KVM-Switch

Ein KVM-Switch verbindet eine Tastatur (Keyboard), einen Bildschirm (Video) und eine Maus (Mouse) mit mehreren Rechnern. Per Tastendruck, Tastenkombination oder Schalter wählt man, welcher Rechner gerade bedient wird. Statt drei Tastaturen und drei Bildschirmen auf dem Tisch braucht man nur je eins.

Der KVM-Switch stammt aus dem Serverraum, wo viele Server ohne eigenen Bildschirm in einem Rack stehen. Heute ist er auch am Arbeitsplatz verbreitet, etwa um einen Firmenlaptop und einen privaten Rechner am selben Bildschirm zu nutzen.

Bauformen

BauformAnschlüsseEinsatz
Desktop-KVM2 bis 4 Rechner, oft mit mehreren BildschirmenArbeitsplatz
Rack-KVM8 bis 32 Rechner, im Rack eingebautServerraum
KonsolenschubladeKVM-Switch mit ausziehbarem Bildschirm und Tastatur in einer HöheneinheitRack ohne eigenen Arbeitsplatz davor
KVM over IPZugriff über das Netz im BrowserFernwartung von Servern
KVM-Extenderkein Umschalter, sondern Verlängerung: Bedienplatz bis viele Meter oder Kilometer vom Rechner entferntLeitstellen, Studios, laute oder staubige Umgebungen

Kaskadieren

Größere Umgebungen schalten mehrere KVM-Switches hintereinander. Ein zentraler Switch steuert dann Dutzende bis Hunderte Rechner. Bei Rack-Systemen sitzt an jedem Server ein kleiner Adapter (Dongle), der Tastatur-, Video- und Mausanschlüsse auf ein Netzwerkkabel umsetzt.

Worauf es ankommt

Videoanschluss und Auflösung. Der Switch muss die Anschlüsse von Rechnern und Bildschirm unterstützen, etwa HDMI, DisplayPort oder USB-C, und die gewünschte Auflösung und Bildwiederholrate durchreichen. Ein Switch, der nur 4K bei 30 Hz kann, macht einen schnellen Bildschirm langsam.

Mehrere Bildschirme. Für zwei oder drei Bildschirme je Rechner braucht es einen Switch mit entsprechend vielen Videokanälen. Er schaltet alle Bildschirme gemeinsam um.

EDID-Emulation. Ein Rechner erkennt über das Videokabel, welcher Bildschirm angeschlossen ist. Schaltet der KVM-Switch weg, verliert der Rechner den Bildschirm und ordnet die Fenster neu an. Switches mit EDID-Emulation spielen dem Rechner einen dauerhaft angeschlossenen Bildschirm vor.

USB. Manche Switches emulieren Tastatur und Maus, damit der Rechner sie nach dem Umschalten nicht neu erkennen muss. Für andere USB-Geräte wie Kameras oder Headsets braucht es durchgereichte USB-Anschlüsse.

Umschalten. Per Taste am Gerät, Tastenkombination, Fernbedienung oder Software. Bei manchen Modellen wechselt die Maus beim Rand des Bildschirms zum nächsten Rechner.

KVM over IP

KVM over IP überträgt Bild, Tastatur und Maus über das Netz. Der Administrator sieht den Bildschirm des Servers im Browser — auch beim Start, im BIOS oder wenn das Betriebssystem hängt. Das gehört zum Out-of-Band-Management.

Moderne Server bringen diese Funktion selbst mit: Der Baseboard Management Controller auf der Hauptplatine stellt eine Fernkonsole bereit (siehe Intelligent Platform Management Interface). Ein externer KVM-over-IP-Switch ist deshalb vor allem für ältere Server, Geräte ohne eigenen Controller und gemischte Umgebungen nötig.

Wie jeder Fernzugang gehört KVM over IP in ein getrenntes Managementnetz und nicht ins Internet.

Abgrenzung

KVM als Hypervisor. Kernel-based Virtual Machine ist der in Linux eingebaute Hypervisor. Gleiche Abkürzung, andere Sache.

Konsolenserver. Gibt Zugriff auf die serielle Konsole von Netzwerkgeräten, nicht auf Bildschirm und Tastatur (siehe Out-of-Band-Management).

USB-Switch und Docking-Station. Schalten nur USB-Geräte um, ohne Bild. Eine Docking-Station verbindet einen Laptop mit Peripherie, schaltet aber nicht zwischen Rechnern.

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