Rechenzentren in Deutschland

366 Rechenzentren in Betrieb, 56 Projekte in Bau oder Planung und 42 Einträge mit unklarem Status in 16 Bundesländern, darunter Standorte von 47 Internetknoten.

Diese Übersicht führt die Rechenzentren in Deutschland nach Bundesländern. Was ein Rechenzentrum ausmacht und wodurch es sich vom Serverraum unterscheidet, steht im Artikel Rechenzentrum; hier geht es um die Standorte.

Die Karte zeigt die Anlagen in Betrieb. Projekte in Bau und Planung zählen dort nicht mit; sie stehen auf den Landesseiten, in Tabelle und Karte gekennzeichnet — ein angekündigtes Rechenzentrum ist kein Standort, und manches davon wird nie eines.

Baden-Württemberg: 36 in Betrieb Bayern: 62 in Betrieb Berlin: 12 in Betrieb Brandenburg: 5 in Betrieb Bremen: 8 in Betrieb Hamburg: 21 in Betrieb Hessen: 59 in Betrieb Mecklenburg-Vorpommern: 7 in Betrieb Niedersachsen: 22 in Betrieb Nordrhein-Westfalen: 82 in Betrieb Rheinland-Pfalz: 7 in Betrieb Saarland: 5 in Betrieb Sachsen: 16 in Betrieb Sachsen-Anhalt: 5 in Betrieb Schleswig-Holstein: 12 in Betrieb Thüringen: 7 in Betrieb
  • unter 10
  • 10 bis 24
  • 25 bis 49
  • ab 50

Auffällig ist die Ungleichverteilung. Am dichtesten ist das Rhein-Main-Gebiet, und der Grund dafür ist selbstverstärkend: Dort liegt mit dem DE-CIX einer der größten Internetknoten der Welt, und wer kurze Wege zu vielen Netzen braucht, baut dorthin, wo die anderen schon sind. Nordrhein-Westfalen hat insgesamt mehr Standorte, verteilt sie aber auf viele Städte, allen voran Düsseldorf; in Bayern sind es München und Nürnberg.

Die neuen Großprojekte brechen mit diesem Muster. Sie entstehen zunehmend abseits der Ballungsräume — in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, der Lausitz. Nicht aus Strukturpolitik, sondern weil ein Rechenzentrum heute nicht mehr am Grundstück scheitert, sondern am Netzanschluss. Wo mehrere hundert Megawatt verfügbar sind, wird gebaut.

Zum unklaren Status: Für einen Teil der Einträge ließ sich nicht belegen, ob die Anlage in Betrieb ist. Dahinter stecken Standorte aus älteren Quellen, Betreiber, die den Markt verlassen haben, und Adressen, an denen heute etwas anderes steht. Sie bleiben in der Liste, aber gekennzeichnet — das ist ehrlicher, als sie stillschweigend mitzuzählen oder stillschweigend zu entfernen.

Rechenzentren nach Bundesland

Bundesland In Betrieb Projekte Unklar Größtes gemeldetes Projekt
Baden-Württemberg 36 4 7 3,4 MW, Stuttgart (nexspace Rechenzentrum Sternhöhe, Meldung vom 08.04.2026)
Bayern 62 5 7 150 MW, Mainburg (Rechenzentrum Gewerbegebiet Mitterleite, Meldung vom 20.02.2025)
Berlin 12 3 3 57,6 MW, Berlin (VIRTUS Berlin Marienpark Campus, Meldung vom 06.06.2025)
Brandenburg 5 13 2 500 MW, Lichterfeld-Schacksdorf (Project Jupiter, Meldung vom 03.12.2025)
Bremen 8 0 1
Hamburg 21 1 2 12,8 MW, Hamburg (Portus HH4)
Hessen 59 20 16 276 MW, Frankfurt am Main (CloudHQ Campus Höchst (FRA03-05), Meldung vom 10.12.2025)
Mecklenburg-Vorpommern 7 1 0 240 MW, Dummerstorf (Schwarz Digits Dummerstorf, Meldung vom 27.08.2026)
Niedersachsen 22 3 0 200 MW, Schladen-Werla (GDD Green Datacenter Development Schladen-Werla, Meldung vom 15.04.2026)
Nordrhein-Westfalen 82 4 2 2 MW, Herne (YEXIO Herne, Meldung vom 20.05.2026)
Rheinland-Pfalz 7 1 0 54 MW, Mainz (Green Mountain FRA-Mainz, Meldung vom 01.09.2025)
Saarland 5 0 1
Sachsen 16 0 0
Sachsen-Anhalt 5 0 0
Schleswig-Holstein 12 1 1
Thüringen 7 0 0

Projekte sind Vorhaben im Bau, in Planung oder pausiert. Angegeben ist das größte mit bekannter Leistung; zu 38 der 56 Projekte ist eine gemeldet. Für Häuser in Betrieb ist die Leistung zu selten bekannt, um sie zu vergleichen.

Rechenzentren nach Stadt

Orte mit mindestens fünf Einträgen, gezählt über alle Status. Frankfurt am Main allein stellt 47 von 464 Einträgen. Hamburg, Berlin und Bremen sind Stadt und Land zugleich und stehen deshalb in beiden Listen — dort allerdings nach Status aufgeteilt.

Rechenzentren nach Betreiber

Betreiber mit mindestens fünf Einträgen. Insgesamt führt das Verzeichnis 285 Betreiber, 253 davon mit nur einem oder zwei Standorten — der Markt ist breiter verteilt, als das Bild von wenigen großen Anbietern nahelegt.

BetreiberStandorte
euNetworks Group17
Equinix, Inc.10
nLighten HQ BV10
NTT DATA's Global Data Centers division10
NorthC Deutschland GmbH9
Vantage Data Centers9
AtlasEdge8
Digital Realty5
noris network AG5
Penta C.V.5
TKRZ Stadtwerke GmbH5
WIIT AG5

Methodik

Die Standorte stammen aus PeeringDB, OpenStreetMap und Data Center Map, ergänzt um eigene Recherche auf Betreiberseiten. Projekte im Bau oder in Planung stützen sich auf Pressemeldungen; ihr Datum steht jeweils dabei.

Ein Eintrag ist ein Standort, kein Gebäude: Ein Campus mit mehreren Häusern erscheint einmal und auf der Karte als ein Punkt (38 Einträge umfassen mehrere Gebäude). In 32 Fällen wurden Quelleneinträge zusammengeführt, die denselben Standort mehrfach erfassten.

Die großen Cloud-Anbieter sind kaum vertreten. Sie veröffentlichen ihre eigenen Rechenzentren selten mit Adresse und führen sie meist nicht in PeeringDB; sichtbar werden sie hier vor allem über Bauprojekte, die in der Presse stehen.

Für 76 Standorte nennen die Länderseiten die Notstromaggregate (Netzersatzanlagen) aus dem Marktstammdatenregister: Leistung, Zahl der Aggregate und das Jahr des ältesten. Das ist nicht die Leistung des Rechenzentrums. Notstrom ist redundant ausgelegt und trägt die ganze Last samt Kühlung; wo beides bekannt ist, liegt er beim Zwei- bis Vierfachen der IT-Leistung.

Quellen

Karte: VG250, © GeoBasis-DE / BKG (2026), dl-de/by-2-0; Daten zusammengefasst, vereinfacht, eingefärbt.

Notstrom: Marktstammdatenregister, © Bundesnetzagentur, dl-de/by-2-0.