Rechenzentrum
Ein Rechenzentrum ist zunächst ein Gebäudeproblem: Fläche, Strom, Kühlung und Zugangsschutz bestimmen, wie viel Rechenleistung sich überhaupt unterbringen lässt. Die IT-Komponenten sind der Teil, der am häufigsten getauscht wird — die Infrastruktur darum herum hält Jahrzehnte.
Die mechanische Ordnung folgt dem 19-Zoll-Raster. Bauhöhen werden in Höheneinheiten gezählt, was Planung und Beschaffung standardisiert; die Bauform des Bladeservers verdichtet mehrere Rechner in einem gemeinsamen Gehäuse mit geteilter Strom- und Netzversorgung.
Bei der Stromversorgung verteilt die Power Distribution Unit im Schrank, die unterbrechungsfreie Stromversorgung überbrückt Ausfälle bis zum Anlaufen der Netzersatzanlage. Die Kühlung ist die eigentliche Begrenzung: Jedes Watt elektrischer Leistung wird zu Wärme, die wieder herausgeschafft werden muss. Kenngrößen wie die maximale Feuchtkugeltemperatur bestimmen, ob freie Kühlung möglich ist oder maschinell nachgeholfen werden muss.
Die Verfügbarkeit wird über Kennzahlen beschrieben, die man auseinanderhalten sollte: MTBF ist die mittlere Zeit zwischen Ausfällen, MTTR die mittlere Wiederherstellungszeit; erst beide zusammen ergeben eine Verfügbarkeit. Die Formulierung „five nines" steht für 99,999 Prozent und damit für rund fünf Minuten Ausfall im Jahr. Ein Single Point of Failure ist jede Komponente, deren Ausfall den Dienst beendet — sie zu finden ist die eigentliche Arbeit jeder Hochverfügbarkeitsplanung.
Für die interne Vernetzung kommen zudem Techniken mit besonders geringer Latenz zum Einsatz, etwa InfiniBand.
Knowledge Hubs
- Rechenzentrum (RZ) Ein Gebäude, gebaut, um IT-Technik ohne Unterbrechung zu betreiben — mit Strom, Kühlung, Schutz und Netzanbindung, die einzeln ausfallen dürfen.
- Abwärmenutzung Rechenzentren wandeln fast den gesamten Strom in Wärme. Nutzbar wird sie selten — nicht aus Unwillen, sondern wegen ihrer Temperatur.
- Adiabatische Kühlung Kühlung durch Verdunsten von Wasser: Die Luft gibt Wärme an das verdunstende Wasser ab und kühlt sich ab, ohne dass eine Kältemaschine läuft.
- AI Factory Ein Rechenzentrum, das ausschließlich KI-Modelle trainiert und betreibt. Der Begriff stammt von Nvidia; die EU nutzt ihn für ein eigenes Förderprogramm.
- American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) Der US-Fachverband für Heizung, Kälte und Klima. Seine Thermal Guidelines legen fest, welche Zulufttemperatur und Feuchte IT-Geräte vertragen.
- Ansaugrauchmelder (RAS) Ein Rauchmelder, der Luft über Rohrleitungen ansaugt und zentral misst. Erkennt Brände im Schwelstadium, lange bevor ein Deckenmelder auslöst.
- Anschlussleistung Die elektrische Leistung, die ein Rechenzentrum beziehen darf. Drei verbreitete Lesarten des Begriffs meinen drei verschiedene Zahlen.
- Ausweicharbeitsplatz Ein vorbereiteter Arbeitsplatz an einem zweiten Ort, an dem Mitarbeiter weiterarbeiten, wenn ihr eigenes Gebäude ausfällt.
- Battery Energy Storage System (BESS) Ein stationärer Batteriespeicher mit Wechselrichter und Steuerung. Im Rechenzentrum neben der USV im Einsatz, für Lastspitzen, Netzdienste und Eigenverbrauch.
- Behind the Meter (BTM) Stromerzeugung oder -speicherung auf der Kundenseite des Zählers. Bei Rechenzentren: ein eigenes Kraftwerk statt Strom aus dem öffentlichen Netz.
- Black Building Test Der geplante Komplettausfall: Die externe Stromversorgung eines Rechenzentrums wird getrennt, um zu prüfen, ob USV, Netzersatzanlage und Kühlung übernehmen.
