Calling Name Identification Presentation

Abkürzung: CNIP

Was ist CNIP?

CNIP steht für Calling Name Identification Presentation, zu Deutsch etwa die Anzeige des Anrufernamens. Es handelt sich um ein ergänzendes Leistungsmerkmal zur klassischen Rufnummernanzeige (CLIP). Während CLIP die Rufnummer des Anrufers überträgt und anzeigt, liefert CNIP zusätzlich oder alternativ einen Klarnamen. Dieser Name kann vom Netzbetreiber aus einem Verzeichnisdienst stammen, vom rufenden Endgerät gesetzt werden oder aus einem lokalen Adressbuchabgleich resultieren. CNIP macht die Anruferkennung persönlicher und schneller erfassbar, noch bevor das Gespräch angenommen wird.

Funktionsweise

Während des Verbindungsaufbaus transportiert die Signalisierung neben der Rufnummer optional einen Namenseintrag. Der Name wird entweder aus einer netzseitigen Datenbank (CNAM-Dienst) gewonnen oder vom rufenden Teilnehmer direkt als Display-Name mitgegeben. Der angerufene Anschluss empfängt beide Informationen und zeigt sie gemeinsam oder den Namen priorisiert auf dem Display an. Die Anzeige erfolgt unmittelbar mit dem ersten Klingeln. Stimmen übermittelter Name und lokaler Adressbucheintrag überein, zeigt das Endgerät meist den persönlichen Eintrag an, um eine einheitliche Sicht zu gewährleisten.

Technische Umsetzung in verschiedenen Netzen

CNIP wird je nach Netztechnologie unterschiedlich realisiert, stets als optionale Erweiterung der Rufnummernsignalisierung.

  • ISDN: Im DSS1-Protokoll kann die SETUP-Nachricht ein „Display“-Informationselement enthalten, das einen alphanumerischen Namen transportiert. Die Ortsvermittlungsstelle des rufenden Teilnehmers fügt diesen Namen ein, sofern der Netzbetreiber einen CNAM-Dienst anbietet oder das rufende Endgerät den Namen mitsendet. Der angerufene ISDN-Apparat wertet das Element aus und stellt den Text dar.
  • Mobilfunk (GSM/UMTS/LTE): Mobilfunknetze nutzen häufig einen netzseitigen CNAM-Dienst. Das Heimatregister des Anrufers (HLR/HSS) schlägt den Namen zu einer MSISDN in einer internen Datenbank nach und sendet ihn als Teil der MAP-Signalisierung mit. Das Mobile Switching Center des Angerufenen reicht die Information an das Mobiltelefon weiter. Viele Smartphones ignorieren den übermittelten Namen und zeigen stattdessen den lokalen Adressbucheintrag an, sofern vorhanden.
  • SIP (VoIP): In SIP-basierten Netzen ist der Name im „From“-Header direkt enthalten, etwa als `"Max Mustermann" <sip:+4930123456@example.com>`. Der angerufene SIP-Client extrahiert den Display-Namen und zeigt ihn an. Zusätzlich kann der „P-Asserted-Identity“-Header einen netzverifizierten Namen enthalten. Server können zudem externe CNAM-Datenbanken per ENUM oder LDAP abfragen und den Namen in den INVITE-Header einfügen, bevor er zum Endgerät weitergeleitet wird.

Abgrenzung zu CLIP und CNAM

CNIP wird häufig mit CLIP und dem Begriff CNAM in Verbindung gebracht, unterscheidet sich aber in Details.

  • CLIP (Calling Line Identification Presentation): Überträgt und zeigt ausschließlich die Rufnummer des Anrufers. CNIP ergänzt oder ersetzt diese Nummer durch einen Namen.
  • CNAM (Calling Name): Ist die nordamerikanische Bezeichnung für den netzbasierten Dienst, der einer Telefonnummer einen registrierten Namen zuordnet. CNIP ist das europäische Pendant und das Endgerätemerkmal zur Anzeige dieser Information.
  • Lokaler Adressbuchabgleich: Viele Endgeräte ignorieren das übermittelte CNIP, sobald ein lokaler Kontakt mit derselben Nummer existiert, und zeigen den lokal gespeicherten Namen an. CNIP ist also nur dann sichtbar, wenn kein eigener Eintrag vorliegt.

Konfiguration und Aktivierung

CNIP ist in den meisten Anschlüssen standardmäßig aktiv, sofern der Netzbetreiber den Dienst unterstützt. Eine explizite Aktivierung durch den Nutzer ist selten erforderlich. In SIP-Umgebungen kann der Administrator im Application Server definieren, ob und wie CNAM-Abfragen durchgeführt werden. Der rufende SIP-Client kann den anzuzeigenden Namen in seinen Kontoeinstellungen hinterlegen; dieser wird dann im „From“-Header transportiert. In Mobilfunknetzen ist die Zuordnung von Name zu Nummer oft mit einem kostenpflichtigen Eintrag im Telefonverzeichnis des Providers verbunden. Die Deaktivierung der Namensanzeige erfolgt, wenn überhaupt, über das Endgerätemenü oder durch Ausschalten von CLIP, da die Namensübertragung an die Nummernübertragung gekoppelt ist.

Praktischer Nutzen und Anwendungsszenarien

CNIP erhöht die Benutzerfreundlichkeit und die Sicherheit. Anrufe werden persönlicher wahrgenommen, weil statt einer abstrakten Nummer der bekannte Name auf dem Display erscheint. Im Geschäftsumfeld erkennen Mitarbeiter Kunden und Partner sofort und können sich mit Namen melden. In Contact Centern wird der übermittelte Name in das CRM-System übernommen, um die Kundenhistorie vor Gesprächsbeginn bereitzustellen. Auch im Privaten erleichtert CNIP die Identifikation, etwa wenn ein neuer Kontakt anruft, der noch nicht im Adressbuch steht. Die Kombination aus Name und Nummer schützt zudem vor Spoofing und unerwünschten Anrufen, da ein fehlender oder falscher Name Verdacht erregen kann.

Grenzen und Fehlerquellen

CNIP ist stark von der Netzkonfiguration und der Datenqualität abhängig. Rufe aus fremden Netzen oder dem Ausland enthalten häufig keinen Namen, selbst wenn die Nummer übermittelt wird. In nordamerikanischen CNAM-Systemen kann die Aktualisierung eines Namenseintrags mehrere Tage dauern, sodass Namenswechsel oder frisch portierte Nummern falsch oder gar nicht angezeigt werden. Die Länge des übermittelten Namens ist technisch begrenzt, meist auf 15 Zeichen, was bei langen Firmennamen zu abgeschnittenen Texten führt. Anrufer mit unterdrückter Rufnummer (CLIR) übermitteln grundsätzlich keinen Namen. Einige Endgeräte priorisieren strikt den lokalen Adressbucheintrag und blenden den übermittelten Namen komplett aus, was den Mehrwert von CNIP schmälert. In SIP-Umgebungen kann ein Client den „From“-Header beliebig setzen; ohne netzseitige Verifikation über den „P-Asserted-Identity“-Header sind gefälschte Namen möglich und werden von Servern nicht immer gefiltert.

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