Breitbandatlas
Der Breitbandatlas ist die öffentlich zugängliche Kartendarstellung der Festnetzversorgung. Er zeigt, welche Datenraten mit welcher Technologie an einem Ort verfügbar sind, und ist Teil des Gigabit-Grundbuchs.
Herausgeber ist die zentrale Informationsstelle des Bundes; die Daten stammen aus den Meldungen, zu denen Netzbetreiber nach dem Telekommunikationsgesetz verpflichtet sind.
Was dargestellt wird
Die Darstellung erfolgt auf einem Raster von 100 mal 100 Metern. Für jede besiedelte Zelle wird ausgewiesen, welcher Anteil der Haushalte eine bestimmte Datenrate erreichen kann, aufgeschlüsselt nach Technologie.
Übliche Schwellenwerte sind 30, 50, 100, 200 und 1000 Mbit/s. Die Technologien werden getrennt geführt — leitungsgebundene Kupferanschlüsse, Kabelnetz und Glasfaser —, wobei Glasfaser bis ins Gebäude und bis in die Wohnung meist zu einer Kategorie zusammengefasst wird.
Neben der Karte stehen die Daten zum Herunterladen bereit, was eigene Auswertungen ermöglicht.
Was „verfügbar" bedeutet
Der wichtigste Punkt beim Lesen der Daten: Ausgewiesen wird die vermarktbare Verfügbarkeit nach Angabe der Betreiber, nicht eine gemessene Datenrate.
Eine Zelle gilt als versorgt, wenn dort ein Anschluss mit der entsprechenden Datenrate bestellbar wäre. Ob tatsächlich jemand einen solchen Vertrag hat, ob die Datenrate im Betrieb erreicht wird und ob der Anschluss zu Spitzenzeiten einbricht, geht daraus nicht hervor.
Besonders relevant ist das bei Anschlüssen über das Kabelnetz, deren Kapazität sich mehrere Haushalte teilen, und bei Kupferanschlüssen, deren Datenrate von der individuellen Leitungslänge abhängt.
Der Breitbandatlas beschreibt damit das Angebot, nicht die Erfahrung.
Flächen- und Haushaltsbezug
Versorgungsangaben lassen sich auf zwei Weisen bilden, die zu deutlich verschiedenen Ergebnissen führen.
Haushaltsbezogen wird gezählt, welcher Anteil der Haushalte versorgt ist. Diese Sicht ist die übliche in der amtlichen Darstellung.
Flächenbezogen wird gezählt, welcher Anteil der Fläche versorgt ist. Da die Versorgung in Siedlungskernen dichter ist als in der Fläche, fallen diese Werte niedriger aus.
Beide Angaben sind richtig und beantworten unterschiedliche Fragen. Wer Zahlen aus verschiedenen Quellen vergleicht, sollte zuerst prüfen, welcher Bezug zugrunde liegt — eine erhebliche Abweichung erklärt sich häufig allein daraus.
Datenlücken
Nicht für jede Rasterzelle liegen Angaben vor. Betreiber melden nicht lückenlos, und in dünn besiedelten Bereichen fehlen Daten häufiger.
Auswertungen sollten deshalb angeben, wie viele der besiedelten Zellen eines Gebiets überhaupt Daten enthalten. Ein Versorgungswert von 95 Prozent bei 60 Prozent Datenabdeckung hat eine andere Aussagekraft als derselbe Wert bei vollständiger Abdeckung.
Mobilfunk
Die Versorgung im Mobilfunk wird nicht im Breitbandatlas, sondern in einer eigenen Darstellung geführt. Sie weist die Abdeckung nach Technologie und nach Zahl der versorgenden Netzbetreiber aus.
Die Unterscheidung nach Betreiberzahl ist dabei wesentlich: Eine Fläche, die nur ein Netz abdeckt, ist für Kunden der übrigen unversorgt. Angaben zur Mobilfunkversorgung ohne diese Aufschlüsselung überzeichnen die tatsächliche Erreichbarkeit erheblich.
Datenstand
Die Daten werden regelmäßig aktualisiert, jeweils zu einem Stichtag. Bei der Weiterverwendung sollte dieser Stichtag mitgeführt werden — schon deshalb, weil Angaben zum künftigen Ausbau naturgemäß nur für den Zeitraum gelten, auf den sie sich beziehen.