- Bladeserver Server in Steckkartenform, die in einem gemeinsamen Gehäuse Stromversorgung, Lüfter, Netzwerk und Verwaltung teilen und so sehr dicht packen.
- Brandmeldeanlage (BMA) Eine Anlage, die Brände über Melder früh erkennt, Alarm auslöst und die Feuerwehr automatisch ruft — Pflicht in vielen Sonderbauten.
- British Thermal Unit (BTU) Die angelsächsische Wärmeeinheit. In Datenblättern ist fast immer BTU pro Stunde gemeint — also eine Leistung, keine Energie.
- Cage Ein abgetrennter, verschließbarer Bereich auf der Colocation-Fläche: eigene Schränke hinter eigenem Gitter. Die Stufe zwischen Schrank und eigenem Raum.
- Carbon Usage Effectiveness (CUE) CUE (Carbon Usage Effectiveness) gibt an, wie viel Kohlendioxid der Betrieb eines Rechenzentrums je Kilowattstunde IT-Energie verursacht.
- Carrier Hotel Ein Carrier Hotel ist ein Gebäude, in dem zahlreiche Netzbetreiber Technik unterbringen und ihre Netze auf kurzem Weg direkt zusammenschalten.
- Chiller Die Kältemaschine, die das Kaltwasser für ein Rechenzentrum erzeugt. Ob sie luft- oder wassergekühlt ist, entscheidet über Strom- gegen Wasserverbrauch.
- Cloud On-Ramp Eine direkte, private Verbindung aus dem Rechenzentrum in die Cloud, ohne Umweg über das öffentliche Internet.
- Cloud-Region Das geografische Gebiet, in dem ein Cloud-Anbieter Dienste bereitstellt — und die Einheit, in der Datenhaltung zugesagt wird.
- Colocation Fläche, Strom, Kühlung und Anbindung mieten, die Technik selbst stellen. Verkauft wird dabei nicht Platz, sondern Leistung.
- Colocation-Checkliste: Rechenzentrum richtig auswählen Welche Fragen Sie einem Colocation-Anbieter stellen sollten — zu Strom, Kühlung, Netz, Sicherheit, Recht, Kosten und SLA, mit Warnsignalen.
- Coolant Distribution Unit (CDU) Die Schnittstelle zwischen Gebäudekreislauf und Server-Kühlkreislauf. Ohne sie lässt sich keine Flüssigkeitskühlung im Rechenzentrum betreiben.
- Cooling Efficiency Ratio (CER) Die abgeführte Wärme eines Rechenzentrums geteilt durch den Energieverbrauch der Kühlung, über ein Jahr. Definiert in DIN EN 50600-4-7. Höher ist besser.
- Cross Connect Ein Kabel zwischen zwei Parteien im selben Rechenzentrum. Technisch banal, wirtschaftlich das Rückgrat des Colocation-Geschäfts.
- Data Center Infrastructure Efficiency (DCiE) Der Kehrwert des PUE, in Prozent: welcher Anteil der Energie eines Rechenzentrums bei der IT ankommt. Heute kaum noch verwendet.
- Data Center Infrastructure Management (DCIM) Software, die Gebäudetechnik und IT eines Rechenzentrums in einem System erfasst: Standorte der Geräte, Strom, Kühlung, Kapazität und Verbindungen.
- Data Center Interconnect (DCI) Die Verbindung zwischen Rechenzentren — von der eigenen Glasfaser bis zum Wellenlängendienst —, über die Daten gespiegelt, verteilt und gesichert werden.
- Data Hall Der einzelne IT-Saal eines großen Rechenzentrums. Ein Gebäude hat mehrere, und die Halle ist die Einheit, in der Ausbau, Kühlung und Redundanz geplant werden.
- Dedicated Server Ein physischer Server, der einem einzigen Kunden oder einer einzigen Aufgabe gehört — im Hosting die Alternative zu virtuellem Server und Colocation.
- Diesel-Rotations-USV (DRUPS) USV und Netzersatzanlage in einer Maschine: Ein Schwungrad überbrückt die Sekunden bis zum Dieselstart, Batterien braucht es nicht.
- Direct-to-Chip-Kühlung (DTC) Flüssigkeitskühlung über Kühlplatten direkt auf Prozessor und GPU. Nimmt den größten Teil der Wärme auf, der Rest bleibt für die Luft.
- Disaster Recovery (DR) Die Wiederherstellung von IT-Systemen und Daten nach einem schweren Ausfall, geplant über die Ziele RTO und RPO und erprobt in Tests.
