Basisband
Basisbandübertragung bezeichnet die Übertragung eines Signals in seinem ursprünglichen Frequenzbereich, ohne es auf eine Trägerfrequenz aufzumodulieren. Das Signal belegt das Medium vollständig; ein zweites Signal kann nicht gleichzeitig übertragen werden.
Der Gegenbegriff ist die Breitbandübertragung, bei der mehrere Signale auf verschiedene Trägerfrequenzen gelegt werden und das Medium gemeinsam nutzen.
Der Unterschied
Bei Basisbandübertragung wird der Bitstrom unmittelbar in Signalpegel umgesetzt und auf die Leitung gegeben. Das Frequenzspektrum reicht von nahe null bis zu einer Obergrenze, die sich aus der Symbolrate ergibt.
Bei Breitbandübertragung wird das Signal einer Trägerfrequenz aufgeprägt und belegt nur einen Ausschnitt des verfügbaren Spektrums. Mehrere Signale können dadurch nebeneinander bestehen, jedes in seinem eigenen Frequenzbereich.
| Basisband | Breitband | |
|---|---|---|
| Trägerfrequenz | keine | ja |
| Signale gleichzeitig | eines | mehrere |
| Richtung | meist über eigene Adern getrennt | über Frequenzbereiche getrennt |
| Beispiel | Ethernet | Kabelfernsehen, DSL |
Das BASE im Ethernet-Namen
Die Bezeichnungen der Ethernet-Varianten folgen einem festen Schema, in dem der mittlere Teil die Übertragungsart benennt:
100 BASE - TX │ │ └── Medium und Verfahren │ └──────── Basisbandübertragung └────────────── Datenrate in Mbit/s
Sämtliche heute gebräuchlichen Ethernet-Varianten sind Basisbandverfahren, weshalb dort ausnahmslos BASE steht.
Es gab eine Ausnahme: In den 1980er-Jahren wurde eine Variante genormt, die Ethernet über Breitbandkabelnetze übertrug und entsprechend BROAD im Namen führte. Sie erlaubte es, Datenverkehr neben Fernsehsignalen auf demselben Koaxialnetz zu übertragen, hat sich aber nicht durchgesetzt und ist längst verschwunden.
Mehrfachnutzung im Basisband
Dass nur ein Signal übertragen wird, bedeutet nicht, dass nur ein Teilnehmer senden kann.
Bei den frühen Ethernet-Varianten teilten sich alle Stationen ein Koaxialkabel und wechselten sich zeitlich ab — die Trennung erfolgte also über die Zeit statt über die Frequenz. Bei heutigen Vollduplexverbindungen verwendet jede Richtung eigene Adernpaare, oder beide Richtungen werden über Echokompensation getrennt.
Wo ein Basisbandverfahren mehreren Teilnehmern dient, geschieht das somit durch Zeit- oder Adernaufteilung, nicht durch Frequenzaufteilung.
Wo Breitbandverfahren verwendet werden
Trägerbasierte Übertragung ist überall dort im Einsatz, wo ein Medium gleichzeitig mehrere Dienste tragen soll oder wo das Medium ein Basisbandsignal nicht durchlässt.
Das Kabelnetz überträgt Fernsehprogramme, Rückkanal und Datenverkehr in getrennten Frequenzbereichen. DSL legt seine Datenübertragung oberhalb des Sprachbereichs auf die Telefonleitung, sodass beides gleichzeitig funktioniert. Funkübertragung ist grundsätzlich trägergebunden, weil ein Basisbandsignal sich nicht sinnvoll abstrahlen ließe.
Abgrenzung des Sprachgebrauchs
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Breitband einen schnellen Internetzugang. Dieser Wortsinn hat mit der hier beschriebenen Übertragungsart nichts zu tun.
Ein Glasfaseranschluss mit einem Gigabit ist umgangssprachlich Breitband, überträgt technisch aber im Basisband. Umgekehrt war die erwähnte Breitbandvariante von Ethernet nach heutigen Maßstäben ausgesprochen langsam.