BMA – Brandmeldeanlage
Abkürzung: BMA
Eine Brandmeldeanlage (BMA) erkennt Brände in der Entstehung, alarmiert die Menschen im Gebäude und meldet den Brand über eine Übertragungseinrichtung direkt an die Feuerwehr. Sie steuert außerdem Brandfallmaßnahmen: Türen schließen, Aufzüge fahren ins Erdgeschoss, Lüftungen schalten ab, Löschanlagen werden ausgelöst.
Anders als ein Rauchwarnmelder im Wohnhaus, der nur vor Ort piept, ist eine BMA ein vernetztes System mit Zentrale, Meldergruppen und Verbindung nach außen.
Aufbau
| Teil | Aufgabe |
|---|---|
| Brandmelderzentrale (BMZ) | wertet die Melder aus, zeigt Meldungen an, steuert Alarm und Brandfallsteuerungen |
| automatische Melder | erkennen Rauch, Wärme oder Flammen |
| Handfeuermelder | roter Druckknopfmelder zum manuellen Auslösen |
| Übertragungseinrichtung | leitet den Alarm an die Feuerwehr weiter |
| Feuerwehr-Anzeigetableau und Feuerwehr-Bedienfeld | zeigen der Feuerwehr den ausgelösten Melder und erlauben die Bedienung ohne Fachkenntnis der Zentrale |
| Feuerwehrschlüsseldepot | gibt der Feuerwehr bei Alarm Zugang zum Gebäude |
Melderarten
| Melder | Erkennt | Einsatz |
|---|---|---|
| optischer Rauchmelder | Streulicht an Rauchpartikeln | Standard in Büros und Fluren |
| Wärmemelder | Temperatur oder Temperaturanstieg | Küchen, Garagen, staubige Räume |
| Flammenmelder | Infrarot- oder UV-Strahlung offener Flammen | Hallen, Lager mit brennbaren Flüssigkeiten |
| Ansaugrauchmelder | Rauch in angesaugter Luft, sehr empfindlich | Rechenzentren, Reinräume, Archive |
Pflicht und Normen
Ob ein Gebäude eine BMA braucht, ergibt sich aus Bauordnung und Sonderbauvorschriften der Länder, der Baugenehmigung oder Auflagen des Versicherers. Typisch sind Krankenhäuser, Pflegeheime, Versammlungsstätten, Hochhäuser und große Verkaufsstätten.
Planung, Errichtung und Betrieb regelt die DIN 14675, die Technik der Gefahrenmeldeanlagen die Normenreihe DIN VDE 0833, die einzelnen Komponenten die Reihe DIN EN 54. Wer eine BMA errichtet oder wartet, braucht eine Zertifizierung nach DIN 14675.
Jeder Fehlalarm, der die Feuerwehr ausrücken lässt, kann den Betreiber Geld kosten. Deshalb arbeiten moderne Anlagen mit Mehrkriterienmeldern und Verzögerungen, die kurzzeitige Störgrößen wie Wasserdampf ausblenden.
Funk und mobile Anlagen
Funk-Brandmeldeanlage
Bei einer Funk-BMA sind die Melder per Funk statt per Kabel mit der Zentrale verbunden. Das spart Leitungen dort, wo sich kaum Kabel ziehen lassen, etwa in denkmalgeschützten Gebäuden oder bei Erweiterungen im laufenden Betrieb. Funkkomponenten für Brandmeldeanlagen regelt DIN EN 54-25. Die Melder laufen auf Batterie, die regelmäßig getauscht werden muss.
Mobile Brandmeldeanlage
Eine mobile BMA wird nur für eine bestimmte Zeit aufgestellt: auf Baustellen, bei Veranstaltungen oder als Ersatz, während eine feste Anlage umgebaut wird oder ausgefallen ist. Sie arbeitet in der Regel mit Funkmeldern und meldet Alarme über Mobilfunk weiter.
Im Rechenzentrum
Im Rechenzentrum ist die BMA meist zweistufig: Ein Ansaugrauchmelder meldet einen Schwelbrand früh als Voralarm an das Betriebspersonal, erst eine zweite, unabhängige Meldung löst den Hauptalarm und die Gaslöschanlage aus. Die Zweimelderabhängigkeit verhindert, dass ein einzelner Melder den Raum flutet.
Abgrenzung
Rauchwarnmelder. Einzelgerät für Wohnungen, alarmiert nur vor Ort. Keine Verbindung zur Feuerwehr.
Einbruchmeldeanlage. Ebenfalls eine Gefahrenmeldeanlage, aber für Einbruch und Überfall statt für Brand.
Normen
- DIN 14675 – Brandmeldeanlagen, Aufbau und Betrieb
- DIN VDE 0833-1 und -2 – Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall
- DIN EN 54 – Brandmeldeanlagen, Komponenten