- Doppelboden Ein Doppelboden ist ein auf Stützen stehender Bodenaufbau aus einzeln abnehmbaren Platten.
- Edge-Rechenzentrum Kleine Anlage nahe am Nutzer. Sie löst ein Problem, gegen das keine Bandbreite hilft: die Laufzeit des Lichts.
- Einbruchmeldeanlage (EMA) Eine Anlage, die Einbrüche über Öffnungs-, Glasbruch- und Bewegungsmelder erkennt und Alarm auslöst — vor Ort oder bei einer Leitstelle.
- EN 50600 Die europäische Normenreihe für Planung, Bau und Betrieb von Rechenzentren. Sie klassifiziert Verfügbarkeit, Schutz und Energieeffizienz getrennt.
- Energieeffizienzgesetz (EnEfG) Seit 2023 gelten für Rechenzentren in Deutschland verbindliche Grenzwerte für Effizienz, Ökostrom und Abwärme — samt Meldepflicht in ein Register.
- Energiemanagementsystem (EnMS) Organisatorischer Rahmen, mit dem ein Unternehmen seinen Energieverbrauch misst, bewertet und planmäßig senkt. Für viele Unternehmen und Rechenzentren Pflicht.
- Energy Reuse Factor (ERF) ERF (Energy Reuse Factor) gibt an, welcher Anteil der in ein Rechenzentrum hineingehenden Energie als Abwärme wieder nach außen abgegeben und dort genutzt wird.
- five nines Five nines bezeichnet umgangssprachlich eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent, was einer jährlichen Ausfallzeit von rund fünf Minuten entspricht.
- Freie Kühlung (Freecooling) Kühlen mit Außenluft, solange sie kalt genug ist. In Mitteleuropa deckt das den größten Teil des Jahres ab – wenn man die Zulufttemperatur richtig wählt.
- Gaslöschanlage Löscht durch Gas statt Wasser: Sauerstoffverdrängung oder chemische Wärmebindung. Standard im Serverraum, weil Elektronik danach weiterlaufen kann.
- Gasturbine Strömungsmaschine, die Luft verdichtet, mit Brennstoff verbrennt und das heiße Gas über eine Turbine entspannt. Treibt Generatoren, Flugzeuge und Verdichter an.
- Gebäudeleittechnik (GLT) Oberste Ebene der Gebäudeautomation: Software und Leitstand, mit denen Heizung, Lüftung, Klima, Licht und Energie eines Gebäudes überwacht werden.
- Georedundanz Zwei Rechenzentren so weit auseinander, dass kein Ereignis beide trifft. Wie weit das ist, hat das BSI deutlich nach oben korrigiert.
- Gleichstromversorgung im Rechenzentrum Strom als Gleichspannung bis ins Rack statt Wechselstrom bis zum Netzteil. Mit KI-Racks im Megawattbereich wird aus einer Nische eine Notwendigkeit.
- Grid-Forming Eine Regelung für Wechselrichter, die Spannung und Frequenz selbst vorgibt, statt sich nur an ein bestehendes Netz anzuhängen — wie es bisher Kraftwerke taten.
- Hochverfügbarkeit (HA) Ein System, das den Ausfall einzelner Teile übersteht. Die Prozentzahlen, mit denen geworben wird, sagen dabei weniger, als sie versprechen.
- HVO100 Ein Dieselkraftstoff aus hydrierten Rest- und Abfallfetten, seit 2024 in Deutschland an Tankstellen zugelassen und in vielen Dieselmotoren direkt nutzbar.
- Hyperscaler Betreiber, die in Regionen rechnen statt in Gebäuden. Warum man ihre Rechenzentren auf keiner Karte findet, hat einen einfachen Grund.
- Höheneinheit (HE) Das Höhenmaß im 19-Zoll-Gestell: 44,45 Millimeter oder 1¾ Zoll. Es misst die Höhe — Breite, Tiefe und Gewicht folgen anderen Regeln.
- Immersionskühlung Server stehen vollständig in einer Flüssigkeit, die keinen Strom leitet. Die Technik ist alt, der Grund für ihre Rückkehr ist neu.
- Indefeasible Right of Use (IRU) Ein unkündbares Nutzungsrecht an Glasfasern oder Kabelkapazität über viele Jahre, meist gegen eine Einmalzahlung — Eigentum bleibt beim Netzbetreiber.
