plenken
Plenken bezeichnet das Setzen eines Leerzeichens vor einem Satzzeichen, wo im deutschen Schriftsatz keines hingehört.
Du plenkst ! ← geplenkt Du plenkst! ← richtig
Das Wort stammt aus dem deutschsprachigen Usenet und ist vom englischen blank abgeleitet. Es gehört zu einer kleinen Gruppe von Jargonbegriffen für Setzfehler, die dort entstanden sind.
Die Regel
Im Deutschen folgt ein Satzzeichen unmittelbar auf das vorangehende Wort. Das gilt für Punkt, Komma, Semikolon, Doppelpunkt, Frage- und Ausrufezeichen gleichermaßen. Nach dem Satzzeichen steht ein Leerzeichen.
Bei Klammern und Anführungszeichen gilt dasselbe Prinzip spiegelbildlich: innen kein Leerzeichen, außen eines.
Das Gegenstück
Das Weglassen des Leerzeichens nach einem Satzzeichen heißt im selben Jargon klempnern:
Erst dies,dann das. ← geklempnert Erst dies, dann das. ← richtig
Beide Begriffe werden gelegentlich verwechselt. Als Merkhilfe: Beim Plenken steht das Leerzeichen zu früh, beim Klempnern fehlt es.
Warum es stört
Der Einwand ist nicht nur ästhetisch. Ein Leerzeichen ist für die Textdarstellung eine Umbruchstelle. Steht es vor dem Satzzeichen, darf die Zeile dort umbrechen — und das Ausrufezeichen landet allein am Anfang der nächsten Zeile.
In Fließtext mit fester Zeilenbreite, wie er im Usenet und in E-Mails üblich war, geschah das regelmäßig. In heutigen Anwendungen mit automatischem Umbruch passiert es ebenso, nur fällt es seltener auf, weil die Fenstergröße variiert.
Im Französischen genau umgekehrt
Im französischen Schriftsatz steht vor Doppelpunkt, Semikolon, Frage- und Ausrufezeichen ein Leerzeichen — korrekterweise ein schmales geschütztes. Dasselbe gilt innerhalb der französischen Anführungszeichen « ».
Wer französische Texte setzt oder übersetzt, darf also nicht wegkorrigieren, was im Deutschen falsch wäre. Umgekehrt stammt mancher geplenkte deutsche Text schlicht aus einer Textverarbeitung, die auf französische Regeln eingestellt war.