein Frequenzspreizverfahren.
- Gaussian Frequency Shift Keying (GFSK) Gaussian Frequency Shift Keying (GFSK) ist ein Modulationsverfahren der Frequenzmodulation, das ein Signal mit geringem Oberwellenanteil erzeugt.
- Gaussian Minimum Shift Keying (GMSK) Gaussian Minimum Shift Keying (GMSK) ist ein kontinuierliches Phasenmodulationsverfahren und eine Erweiterung der Frequenzumtastung (FSK), das im Mobilfunkstandard GSM eingesetzt wird.
- Hamming-Distanz Die Hamming-Distanz gibt die Anzahl unterschiedlicher Bitpositionen beim bitweisen Vergleich zweier Binärwerte an. Benannt ist sie nach dem Mathematiker Richard Wesley Hamming.
- High Density Bipolar 3 Code (HDB3) High Density Bipolar 3 Code (HDB3) ist ein gleichstromfreier Leitungscode, der dem Empfänger Taktrückgewinnung und Synchronisation ermöglicht; er wird im ISDN auf dem S0-Bus eingesetzt.
- Huffman-Kodierung Huffman-Kodierung ist ein von David A. Huffman 1952 entwickeltes Kodierverfahren, das einen binären Baum nutzt und auf der Shannon-Fano-Kodierung basiert, unter anderem eingesetzt bei der Fax-Übertragung und im JPEG-Format.
- Inter Frame Gap (IFG) Der Inter Frame Gap oder Interpacket Gap ist die Sendepause zwischen zwei Ethernet Frames. Sie beträgt 96 Bitzeiten, unabhängig von der Datenrate.
- Inter Frame Spacing (IFS) Inter Frame Spacing (IFS) bezeichnet die Pause zwischen zwei Frames bei CSMA/CD-Netzen und ist eine alternative Bezeichnung für die Inter Frame Gap.
- Internet Low Bitrate Codec (iLBC) iLBC (Internet Low Bitrate Codec) ist ein Codec zur Komprimierung von Audiodaten, der gute Sprachqualität bei geringer Bandbreite bietet und für VoIP eingesetzt wird.
- IrSimple-4M IrSimple-4M ist ein Standard zur Datenübertragung via Infrarot und erreicht Datenraten von bis zu 16 MBit/s, kompatibel mit der IrDA-Schnittstelle.
- Jumbo Frame Jumbo Frame bezeichnet im Ethernet einen Datenrahmen, der größer als die maximale Standardgröße von 1518 Bytes ist und oft circa 9 KB groß sein kann.
- Leitungscode Leitungscodierung wandelt Bits in Signale um. Sie sorgt für Taktrückgewinnung, Gleichspannungsfreiheit und einen sparsamen Umgang mit Bandbreite.
- Manchester Code Der Manchester-Code codiert jedes Bit als Pegelwechsel in der Bitmitte. Er ist gleichspannungsfrei, benötigt aber die doppelte Bandbreite.
- Modified Monitored Status Code (MMS43) MMS43 (Modified Monitored Status Code, auch 4B3T) ist ein Leitungscode, der aus vier binären Bits drei ternäre Werte bildet und z. B. auf der UK0-Schnittstelle im ISDN-Netz verwendet wird.
- Multilevel Transmission Encoding 3 (MLT-3) Multilevel Transmission Encoding 3 (MLT-3) ist ein Leitungscode mit drei Spannungspegeln, der bei logischer 1 den Pegel wechselt und bei logischer 0 den Pegel beibehält. MLT-3 wird in Fast Ethernet 100Base-TX in Kombination mit 4B5B verwendet.
- Multipulse Maximum Likelihood Quantization (MP-MLQ) Multipulse Maximum Likelihood Quantization (MP-MLQ) ist ein Verfahren zur Sprachkodierung, das im Codec G.723.1 für VoIP eingesetzt wird und eine Datenrate von etwa 6,3 kBit/s mit einem MOS von 3,9 erreicht.
- Offset Quadrature Phase Shift Keying (OQPSK) Offset Quadrature Phase Shift Keying (OQPSK) ist ein Modulationsverfahren und eine spezielle Form der Phasenmodulation.
- Orthogonal Frequency Division Multiplexing (OFDM) Orthogonal Frequency Division Multiplexing (OFDM) ist ein Mehrträger-Modulationsverfahren, das beispielsweise von DAB, DVB-T und ADSL genutzt wird.
- Präambel und SFD Die Präambel synchronisiert den Empfänger vor jedem Ethernet Frame. Der Start Frame Delimiter markiert anschließend den Beginn der Daten.
- Pulsamplitudenmodulation 5 (PAM5) PAM-5 überträgt mit fünf Pegelstufen zwei Bit je Symbol. Gigabit-Ethernet nutzt es über alle vier Adernpaare gleichzeitig.
- Quadraturamplitudenmodulation (QAM) Die Quadraturamplitudenmodulation (QAM) kombiniert Amplituden- und Phasenmodulation zur Übertragung digitaler Signale über rauschbelastete analoge Kanäle.
- Rotation 13 (ROT13) ROT13 (Rotation 13) ist ein einfaches Verschlüsselungsverfahren, bei dem jeder Buchstabe im Alphabet um 13 Stellen verschoben wird, eingesetzt im Newsnet oder in Foren, um Text unleserlich zu machen.
- Runt, Giant und Jabber Runt, Giant und Jabber bezeichnen Ethernet Frames mit unzulässiger Länge. Ihre Zähler auf Switch-Ports verraten die Fehlerursache.
- Speex Speex ist ein Audio-Codec, der als freie Software speziell für die Komprimierung von Sprache optimiert ist und auf CELP basiert, genutzt für VoIP.
- Vorbis Vorbis ist ein frei verfügbares Audio-Codec, das vom Ogg-Projekt als Alternative zu MP3 entwickelt wurde und bis zu 255 Audiokanäle mit variabler Bitrate unterstützt.