- Internetknoten (IXP) Treffpunkt, an dem Netze ihren Verkehr direkt austauschen, statt ihn über Dritte zu schicken. Ein Knoten ist dabei selten nur ein Haus.
- ISO 50001 Internationale Norm für Energiemanagementsysteme. Sie legt fest, wie ein Unternehmen seine energiebezogene Leistung messbar verbessert, und ist zertifizierbar.
- ISO/IEC 22237 Die internationale Normenreihe für Einrichtungen und Infrastrukturen von Rechenzentren, abgeleitet aus der europäischen EN 50600.
- Kaltgang Der Kaltgang beschreibt in Rechenzentren den Bereich vor den Racks, aus dem die gekühlte Luft angesaugt wird. Die Kaltgangeinhausung trennt ihn vom Warmgang.
- KI-Rechenzentrum Gebaut für das Training neuronaler Netze. Die Unterschiede zum gewöhnlichen Rechenzentrum beginnen beim Strom und hören beim Netz nicht auf.
- Konkurrierende Wartbarkeit Jede Komponente lässt sich planmäßig abschalten, ohne die IT-Last zu unterbrechen. Der eigentliche Grund, warum Rechenzentren doppelt gebaut werden.
- Käfigmutter Käfigmuttern werden für die Montage von Servern, Switchen, Routern, Patchpanelen und anderen Komponenten in 19-Zoll-Racks verwendet. M5 und M6 sind verbreitet.
- Kühlung im Rechenzentrum Wie ein Rechenzentrum die Wärme seiner IT loswird: vom Klimagerät im Saal über Kaltwasser bis zur Flüssigkeit direkt am Chip.
- Leistungsdichte Elektrische Leistung je Rack oder je Quadratmeter. Die Zahl, an der sich entscheidet, wie ein Rechenzentrum gekühlt, gebaut und verkauft wird.
- Letter of Authorization (LOA) Eine schriftliche Vollmacht, mit der ein Kunde einen Dritten berechtigt, an seiner Leitung, seinem Port oder seinem Adressbereich zu arbeiten.
- Maximum Wet Bulb Die höchste Feuchtkugeltemperatur, mit der eine Anlage zurechtkommen muss. Sie ist die physikalische Untergrenze jeder Verdunstungskühlung.
- Mean Time Between Failures (MTBF) Die mittlere Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen. Eine statistische Größe für viele Geräte — keine Lebensdauer und keine Zusage für das einzelne.
- Mean Time To Repair (MTTR) Die mittlere Zeit vom Ausfall bis zum wiederhergestellten Betrieb. Der Hebel, an dem Verfügbarkeit im Alltag tatsächlich gewonnen oder verloren wird.
- Meet-Me-Room (MMR) Der neutrale Raum, in dem sich die Netze eines Rechenzentrums treffen. Der wertvollste Quadratmeter im Gebäude.
- Micro-Rechenzentrum Ein komplettes Rechenzentrum in einem oder wenigen Schränken: Rack, Kühlung, Brandschutz, Stromverteilung und Überwachung in einem geschlossenen Gehäuse.
- Mittelspannungsschaltanlage (MSSA) Die Anlage, die Mittelspannung zwischen 1 und 52 kV schaltet, verteilt und schützt — Übergabepunkt vom Netz zu großen Verbrauchern wie Rechenzentren.
- Modulares Rechenzentrum Ein Rechenzentrum aus vorgefertigten, im Werk getesteten Modulen statt aus Bauteilen, die vor Ort zusammengesetzt werden. Der Gewinn ist Zeit.
- Network Operations Center (NOC) Ein NOC ist die Stelle, die ein Netz überwacht und im Störungsfall handelt.
- Netzersatzanlage (NEA) Eine NEA (Netzersatzanlage) erzeugt bei Ausfall des öffentlichen Netzes selbst Strom und versorgt damit die angeschlossene Anlage weiter.
- Netzwerkschrank Kleiner, oft wandmontierter Schrank im 19-Zoll-Format für Switches, Patchpanels und Router — der Verteiler in Büro, Gebäude und Etage.
- Out-of-Band-Management (OOB) Fernzugriff auf Server und Netzgeräte über einen eigenen Weg neben dem Produktivnetz, etwa per Konsolenserver und Mobilfunk — auch wenn das Netz ausfällt.
- Personenschleuse Ein kleiner Raum mit zwei gegeneinander verriegelten Türen, von denen sich immer nur eine öffnet — für Zutritt nur einzeln und nach Prüfung.
