Bladeserver

Ein Bladeserver ist ein Server ohne eigenes Netzteil, eigene Lüfter und eigene Netzwerkanschlüsse nach außen. Er steckt als flaches Modul, englisch Blade für Klinge, in einem Gehäuse, dem Chassis oder Enclosure, das diese Dinge für alle Blades gemeinsam bereitstellt. Auf einem Blade bleiben nur die Teile, die einen Server ausmachen: Prozessoren, Arbeitsspeicher, Netzwerk-Controller und oft ein kleiner lokaler Speicher.

Aufbau

TeilSitzt imAufgabe
BladeSteckplatz des ChassisProzessoren, RAM, Netzwerk-Controller, Steckplätze für Zusatzkarten
MidplaneChassisverbindet Blades mit Stromversorgung, Netzwerk- und Speichermodulen
Netzteile und LüfterChassisgemeinsam für alle Blades, meist redundant
Netzwerk- und SpeichermoduleRückseite des ChassisSwitches oder Durchreichmodule für Ethernet und Fibre Channel
Management-ModulChassisFernverwaltung aller Blades, Konsole, Firmware, Überwachung

Ein typisches Chassis belegt rund 10 Höheneinheiten und nimmt 8 bis 16 Blades auf. Auf derselben Höhe hätten als einzelne Rackserver etwa zehn Geräte mit je einer Höheneinheit Platz, jedes mit eigenen Netzteilen und eigener Verkabelung.

Massenspeicher kommt meist nicht vom Blade selbst, sondern über ein SAN oder ein NAS. Das Blade startet oft sogar vom SAN; dann lässt es sich tauschen, ohne dass Daten auf ihm liegen.

Vorteile

Verkabelung. Statt je Server zwei Strom- und mehrere Netzwerkkabel führen nur wenige Uplinks aus dem Chassis heraus. Das ist der eigentliche Gewinn, mehr als die Platzersparnis.

Austausch. Ein defektes Blade wird herausgezogen und ersetzt; Netzwerk- und Speicherzuordnung hängen am Steckplatz oder am Profil im Management, nicht an der Hardware.

Verwaltung. Ein Management-Modul für viele Server, mit gemeinsamer Konsole und einheitlicher Firmware.

Nachteile

Leistungsdichte. Ein voll bestücktes Chassis zieht mehrere Kilowatt auf wenigen Höheneinheiten. Ein Rack mit vier Chassis bringt die Kühlung eines Serverraums schnell an ihre Grenze — siehe Leistungsdichte.

Bindung an den Hersteller. Blades, Chassis und Module passen nur innerhalb einer Produktlinie zusammen. Wer das Chassis kauft, kauft die nächsten Jahre Blades desselben Herstellers.

Gemeinsame Teile. Fällt die Midplane oder das Management aus, betrifft das alle Blades im Chassis. Deshalb sind Netzteile, Lüfter und Module redundant ausgelegt.

Einstiegskosten. Das Chassis kostet, bevor das erste Blade darin steckt. Wirtschaftlich wird es erst bei vielen Servern.

Heute

Bladeserver waren in den 2000er- und 2010er-Jahren in Unternehmensrechenzentren verbreitet. Inzwischen haben sie Konkurrenz von zwei Seiten: Multi-Node-Server bringen mehrere Server in ein Gehäuse mit zwei Höheneinheiten, ohne eigenes Chassis-Ökosystem, und hyperkonvergente Systeme legen Rechenleistung und Speicher wieder in denselben Server. Die großen Cloud-Anbieter verwenden eigene, vereinfachte Rackserver.

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