Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum ist zunächst ein Gebäudeproblem: Fläche, Strom, Kühlung und Zugangsschutz bestimmen, wie viel Rechenleistung sich überhaupt unterbringen lässt. Die IT-Komponenten sind der Teil, der am häufigsten getauscht wird — die Infrastruktur darum herum hält Jahrzehnte.

Die mechanische Ordnung folgt dem 19-Zoll-Raster. Bauhöhen werden in Höheneinheiten gezählt, was Planung und Beschaffung standardisiert; die Bauform des Bladeservers verdichtet mehrere Rechner in einem gemeinsamen Gehäuse mit geteilter Strom- und Netzversorgung.

Bei der Stromversorgung verteilt die Power Distribution Unit im Schrank, die unterbrechungsfreie Stromversorgung überbrückt Ausfälle bis zum Anlaufen der Netzersatzanlage. Die Kühlung ist die eigentliche Begrenzung: Jedes Watt elektrischer Leistung wird zu Wärme, die wieder herausgeschafft werden muss. Kenngrößen wie die maximale Feuchtkugeltemperatur bestimmen, ob freie Kühlung möglich ist oder maschinell nachgeholfen werden muss.

Die Verfügbarkeit wird über Kennzahlen beschrieben, die man auseinanderhalten sollte: MTBF ist die mittlere Zeit zwischen Ausfällen, MTTR die mittlere Wiederherstellungszeit; erst beide zusammen ergeben eine Verfügbarkeit. Die Formulierung „five nines" steht für 99,999 Prozent und damit für rund fünf Minuten Ausfall im Jahr. Ein Single Point of Failure ist jede Komponente, deren Ausfall den Dienst beendet — sie zu finden ist die eigentliche Arbeit jeder Hochverfügbarkeitsplanung.

Für die interne Vernetzung kommen zudem Techniken mit besonders geringer Latenz zum Einsatz, etwa InfiniBand.