- Point of Entry (POE) Die Stelle, an der die Glasfaser eines Carriers ins Gebäude kommt. Zwei davon sind der Anfang jeder Wegetrennung — wenn sie draußen getrennt bleiben.
- Port Side Exhaust (PE) Port Side Exhaust beschreibt Netzwerkgeräte und Server, die die erwärmte Luft auf der Portseite ausblasen. Die Portseite zeigt in diesem Fall zum Warmgang.
- Port Side Intake (PI) Port Side Intake beschreibt Netzwerkgeräte und Server, die ihre Kühlluft auf der Portseite ansaugen. Die Portseite zeigt in diesem Fall zum Kaltgang des RZ.
- Power Distribution Unit (PDU) Eine PDU ist die Stromverteilung im Serverschrank: Sie nimmt eine Zuleitung auf und verteilt sie auf viele Steckplätze.
- Power Purchase Agreement (PPA) Ein langfristiger Stromliefervertrag direkt mit einem Erzeuger, meist aus Wind oder Sonne. Für Rechenzentren der Weg, die Ökostrompflicht des EnEfG zu erfüllen.
- Power Usage Effectiveness (PUE) PUE (Power Usage Effectiveness) ist die gebräuchlichste Kennzahl für die Energieeffizienz eines Rechenzentrums.
- Präzisionsklimagerät Das Umluftkühlgerät im Rechenzentrum. Ob es einen eigenen Verdichter hat oder Kaltwasser geliefert bekommt, unterscheidet die beiden Bauarten CRAC und CRAH.
- Rack Das genormte Gestell für Server und Netzwerktechnik: 19 Zoll Einbaubreite, Höhe in Höheneinheiten. Alles Übrige ist Auslegungssache.
- Rear Door Heat Exchanger (RDHx) Ein wassergekühlter Wärmetauscher als Rücktür des Racks. Kühlt die warme Abluft der Server, bevor sie in den Raum gelangt.
- Rechenzentrum (RZ) Ein Gebäude, gebaut, um IT-Technik ohne Unterbrechung zu betreiben — mit Strom, Kühlung, Schutz und Netzanbindung, die einzeln ausfallen dürfen.
- Rechenzentrumsregister (RZReg) Das Register, an das Rechenzentren ab 300 kW nach dem Energieeffizienzgesetz jährlich Leistung, Verbrauch, Abwärme und Effizienzkennzahlen melden.
- Rechenzentrumsstrategie Die erste Strategie der Bundesregierung für Rechenzentren, beschlossen am 18. März 2026. Ziel: Kapazität bis 2030 verdoppeln, für KI vervierfachen.
- Remote Hands Techniker des Rechenzentrums, die im Auftrag des Kunden an dessen Hardware arbeiten. Spart die Anfahrt, wenn nur ein Kabel gesteckt werden muss.
- Renewable Energy Factor (REF) Der Anteil erneuerbarer Energie am gesamten Energieverbrauch eines Rechenzentrums, zwischen 0 und 1. Definiert in DIN EN 50600-4-3.
- Rückkühlwerk Gibt Wärme an die Außenluft ab, erzeugt aber selbst keine Kälte. Ob es dabei Wasser verdunstet, entscheidet über Wirkungsgrad und Betreiberpflichten.
- Sauerstoffreduktion Brandvermeidung statt Löschung: Der Sauerstoffanteil der Raumluft wird dauerhaft abgesenkt, sodass ein offenes Feuer gar nicht erst entsteht.
- Scale-out-Fabric Die Scale-out-Fabric verbindet Server und Pods eines KI-Clusters über RDMA; Transporte sind InfiniBand, RoCEv2 und Ultra Ethernet.
- Scale-up-Fabric Die Scale-up-Fabric koppelt die Beschleuniger eines Servers oder Pods mit Speichersemantik zu einer Domäne; Beispiele sind NVLink und UALink.
- Server Ein Rechner oder Programm, das anderen Geräten im Netz Dienste bereitstellt — von Dateien über E-Mail bis zu Webseiten und Datenbanken.
- Serverfarm Eine Gruppe von Servern, die gemeinsam einen Dienst erbringen. Umgangssprachlich auch ein ganzes Rechenzentrum.
- Serverraum Der Raum, in dem die Server eines Unternehmens stehen. Kein kleines Rechenzentrum, sondern eine eigene Aufgabe mit eigenen Regeln.
