Nachrichtentechnik
Die Nachrichtentechnik umfasst die theoretischen und praktischen Grundlagen der Übertragung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen mittels elektromagnetischer Wellen oder elektrischer Signale. Im Kern dieser Disziplin steht die effiziente und fehlerresistente Übermittlung von Nachrichten über verschiedene Kanäle. Das Shannon-Theorem liefert hierfür die theoretische Obergrenze der Datenrate eines gestörten Kanals und ist fundamental für das Verständnis moderner Kommunikationssysteme.
Eine zentrale Rolle spielen Verfahren zur Signalanpassung und Fehlererkennung. Der Leitungscode definiert, wie digitale Daten in elektrische oder optische Signale umgewandelt werden; eine prominente, historisch bedeutsame Form ist der Manchester Code, der durch seinen eingebauten Takt Vorteile bei der Synchronisation bietet. Zur Sicherung der Datenintegrität wird unter anderem der Cyclic Redundancy Check eingesetzt, der es erlaubt, Übertragungsfehler zuverlässig zu erkennen. Auf der Anwendungsseite bewertet der Mean Opinion Score die subjektive Qualität von Sprach- und Videodiensten, während Codecs die effiziente Komprimierung dieser Datenströme übernehmen.
Für die Funkübertragung sind spezifische Techniken und Komponenten unverzichtbar. Der Antennengewinn beschreibt die Richtwirkung einer Antenne, wie etwa einer Yagi-Uda-Antenne, die gezielt in eine Richtung sendet oder empfängt. Systeme wie Bündelfunk oder Terrestrial Trunked Radio zeigen Anwendungen im professionellen Mobilfunk, während Ultra Wideband als impulsbasierte Technik für kurze Distanzen mit hoher Bandbreite dient. Die physische Anbindung kann über Glasfaser erfolgen, wie bei Fiber To The Curb, oder über Verbindungselemente wie den Biconic-Stecker. Für die Signalanalyse und -messung kommt ein Wobbelgenerator zum Einsatz, der Frequenzgänge von Bauteilen oder Leitungen ermittelt.
- Antennengewinn Der Antennengewinn beschreibt die Performance einer Antenne. Dabei wird die Antenne mit einer genormten Antenne verglichen.
- Basisband Im Basisband wird ein Signal ohne Trägermodulation übertragen. Das Medium führt dann genau ein Signal — wie bei allen Ethernet-Varianten.
- Baud (Bd) Baud ist die Einheit der Symbolrate — Symbole pro Sekunde. Sie ist nur dann gleich der Datenrate, wenn ein Symbol ein Bit trägt.
- Biconic-Stecker Biconic-Stecker ist ein Steckverbinder für Glasfaserkabel, der in der Netzwerk- und Kommunikationstechnik verwendet wird.
- bidirektional Bidirektional beschreibt eine Datenübertragung, die in beide Richtungen abläuft, wobei beide Stationen über Sender und Empfänger verfügen.
- Buchstabieralphabet Das Buchstabieralphabet erleichtert die Übermittlung seltener oder komplizierter Ausdrücke, indem für jeden Buchstaben ein festgelegtes Wort genannt wird. Nationale und internationale Systeme wie das deutsche und ICAO Alphabet sind etabliert.
- Bündelfunk Bündelfunk ist ein Funksystem für geschlossene Benutzergruppen wie Rettungsdienste oder Taxiunternehmen, das mit dynamischer Kanalauswahl und gebündelten Kanälen Sprache und Daten überträgt.
- Codec Codec (codiert und decodiert Signale) wird zur digitalen Übertragung von Sprache, Audio- und Videodaten sowie als Soft- oder Hardware eingesetzt.
- Cyclic Redundancy Check (CRC) Der Cyclic Redundancy Check (CRC, deutsch zyklische Redundanzprüfung) ist ein Verfahren zur Berechnung von Prüfwerten oder Prüfsummen zur Erkennung von Übertragungsfehlern.
- Data Terminal Ready (DTR) Data Terminal Ready (DTR) ist ein Signal an der seriellen Schnittstelle EIA-232, mit dem ein Endgerät seine Betriebsbereitschaft signalisiert.
