Extensible Authentication Protocol

Abkürzung: EAP

Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse beginnen. Die Frage „ist EAP sicher" lässt sich nicht beantworten — sicher oder unsicher ist das Verfahren, das darin läuft.

Entworfen wurde EAP ursprünglich für Einwahlverbindungen, um das Protokoll von der Prüfmethode zu entkoppeln. Ein neues Verfahren sollte eingeführt werden können, ohne den Transport anzufassen. Dieser Gedanke hat sich bewährt und trägt heute die Anmeldung in Unternehmens-WLANs.

Der Nachrichtenwechsel

EAP kennt nur vier Nachrichtentypen: Request vom Prüfenden, Response vom Gerät, dann Success oder Failure.

Ein Durchlauf beginnt mit der Frage nach der Identität und geht danach in das ausgehandelte Verfahren über — bei zertifikatsbasierten Methoden über ein gutes Dutzend Runden, weil ein ganzer TLS-Handshake durch diese kleinen Nachrichten geschleust wird.

Wo EAP läuft

EAP hat keinen eigenen Transport, sondern wird eingebettet:

TrägerprotokollZusammenhang
EAPOLEAP über das lokale Netz, bei 802.1X zwischen Gerät und Switch
RADIUSals Attribut EAP-Message zwischen Switch und Server
PPPdie ursprüngliche Heimat
IKEv2zur Teilnehmerauthentifizierung im VPN-Aufbau

Bemerkenswert daran: Der Switch in der Mitte reicht die Nachrichten durch, ohne das Verfahren zu kennen. Wer EAP-TLS einführen will, muss den Switch nicht anfassen — nur Gerät und Server.

Die wichtigsten Verfahren

VerfahrenNachweis des GerätsServerzertifikat
EAP-TLSZertifikatja
PEAPKennwort im Tunnelja
EAP-TTLSKennwort oder anderes im Tunnelja
EAP-PWDKennwort, ohne Zertifikatenein
EAP-SIM, EAP-AKASIM-Kartenein
EAP-MD5Kennwort, ungeschütztnein

EAP-TLS ist das stärkste Verfahren: Beide Seiten weisen sich mit Zertifikaten aus, es gibt kein Kennwort, das abgefangen werden könnte. Der Preis ist eine Zertifikatsverwaltung für jedes Endgerät — dasselbe Betriebsproblem wie bei mTLS.

EAP-MD5 sollte nirgends mehr vorkommen. Es prüft nur das Gerät, nicht den Server, überträgt keinen Schlüssel für die weitere Sitzung und ist gegen Wörterbuchangriffe offen.

Der Tunnelgedanke

PEAP und EAP-TTLS lösen dasselbe Problem auf demselben Weg. Sie bauen zunächst einen TLS-Tunnel zum Server auf, bei dem sich nur der Server ausweist — und führen die eigentliche Prüfung des Nutzers erst darin durch.

Das hat zwei Wirkungen. Das Kennwortverfahren im Inneren wird geschützt, auch wenn es für sich genommen schwach wäre. Und die Identität bleibt verborgen: Nach außen steht eine anonyme äußere Identität, der echte Benutzername liegt im Tunnel.

Wer in einer Client-Konfiguration zwei Felder für die Identität sieht, sieht genau diese Trennung.

Die eigentliche Schwachstelle

Sie liegt nicht im Verfahren, sondern in seiner Einrichtung: Prüft der Client das Serverzertifikat nicht, ist der Tunnel wertlos.

Ein Angreifer stellt dann einen eigenen Access Point mit demselben Netznamen auf, nimmt die Anmeldung entgegen und baut den Tunnel zu sich selbst. Der Client meldet sich bereitwillig an und übergibt die Zugangsdaten — bei PEAP mit MSCHAPv2 in einer Form, aus der sich das Kennwort offline zurückrechnen lässt.

Darum gehören zu jeder Einrichtung drei Angaben, und zwar vorgegeben statt vom Nutzer bestätigt: die Zertifizierungsstelle, der erwartete Servername und die Weigerung, bei Abweichung fortzufahren. Fragt ein Gerät beim ersten Verbinden, ob man dem Zertifikat vertrauen möchte, ist die Konfiguration unvollständig — genau an dieser Stelle klicken Nutzer alles weg.

EAP-TLS mit TLS 1.3

RFC 9190 passt EAP-TLS an TLS 1.3 an. Der Gewinn ist derselbe wie dort: weniger Umläufe, keine veralteten Verfahren, und die Identität des Clients wandert in den verschlüsselten Teil des Handshakes — bei EAP-TLS mit älteren Versionen ging das Clientzertifikat im Klartext über die Leitung.

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