- Service Level Agreement (SLA) Die vertragliche Zusage, welche Leistung ein Dienst erbringt, wie sie gemessen wird und was passiert, wenn sie verfehlt wird.
- Single Point of Failure (SPoF) Ein Single Point of Failure, deutsch Einzelfehlerpunkt, ist ein Bestandteil eines Systems, dessen Ausfall das ganze System ausfallen lässt.
- Spine-Leaf-Architektur Netzaufbau im Rechenzentrum aus zwei Ebenen: Jeder Leaf-Switch ist mit jedem Spine-Switch verbunden, jede Strecke zwischen Servern ist gleich lang.
- Standortwahl von Rechenzentren Wo ein Rechenzentrum stehen sollte: Strom, Fläche und Genehmigung entscheiden über die Machbarkeit, Abstände zu Gefahrenquellen über die Verfügbarkeit.
- Stromschienensystem Eine Stromschiene über den Rackreihen, an die Abgangskästen gesteckt werden. Ersetzt die Einzelverkabelung jedes Racks aus der Unterverteilung.
- Stromverbrauch von Rechenzentren Zwei Drittel gehen in die Technik, der Rest in Kühlung und Verluste. Interessant ist, warum der Anteil sich gerade wieder verschiebt.
- Stromversorgung im Rechenzentrum Der Weg des Stroms vom Mittelspannungsnetz bis zum Netzteil im Rack — und warum er in Rechenzentren zweimal vorhanden ist.
- Thermal Design Power (TDP) Die Wärmeleistung, für die die Kühlung eines Chips ausgelegt werden muss. Kein Maximalwert und kein Verbrauch — und bei jedem Hersteller etwas anderes.
- TIA-942 Die US-Norm für die Infrastruktur von Rechenzentren, von Verkabelung bis Standortwahl, mit vier Ratings für die Ausfallsicherheit. Aktuell TIA-942-C von 2024.
- Tier-Klassifizierung Die vier Stufen Tier I bis IV des Uptime Institute, die beschreiben, wie ausfallsicher Stromversorgung und Kühlung eines Rechenzentrums gebaut sind.
- Transferschalter Schaltet eine Last zwischen zwei Stromquellen um. Mechanisch in Sekunden, mit Thyristoren in Millisekunden — die Bauart entscheidet, was die Last bemerkt.
- Transformator (Trafo) Ein elektrisches Bauteil, das Wechselspannung über zwei magnetisch gekoppelte Wicklungen auf eine andere Spannung umsetzt — vom Netzteil bis zum Umspannwerk.
- Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) Eine USV hält die Stromversorgung angeschlossener Geräte aufrecht, wenn das Netz ausfällt oder außerhalb der zulässigen Werte liegt.
- Vereinzelungsanlage Eine Zutrittssperre, die pro Berechtigung genau eine Person durchlässt, damit niemand unbemerkt hinter einem anderen hineingeht.
- Verfügbarkeitsklassen Zwei Systeme beschreiben dasselbe und werden ständig verwechselt: Tier vom Uptime Institute und die Klassen der EN 50600.
- Verfügbarkeitszone (AZ) Eigenständig versorgter Teil einer Cloud-Region. Nah genug für synchrone Spiegelung, zu nah für echte Georedundanz.
- Virtueller Server Ein Server, der als virtuelle Maschine auf einem geteilten physischen Rechner läuft — mit eigenem Betriebssystem und Root-Zugang, aber geteilter Hardware.
- Warmgang Der Warmgang ist der Bereich im Rechenzentrum, in den die Komponenten die erwärmte Luft ausblasen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Kaltgang.
- Wasserkühlung Wasser als Transportmittel für Abwärme, vom Großrechner der 1980er bis zum KI-Rack. Im Rechenzentrum entscheidet, wie nah es an den Chip kommt.
- Water Usage Effectiveness (WUE) WUE (Water Usage Effectiveness) gibt an, wie viel Wasser ein Rechenzentrum je Kilowattstunde IT-Energie verbraucht.
- Zertifizierung von Rechenzentren Überblick über die Zertifikate, mit denen Rechenzentren Ausfallsicherheit, Informationssicherheit und Energiemanagement nachweisen — wer prüft was.
- Zutrittskontrolle Technik und Regeln, die festlegen und prüfen, wer welchen Raum oder Bereich wann betreten darf — per Karte, Code, Biometrie oder Kombination.