Routing

Routing beantwortet die Frage, über welchen Weg ein Paket sein Ziel erreicht. Ein Router trifft diese Entscheidung für jedes Paket einzeln, anhand einer Tabelle, die entweder von Hand gepflegt oder über Protokolle automatisch aufgebaut wird.

Bei den Protokollen unterscheidet man zwei Familien. Distanzvektorverfahren wie RIP oder IGRP kennen nur die Entfernung zu einem Ziel und die Richtung dorthin; sie sind einfach, konvergieren aber langsam. Link-State-Verfahren wie OSPF verteilen die Topologie im gesamten Bereich und berechnen daraus mit dem Dijkstra-Algorithmus den kürzesten Weg — aufwendiger, dafür schnell und schleifenfrei. OSPF gliedert große Netze in Areas mit besonderen Rollen an den Übergängen, was die Zahl der zu verarbeitenden Informationen begrenzt.

Die zweite Ordnung betrifft den Geltungsbereich. Innerhalb einer Organisation arbeiten Interior Gateway Protocols. Zwischen autonomen Systemen — also den unabhängig verwalteten Netzen des Internets — arbeitet BGP, und dort geht es nicht mehr um den kürzesten Weg, sondern um Geschäftsbeziehungen.

Diese Beziehungen bilden den dritten Bereich. Beim Peering tauschen zwei Netze ihren gegenseitigen Verkehr direkt aus, meist ohne Entgelt. Beim Transit kauft ein Netz die Erreichbarkeit des gesamten Internets ein. Wird ein Peering aufgekündigt, ändern sich Wege und Laufzeiten spürbar — De-Peering ist deshalb ein technisches Ereignis mit wirtschaftlicher Ursache.

MPLS schließlich verlagert die Entscheidung auf kurze Label und ermöglicht so Wege, die von der reinen Zieladresse abweichen.