CER – Cooling Efficiency Ratio

Abkürzung: CER

Die Cooling Efficiency Ratio (CER) misst, wie effizient die Kühlung eines Rechenzentrums arbeitet: Wie viele Kilowattstunden Wärme schafft sie mit einer Kilowattstunde Energie aus dem Gebäude?

Berechnung

CER = Q_abgeführt / E_Kühlung

GrößeBedeutung
Q_abgeführtgesamte aus dem Rechenzentrum abgeführte Wärme, in kWh pro Jahr
E_KühlungEnergieverbrauch aller Kühlsysteme, in kWh pro Jahr

Beide Werte müssen denselben Zeitraum abdecken, in der Regel ein Kalenderjahr. Die Kennzahl gilt für das Kühlsystem des ganzen Rechenzentrums, nicht für einzelne Klimageräte oder Chiller.

Beispiel

Das Rechenzentrum „RZ 9“ des Bayerischen Landesamts für Steuern in Nürnberg führte 2025 3.581.533 kWh Wärme ab und brauchte dafür 1.239.247 kWh Strom für die Kühlung:

3.581.533 / 1.239.247 = 2,89

Jede Kilowattstunde Kühlstrom hat also knapp 2,9 Kilowattstunden Wärme abgeführt.

Einordnung

Im deutschen Rechenzentrumsregister lag der Median im Oktober 2026 bei 4,6, die mittlere Hälfte der Meldungen zwischen 2,8 und 8,0. Einzelne Einträge reichen in die Millionen — offensichtliche Erfassungsfehler.

Die CER steigt, je mehr Stunden die Kühlung ohne Kältemaschine auskommt. Freie Kühlung und hohe Wassertemperaturen bei der Direct-to-Chip-Kühlung treiben den Wert nach oben, eine ganzjährig laufende Kompressionskälte drückt ihn.

Abgrenzung

Power Usage Effectiveness. Setzt den Gesamtverbrauch ins Verhältnis zum IT-Verbrauch und enthält damit die Kühlung, aber auch Verluste in USV und Stromverteilung. Die CER isoliert die Kühlung.

EER. Die Kälteleistungszahl (Energy Efficiency Ratio) beschreibt das Verhältnis von Kälteleistung zu Antriebsleistung einer einzelnen Kältemaschine, meist bei festgelegten Bedingungen. Die CER ist ein Jahreswert für die gesamte Kühlung inklusive Pumpen, Ventilatoren und Rückkühlung.

Normen

  • DIN EN 50600-4-7 – Cooling Efficiency Ratio
  • ISO/IEC 30134-7 – Cooling efficiency ratio (CER)

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