- DCF77 DCF77 ist ein von Atomuhren gesteuertes Zeitsignal, das auf der Frequenz 77,5 kHz vom Sender in Mainflingen (bei Frankfurt) ausgestrahlt wird und für Funkuhren in etwa 2000 km Umkreis nutzbar ist.
- Echo Cancellation Echo Cancellation (Echokompensation) beseitigt störende Echos bei digitaler Sprachübertragung, wobei die ITU-T G.168 Testverfahren zur Messung der Wirksamkeit definiert.
- Fallback Fallback (Rückfall) bezeichnet in der IT manuelle oder automatische Prozeduren, die nach fehlgeschlagenen Infrastrukturänderungen oder im Fehlerfall eines Protokolls greifen.
- Fiber To The Curb (FTTC) Bei FTTC endet die Glasfaser am Kabelverzweiger. Die letzten Hundert Meter zum Anschluss laufen weiter über die vorhandene Kupferleitung.
- Funkuhr Eine Funkuhr stellt sich selbstständig nach einem per Funk ausgestrahlten Zeitsignal, in Deutschland über den Langwellensender DCF77. Sie ist eine Quarzuhr, die auch ohne Funkempfang weiterläuft und bei Signalempfang ihren Gangfehler korrigiert.
- Gain Gain (englisch für Gewinn) bezeichnet den Reflektionswert einer Projektionsleinwand (mattweiß = Gain 1) und den Gewinn von Antennen, siehe ERP.
- LORAN-C LORAN-C (Long Range Navigation) ist ein Funknavigationssystem, das in der See- und Luftfahrt genutzt wird und auf Basis ortsbekannter Funksender arbeitet.
- Mean Opinion Score (MOS) Der Mean Opinion Score (MOS) bewertet die Qualität von Sprachübertragungen in fünf Stufen, normiert durch ITU-T P.800, und erreicht im Festnetz (ISDN) Werte von 4 bis 4,5 sowie bei Mobiltelefonen etwa 3,5 bis 4.
- Non Return to Zero Invers (NRZI) Non Return to Zero Invers (NRZI) ist ein Leitungskode, bei dem eine Null den Pegel unverändert lässt und jede Eins eine Pegeländerung bewirkt.
- Propagation Delay Propagation Delay bezeichnet die Ausbreitungsverzögerung, also die Zeit, die ein Signal zur Übertragung über eine Strecke benötigt.
- Seekabel Seekabel sind im Wasser verlegte Kabel zur Übertragung elektrischer Energie (Drehstromkabel, Gleichstromkabel) sowie für Nachrichtenübertragung über Glasfaserkabel mit hoher Bandbreite und geringer Signallaufzeit.
- Shannon-Theorem Das Shannon-Theorem beschreibt den Zusammenhang zwischen Bandbreite, Signal-Rausch-Verhältnis und der maximalen Datenübertragungsrate und wird auch Nyquist-Shannon-Abtasttheorem genannt.
- Skew Delay Delay Skew ist der Laufzeitunterschied zwischen den Adernpaaren eines Kabels. Er wirkt sich erst aus, wenn alle vier Paare gleichzeitig übertragen.
- Terrestrial Trunked Radio (TETRA) Terrestrial Trunked Radio (TETRA) ist ein Verfahren für den digitalen Bündelfunk und arbeitet in Deutschland im Frequenzbereich von 380 bis 420 MHz.
- Ultra Wideband (UWB) Ultra Wideband (UWB) nutzt einen großen Frequenzbereich von 3 bis 10 GHz bei geringer Sendeleistung und einer Reichweite von 10 Metern, angestrebte Übertragungsraten liegen bei 500–1000 MBit/s.
- Wobbelgenerator (Wobbler) Ein Wobbelgenerator durchläuft automatisch einen Frequenzbereich und macht damit das frequenzabhängige Verhalten einer Schaltung sichtbar.
- Yagi-Uda-Antenne Yagi-Uda-Antenne oder Yagi-Antenne, eine von Yagi und Uda entwickelte Richtantenne, besteht aus Dipol, Direktoren und Reflektoren und wird häufig als Empfangsantenne für terrestrisches Fernsehen (VHF/UHF) genutzt.