LNC – Low Noise Converter
Abkürzung: LNC
Der LNC ist die Empfangseinheit am Brennpunkt einer Satellitenantenne: Er verstärkt das sehr schwache Signal und setzt es auf eine Frequenz um, die ein Koaxialkabel über zig Meter tragen kann. Ohne diese Umsetzung wäre Satellitenempfang nicht praktikabel.
Der heute gebräuchliche Begriff ist LNB (Low Noise Block Converter); LNC ist die älteren Bezeichnung und wird synonym verwendet.
Warum im Außenbereich umgesetzt wird
Satelliten im Ku-Band senden zwischen 10,7 und 12,75 GHz. Bei diesen Frequenzen dämpft ein Koaxialkabel so stark, dass nach wenigen Metern nichts mehr ankommt — ein Empfänger im Wohnzimmer wäre nicht erreichbar.
Deshalb geschieht beides direkt an der Antenne: verstärken, solange das Signal noch nicht durch Kabelverluste belastet ist, und anschließend auf die Sat-ZF zwischen 950 und 2150 MHz heruntersetzen. In diesem Bereich sind die Kabelverluste beherrschbar.
Der Signalweg im Gehäuse:
Feedhorn → Polarisationsweiche → rauscharmer Vorverstärker
→ Mischer (mit Lokaloszillator) → ZF-Verstärker → F-BuchseDie zwei Lokaloszillatoren
Der Empfangsbereich ist zu breit für eine einzige Umsetzung, deshalb arbeitet ein Universal-LNB mit zwei Oszillatorfrequenzen:
| Band | Empfang | LO | ZF |
|---|---|---|---|
| Low Band | 10,70–11,70 GHz | 9,75 GHz | 950–1950 MHz |
| High Band | 11,70–12,75 GHz | 10,60 GHz | 1100–2150 MHz |
Dazu kommt die Polarisation: Jeder Satellit sendet horizontal und vertikal polarisierte Signale auf überlappenden Frequenzen, was die nutzbare Kapazität verdoppelt.
Beides muss der Receiver umschalten, und er tut es über die Antennenleitung selbst:
13 Volt wählen vertikale Polarisation, 18 Volt horizontale. Ein 22-kHz-Ton schaltet vom Low Band ins High Band.
Daraus ergeben sich vier Kombinationen, die genau die vier Teilbereiche abdecken. Das ist auch die Erklärung für ein verbreitetes Fehlerbild: Fällt die Spannung auf der Leitung zu weit ab — zu dünnes Kabel, zu lange Strecke, ein schlechter Verteiler —, erreicht der Receiver die 18 Volt nicht mehr. Die vertikalen Programme laufen dann, die horizontalen fehlen. Ein Fehler, der wie ein Senderproblem aussieht und ein Verkabelungsproblem ist.
Das Rauschmaß
Angegeben wird es in Dezibel, heute üblich zwischen 0,1 und 0,3 dB. Es beschreibt, wie viel Eigenrauschen der Vorverstärker hinzufügt.
Hier ist Vorsicht angebracht: Die Werte in der Werbung sind oft Idealwerte unter Laborbedingungen, und der Unterschied zwischen 0,1 und 0,2 dB ist in der Praxis kaum messbar. Entscheidend für den Empfang sind Antennengröße, Ausrichtung und die Qualität der Verkabelung — in dieser Reihenfolge, und erst danach kommt das Rauschmaß.
Quad, Quattro, Twin — die häufigste Verwechslung
Die Bauformen unterscheiden sich in der Zahl der Ausgänge, und zwei davon werden regelmäßig vertauscht:
| Bauform | Ausgänge | Was anliegt |
|---|---|---|
| Single | 1 | ein Teilnehmer |
| Twin | 2 | zwei unabhängige Teilnehmer |
| Quad | 4 | vier unabhängige Teilnehmer |
| Quattro | 4 | die vier Teilbänder, für einen Multischalter |
| Unicable | 1 | mehrere Teilnehmer über ein Kabel |
Ein Quad-LNB versorgt vier Receiver direkt, jeder schaltet sein Band selbst. Ein Quattro-LNB liefert dagegen fest die vier Teilbereiche — horizontal und vertikal, jeweils Low und High — und gehört an einen Multischalter, der daraus beliebig viele Teilnehmer bedient.
Beide an der falschen Stelle funktionieren nicht: Ein Quattro direkt am Receiver liefert nur das, was auf dem zufällig angeschlossenen Ausgang liegt — ein Viertel der Programme. Ein Quad am Multischalter versorgt diesen nicht korrekt, weil die Umschaltsignale einander in die Quere kommen.
Unicable geht einen anderen Weg: Es setzt jedem Teilnehmer seinen gewünschten Transponder auf eine eigene feste Frequenz um, sodass mehrere Receiver ein einziges Kabel teilen. Für die Nachrüstung in Wohnungen ohne Sternverkabelung die praktikable Lösung — setzt aber voraus, dass die Receiver das Verfahren beherrschen.
Abgrenzung
Das Feedhorn ist der Hohlleitertrichter am Eingang, bei fast allen Haushaltsgeräten fest mit dem LNB verbaut.
Ein Multischalter verteilt die vier Teilbänder eines Quattro-LNB auf viele Teilnehmer.
Das CAM entschlüsselt verschlüsselte Programme und sitzt im Receiver, nicht an der Antenne.
Ein VSAT-Terminal nutzt dieselbe Technik, sendet aber zusätzlich — dort kommt ein BUC als Gegenstück zum LNB hinzu.
Quellen
- EN 50083: Kabelverteilsysteme für Ton- und Fernsehrundfunk-Signale
- EN 50494 und EN 50607: Unicable-Verfahren für Satellitensignalverteilung
- ITU-R: Frequenzzuweisungen für Rundfunksatellitendienste im Ku-Band