Fiber to the Building

Abkürzung: FTTB

FTTB bezeichnet eine Ausbauform, bei der die Glasfaser bis in das Gebäude geführt wird — üblicherweise bis in den Keller oder den Hausanschlussraum. Die Verteilung zu den einzelnen Wohnungen erfolgt über die bereits vorhandene Inhausverkabelung (Kupferdoppeladern).

Gegenüber FTTC verkürzt sich die Kupferstrecke von mehreren hundert Metern auf wenige Dutzend. Gegenüber FTTH bleibt der Unterschied, dass in der Wohnung selbst keine Glasfaser ankommt.

Wo der Unterschied liegt

Die Grenze zwischen FTTB und FTTH verläuft am Hausübergabepunkt. Bis dorthin ist die Ausführung identisch: Glasfaser vom Verteilpunkt bis ins Gebäude.

Was dahinter liegt, entscheidet über die Bezeichnung. Wird die Glasfaser bis in jede Wohnung weitergeführt, handelt es sich um FTTH. Endet sie im Keller und übernimmt vorhandene Verkabelung den Rest, ist es FTTB.

Diese Grenze ist zugleich eine Eigentumsgrenze. Alles ab dem Hausübergabepunkt gehört zur Gebäudeinstallation und damit dem Eigentümer, nicht dem Netzbetreiber. Genau daraus ergibt sich, warum FTTB überhaupt existiert: Der Betreiber kann bis zum Gebäude bauen, ohne die Zustimmung für Arbeiten in jeder einzelnen Wohnung zu benötigen.

Übertragung im Gebäude

Für die letzten Meter kommen mehrere Verfahren in Betracht.

Über vorhandene Telefonleitungen wird meist G.fast eingesetzt — ein Verfahren, das auf sehr kurzen Kupferstrecken Datenraten im Bereich mehrerer hundert Mbit/s erreicht, indem es einen deutlich breiteren Frequenzbereich nutzt als VDSL2. Der Preis ist die extreme Längenabhängigkeit: Was auf fünfzig Metern funktioniert, bricht auf zweihundert zusammen.

Wo Koaxialverkabelung vorhanden ist, kann diese für die Verteilung genutzt werden. Auch Ethernet-Verkabelung im Gebäude kommt in Betracht, ist im Bestand aber selten.

Typische Anwendung

FTTB findet sich vor allem in Mehrfamilienhäusern und in geschlossenen Wohnanlagen. Je mehr Wohneinheiten an einem Hausanschluss hängen, desto stärker fällt die Ersparnis ins Gewicht, wenn die Steigleitungen unangetastet bleiben.

In Neubauten spielt die Bauform kaum eine Rolle: Dort wird die Glasfaser gleich bis in die Wohnungen gelegt, weil der Mehraufwand während der Errichtung gering ist.

FTTH/B in Statistiken

In der amtlichen Breitbanderfassung werden FTTH und FTTB regelmäßig zu einer gemeinsamen Kategorie zusammengefasst und als FTTH/B ausgewiesen.

Der Grund ist die Perspektive der Erhebung: Für die verfügbare Datenrate am Anschluss macht es meist keinen wesentlichen Unterschied, ob die letzten dreißig Meter aus Glasfaser oder aus Kupfer bestehen — im Gegensatz zu den mehreren hundert Metern bei FTTC.

Für die Bewertung eines Gebäudes ist die Unterscheidung dennoch relevant, weil sie bestimmt, ob für eine spätere Erhöhung der Datenrate Arbeiten innerhalb des Gebäudes nötig werden.

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