Fusionsspleiß
Was ist ein Fusionsspleiß?
Ein Fusionsspleiß ist eine durch thermisches Verschmelzen hergestellte, unlösbare Verbindung zweier Glasfaserenden. Er stellt die hochwertigste und dämpfungsärmste Verbindungsart in der LWL-Technik dar und wird bei allen dauerhaften Installationen in Weitverkehrs-, Metro- und FTTH-Netzen angewendet.
Ablauf des Fusionsspleißens
Die zu verbindenden Faserenden werden mit einem Präzisionsschneider rechtwinklig gebrochen, um eine plane Endfläche zu erhalten. Anschließend entfernt das Spleißgerät die Schutzbeschichtung und reinigt die blanke Faser. Die Positionierung erfolgt bei modernen Geräten automatisch über Kern- oder Mantelbildanalyse, die die Fasern mit Submikrometer-Genauigkeit zueinander ausrichtet. Ein kurzer, kontrollierter Lichtbogen zwischen zwei Wolframelektroden erhitzt die Faserenden auf etwa 2000 Grad Celsius und verschmilzt sie. Nach der Abkühlung wird die Spleißstelle mit einem Schrumpfschlauch oder Crimpspleißschutz mechanisch gesichert.
Qualitätskriterien und Grenzwerte
Die Qualität eines Fusionsspleißes wird durch die Einfügedämpfung und die Homogenität der Spleißstelle bestimmt. Für Singlemode-Fasern gelten Werte unter 0,05 dB als ausgezeichnet, unter 0,1 dB als akzeptabel. Moderne Geräte schätzen die Dämpfung anhand der optischen Analyse der Spleißstelle und zeigen sie unmittelbar nach dem Spleißen an. Eine Verifikation per OTDR-Messung (Optical Time Domain Reflectometer) ist für kritische Verbindungen Standard.