DAU – Dümmster anzunehmender User
Abkürzung: DAU
DAU steht für „dümmster anzunehmender User" und bezeichnet im IT-Jargon einen Anwender, der durch Unkenntnis oder Unachtsamkeit Probleme verursacht, die aus Sicht der Technik vermeidbar wären.
Die Bildung ist eine Anspielung auf den GAU, den größten anzunehmenden Unfall aus der Kerntechnik. Wie dort beschreibt die Formel einen Extremfall, auf den man vorbereitet sein muss — übertragen auf den Benutzer, dessen Verhalten eine Software aushalten können sollte.
Herkunft und Verbreitung
Der Ausdruck entstand in den frühen 1990er Jahren im deutschsprachigen Usenet und in Computerzeitschriften. Die Variante Dau-Jones-Index — ein Wortspiel auf den Dow-Jones-Index — bezeichnete scherzhaft eine gedachte Rangliste besonders aufsehenerregender Vorfälle.
Im Englischen entsprechen ihm Abkürzungen wie PEBKAC („Problem Exists Between Keyboard And Chair") und ID10T, das als vermeintlicher Fehlercode gelesen „IDIOT" ergibt. Verbreitet ist auch das Layer-8-Problem: Das OSI-Modell endet bei Schicht 7, Schicht 8 wäre demnach der Mensch davor.
Die andere Lesart
Der Begriff wird meist abwertend gebraucht, hat aber eine zweite Seite, die in der Softwareentwicklung ernst genommen wird.
Wenn viele Anwender denselben Fehler machen, liegt das selten an den Anwendern. Eine Schaltfläche, die zum Löschen verleitet, ein Dialog, dessen Verneinung zustimmt, eine Fehlermeldung ohne Hinweis auf die Ursache — das sind Entwurfsfehler, keine Benutzerfehler. Der „dümmste anzunehmende User" ist in dieser Lesart kein Vorwurf, sondern eine Anforderung: Die Bedienung muss auch dann tragen, wenn niemand die Anleitung gelesen hat.
Entsprechend gilt der Ausdruck in professionellen Support-Organisationen heute als unangebracht. Wer ihn über Kunden verwendet, beschreibt damit in der Regel die eigene Dokumentation.