Rundfunk und Fernsehen
Rundfunk unterscheidet sich von der Netzwerktechnik in einem grundlegenden Punkt: Die Übertragung erfolgt in eine Richtung, an beliebig viele Empfänger gleichzeitig, ohne dass der Sender weiß, wer zuhört. Alles Weitere — Zugangsberechtigung, Rückkanal, Abrufdienste — sind Ergänzungen dieser Grundform.
Die DVB-Familie teilt sich nach Übertragungsweg auf: DVB-S über Satellit, DVB-C im Kabelnetz, DVB-T terrestrisch, DVB-H für mobilen Empfang. Die Verfahren unterscheiden sich in Modulation und Fehlerschutz, weil die Kanäle unterschiedlich stören; die transportierten Datenströme sind weitgehend dieselben. DMB verfolgt einen vergleichbaren Ansatz aus der Hörfunkrichtung.
Die Zugangsberechtigung regelt, wer verschlüsselte Programme entschlüsseln darf. Das Common Interface ist die genormte Schnittstelle für austauschbare Module, Systeme wie IRDETO stellen die eigentliche Verschlüsselung. Diese Trennung erlaubt es, ein Empfangsgerät ohne Herstellerbindung zu betreiben.
Ein Rückkanal verändert das Modell grundlegend. Video on Demand und IPTV verteilen nicht mehr an alle gleichzeitig, sondern liefern individuell — technisch ist das eher Netzwerktechnik als Rundfunk, weshalb Bandbreitenplanung und Multicast hier zu zentralen Themen werden.
Historisch bedeutsam sind Zusatzdienste, die den analogen Signalen beigemischt wurden: Teletext in der Austastlücke des Fernsehbilds, ARI und später RDS im UKW-Hörfunk.
- Autofahrer Rundfunk Information (ARI) Autofahrer Rundfunk Information (ARI) übertrug im UKW-Band Zusatzinformationen für Autofahrer über einen Hilfsträger bei 57 kHz und wurde durch RDS abgelöst.
- Catra Streaming Platform (CSP) Die Catra Streaming Platform (CSP) ist eine offene Plattform für einen Streaming-Server.
- Closed Circuit Television (CCTV) Closed Circuit Television (CCTV) ist die englische Bezeichnung für Videoüberwachungsanlagen in einem geschlossenen System, auf dessen Videobilder nur das Personal Zugriff hat.
- Common Interface (CI) Das Common Interface (CI) ist der Steckplatz in digitalen Receivern für ein Conditional Access Module (CAM), das über eine Smartcard den Schlüssel zur Entschlüsselung von Pay-TV bereitstellt.
- Digital Multimedia Broadcasting (DMB) Digital Multimedia Broadcasting (DMB) ist eine Weiterentwicklung von DAB zur Übertragung bewegter Bilder an mobile Empfänger mit niedriger Auflösung und geringerem Bandbreitenbedarf als DVB-H.
- Digital Video Broadcast - Satellite (DVB-S) Digital Video Broadcast - Satellite (DVB-S) ist eine DVB-Variante für die Ausstrahlung von Satelliten wie Astra und Eutelsat, die einen Digitalreceiver zum Empfang benötigt.
- Digital Video Broadcasting - Cable (DVB-C) DVB-C (Digital Video Broadcasting – Cable) ist ein Standard zur digitalen Übertragung von Fernsehsignalen über das Kabelnetz, der MPEG-2-Komprimierung nutzt und über einen Rückkanal interaktive Dienste wie Internetzugang ermöglicht.
- Digital Video Broadcasting - Handheld (DVB-H) Digital Video Broadcasting – Handheld (DVB-H) ermöglicht den Empfang von DVB auf mobilen Geräten wie Mobiltelefonen und PDAs mit sehr geringer Leistungsaufnahme.
- Digital Video Broadcasting-Terrestrial (DVB-T) Digital Video Broadcasting-Terrestrial (DVB-T) ist eine DVB-Variante für den terrestrischen Einsatz, die von Sendern auf der Erdoberfläche ausgestrahlt wird und einen speziellen digitalen Empfänger erfordert.
- High Definition Television (HDTV) High Definition Television (HDTV) ist die englische Bezeichnung für Hochauflösendes Fernsehen und bezeichnet Fernsehnormen mit erhöhter Auflösung wie HDTV 1080i mit 1920 × 1080 Pixeln.
- Internet Protocol Television (IPTV) IPTV (Internet Protocol Television) bezeichnet die Übertragung von Fernsehsendungen oder Filmen über TCP/IP-Netze, die eine breitbandige Internetanbindung wie ADSL erfordert und Codecs wie H.264 nutzen kann.
- Internetradio Internetradio oder Webradio bezeichnet die Verbreitung von Hörfunkinhalten über das Internet mittels komprimierter Streaming-Techniken und wird mit Streaming-Clients in Software, Hardware oder als WLAN-Client empfangen.
- IRDETO IRDETO ist ein digitales Codiersystem für die Fernsehübertragung, das zur Verschlüsselung von Pay-TV-Signalen genutzt wird. Die Weiterentwicklung IRDETO-2 gilt als sicher, jedoch sind die Smartcards anfällig für Angriffe.
- Low Noise Converter (LNC) Ein Low Noise Converter (LNC) setzt Mikrowellensignale in niedere Frequenzen um und wird im Brennpunkt einer Parabolantenne montiert. Der Begriff wird synonym zu LNB verwendet.
- Single Channel per Carrier (SCPC) SCPC (Single Channel per Carrier) ist ein Verfahren der Satellitenübertragung, bei dem auf einer Frequenz nur ein Programm übertragen wird, um gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden.
- Teletext Teletext oder Videotext ist ein System zur Informationsübertragung in der Austastlücke des Fernsehsignals, das programmbegleitende Informationen und Untertitel bereitstellt.
- Video on Demand (VoD) Video on Demand (VoD) ist ein Dienst, der Videofilme auf Abruf ausliefert und einen Breitbandzugang mit Rückkanal erfordert.
- Video Surveillance Video Surveillance (Videoüberwachung) überträgt Bildsignale konventionell oder per IP-Netzwerk.
- Videotext Coder Ein Videotext Coder kodiert Videotext zur Einspeisung in das Videosignal und wird von Fernsehsendern, Hotels und Kabelnetzbetreibern seriell (RS-232) oder per Netzwerk (TCP/IP) gesteuert.