CAM – Conditional Access Module

Abkürzung: CAM

Das CAM ist die Steckkarte, über die ein Fernseher oder Receiver verschlüsselte Programme entschlüsselt. Es wird in den CI-Schacht des Geräts geschoben, nimmt die Smartcard des Anbieters auf und setzt den geschützten Datenstrom in ein darstellbares Bild um.

Die Bauform entspricht einer PC-Card, wie sie früher in Notebooks steckte — daher die Größe und der Steckverbinder mit 68 Kontakten.

Wie das CAM im Signalweg arbeitet

Der Ablauf ist in jedem Empfangsweg derselbe, ob Satellit, Kabel oder Antenne:

Der Tuner empfängt den Transponder und gibt den Transportstrom an die Common Interface-Schnittstelle. Das CAM nimmt den verschlüsselten Strom entgegen, holt sich von der eingesteckten Smartcard die Berechtigung und die Schlüssel, entschlüsselt und gibt den Strom an das Gerät zurück. Erst dann sieht der Decoder ein Bild.

Die Arbeitsteilung ist dabei wesentlich: Das CAM kennt das Verschlüsselungsverfahren, die Karte kennt den Kunden. Ein CAM für ein bestimmtes Verfahren arbeitet mit jeder Karte dieses Anbieters; eine Karte ohne passendes Modul ist nutzlos. Die Verfahren tragen Namen wie Irdeto, Viaccess, Nagravision, Conax und Cryptoworks, und sie sind untereinander nicht austauschbar.

Daneben gibt es Module, die Karte und Modul in einem Stück vereinen oder die Berechtigung fest eingebaut haben — bei Programmpaketen üblich, die dadurch die getrennte Karte sparen.

CI und CI+: der Unterschied, der Ärger macht

CI ist die ursprüngliche Schnittstelle. Das entschlüsselte Signal geht offen an das Empfangsgerät zurück, das damit tun kann, was es beherrscht — aufnehmen, zeitversetzt sehen, weiterleiten.

CI+ ergänzt eine zweite Verschlüsselung zwischen Modul und Fernseher. Beide Seiten weisen sich gegenseitig aus, und das Modul gibt den Strom nur an ein Gerät mit gültigem Zertifikat. Daraus folgen die Einschränkungen, die Zuschauer am meisten beschäftigen:

Aufnahmesperre und Vorspulverbot. Der Anbieter kann je Sendung festlegen, ob aufgenommen werden darf, wie lange die Aufnahme gültig bleibt und ob die Werbung übersprungen werden kann. Das Gerät setzt das durch.

Kein Betrieb an beliebiger Hardware. Ein CI+-Modul arbeitet nicht in einem Gerät ohne Zertifikat. Eine Fernsehkarte im Rechner fällt damit in der Regel aus.

Versionen. CI+ 1.3, 1.4 und 2.0 unterscheiden sich in Funktionsumfang und Zertifikaten. Ein älterer Fernseher und ein neues Modul können sich dabei verfehlen.

Für die Praxis heißt das: Vor dem Kauf prüfen, welche CI-Version der Fernseher beherrscht und welche der Anbieter voraussetzt. Ein CI-Schacht allein sagt nichts darüber aus.

Typische Fehlerbilder

Kein Signal oder schwarzes Bild bei freien Sendern. Ein steckendes Modul beeinflusst den gesamten Transportstrom. Zum Eingrenzen gehört deshalb der Test ohne Modul.

Modul wird nicht erkannt. Die Kontakte verschmutzen, und das Modul sitzt oft jahrelang unberührt. Herausziehen, Kontakte ansehen, neu einsetzen löst mehr Fälle, als man erwartet.

Karte falsch herum. Die Chipseite zeigt bei den meisten Modulen nach oben oder zur beschrifteten Seite; der Aufdruck auf dem Modul gilt.

Einzelne Programme fehlen. Das ist meist keine Technik, sondern die Berechtigung auf der Karte, oder ein Programm wechselte den Transponder und das Gerät braucht einen neuen Suchlauf.

Abgrenzung

Common Interface (CI) ist die Schnittstelle, das CAM das Modul, das darin steckt. Die Begriffe werden im Handel durcheinandergeworfen; „CI-Modul" und „CAM-Modul" meinen beide dasselbe Teil — Letzteres mit einem Wort zu viel.

Smartcard trägt die Kundenberechtigung. Ohne sie entschlüsselt das Modul nichts, außer bei den Ausführungen mit fest eingebauter Berechtigung.

Receiver mit eingebautem Entschlüsselungssystem brauchen kein Modul, sind dafür an einen Anbieter gebunden.

LNB und LNC sitzen weiter vorn im Signalweg und haben mit der Entschlüsselung nichts zu tun — sie setzen die Satellitenfrequenz in die Zwischenfrequenz um.

DVB-S2, DVB-C und DVB-T2 bezeichnen den Übertragungsweg. Das CAM ist von ihnen unabhängig und arbeitet in jedem.

Quellen

  • EN 50221: Common Interface Specification for Conditional Access and other Digital Video Broadcasting Decoder Applications
  • CI Plus LLP: CI Plus Specification
  • ETSI TS 103 205: Extensions to the CI Plus Specification

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