Routing
Routing beantwortet die Frage, über welchen Weg ein Paket sein Ziel erreicht. Ein Router trifft diese Entscheidung für jedes Paket einzeln, anhand einer Tabelle, die entweder von Hand gepflegt oder über Protokolle automatisch aufgebaut wird.
Bei den Protokollen unterscheidet man zwei Familien. Distanzvektorverfahren wie RIP oder IGRP kennen nur die Entfernung zu einem Ziel und die Richtung dorthin; sie sind einfach, konvergieren aber langsam. Link-State-Verfahren wie OSPF verteilen die Topologie im gesamten Bereich und berechnen daraus mit dem Dijkstra-Algorithmus den kürzesten Weg — aufwendiger, dafür schnell und schleifenfrei. OSPF gliedert große Netze in Areas mit besonderen Rollen an den Übergängen, was die Zahl der zu verarbeitenden Informationen begrenzt.
Die zweite Ordnung betrifft den Geltungsbereich. Innerhalb einer Organisation arbeiten Interior Gateway Protocols. Zwischen autonomen Systemen — also den unabhängig verwalteten Netzen des Internets — arbeitet BGP, und dort geht es nicht mehr um den kürzesten Weg, sondern um Geschäftsbeziehungen.
Diese Beziehungen bilden den dritten Bereich. Beim Peering tauschen zwei Netze ihren gegenseitigen Verkehr direkt aus, meist ohne Entgelt. Beim Transit kauft ein Netz die Erreichbarkeit des gesamten Internets ein. Wird ein Peering aufgekündigt, ändern sich Wege und Laufzeiten spürbar — De-Peering ist deshalb ein technisches Ereignis mit wirtschaftlicher Ursache.
MPLS schließlich verlagert die Entscheidung auf kurze Label und ermöglicht so Wege, die von der reinen Zieladresse abweichen.
- Area Border Router (ABR) Ein Area Border Router (ABR) verbindet eine OSPF-Area mit der Backbone-Area und ist ein spezieller Router im Routingprotokoll OSPF.
- Autonomes System (AS) Ein Autonomes System (AS) ist eine Gruppe von Routern unter gemeinsamer Verwaltung einer Institution. Die 16 Bit lange AS-Nummer wird von der IANA vergeben und von Routing-Protokollen wie BGP genutzt.
- Brouter Ein Brouter ist eine Netzwerkkomponente, deren Kunstwort aus Bridge und Router besteht. Er routet bekannte Protokolle auf Layer 3 und bridgt unbekannte Protokolle auf Layer 2, ist heute aber kaum noch anzutreffen.
- De-Peering De-Peering bezeichnet das Auflösen eines Peerings zwischen Internetdienstanbietern (ISPs), das beidseitig oder einseitig als Druckmittel erfolgen kann.
- Distance Vector Multicast Routing Protocol (DVMRP) Das Distance Vector Multicast Routing Protocol (DVMRP) ist ein IGP-Routing-Protokoll für Multicast, das RIP-Features mit dem TRPB-Algorithmus kombiniert und über IGMP kommuniziert.
- Enhanced Interior Gateway Routing Protocol (EIGRP) Enhanced Interior Gateway Routing Protocol (EIGRP) ist ein von Cisco entwickeltes Routingprotokoll auf Basis des Diffusing Update Algorithm (DUAL).
- Gateway Ein Gateway verbindet Netzwerke und kann auf verschiedenen OSI-Layern agieren, als Router auf Layer 3 oder als Application Level Gateway beziehungsweise Proxy auf Layer 7.
- ICMP Router Discovery Protocol (IRDP) Das ICMP Router Discovery Protocol (IRDP) ermöglicht Clients die Router-Lokalisierung mittels Router Advertisements und Router Solicitation Messages als ICMP-Pakete, beschrieben in RFC 1256.
- Interior Gateway Routing Protocol (IGRP) Interior Gateway Routing Protocol (IGRP) ist ein von Cisco entwickeltes, modifiziertes Distance-Vector-Routingprotokoll.
- Label Edge Router (LER) Der Label Edge Router (LER) ist eine Komponente am Rand eines MPLS-Netzwerks mit voller Routingfunktionalität, die für das Ein- und Auskoppeln von Datenpaketen zuständig ist.
- Multicast OSPF (MOSPF) MOSPF (Multicast OSPF) ist ein Multicast-Routingprotokoll, das auf dem Protokoll OSPF basiert und im RFC 1584 beschrieben wird.
- Multiprotocol Label Switching (MPLS) Multiprotocol Label Switching (MPLS) ist eine Netzwerktechnologie für große Netzwerke, die Daten anhand von Labels weiterleitet.
- NetWare Link-Services Protocol (NLSP) NetWare Link-Services Protocol (NLSP) ist ein Link-State Routing Protokoll von Novell auf Basis des OSI-Protokolls IS-IS, das als Nachfolger von IPX-RIP und SAP entwickelt wurde und für große Netze besser skaliert.
- Not-So-Stubby Area (NSSA) Die Not-So-Stubby Area (NSSA) ist ein Area-Typ in OSPF, bei dem ein NSSA-ASBR Link-State Advertisements vom Typ 7 erzeugt.
- Peering Peering bezeichnet den Zusammenschluss von Internet-Providern zum Austausch von Datentransfer, geregelt in einem Peering-Agreement, und erfolgt an öffentlichen Peering-Points wie dem DE-CIX oder privat.
- Policy-Based Routing Policy-Based Routing (regelbasiertes Routing) trifft Routingentscheidungen nicht nur anhand gelernten Routen, sondern bezieht zusätzliche Kriterien wie IP-Adressen, Protokolle, Portnummern, Packetgröße und TOS-Werte ein.
- Ships in the Night (SIN) Ships in the Night (SIN) bezeichnet im Routing die isolierte Nutzung unabhängiger Routingprotokolle für verschiedene Layer-3-Protokolle wie IP, IPX oder OSI, die wie Schiffe in der Nacht nichts voneinander sehen.
- Transit Transit bezeichnet den kostenpflichtigen Traffic zwischen Internetdienstanbietern (ISPs), wobei kleinere Provider in der Regel kostenpflichtigen Transit von größeren Providern einkaufen.
- Unicast Reverse Path Forwarding (uRPF) Unicast Reverse Path Forwarding (uRPF) ist eine Technik zur Erkennung gefälschter Absenderadressen in IP-Paketen, die die Auswirkungen von DDoS-Attacken mit gespooften Absendern vermindert.