Fibre To The Home

Abkürzung: FTTH

FTTH bezeichnet den vollständigen Glasfaseranschluss: Die Faser wird vom Netz des Betreibers durchgehend bis in die Wohn- oder Geschäftseinheit geführt. Erst dort wandelt ein Endgerät das optische Signal in eine elektrische Schnittstelle um.

Damit entfällt die längenabhängige Dämpfung, die alle kupferbasierten Verfahren begrenzt. Ein FTTH-Anschluss liefert dieselbe Datenrate, ob er hundert Meter oder mehrere Kilometer von der Vermittlungsstelle entfernt liegt.

Komponenten eines Anschlusses

Ein Hausanschluss besteht aus einer festen Abfolge von Bauteilen, deren Bezeichnungen in Angeboten und Terminvereinbarungen regelmäßig auftauchen:

Hausübergabepunkt. Die Stelle im Gebäude, an der die Zuführung ankommt und in die Gebäudeinstallation übergeht. Hier endet die Verantwortung des Netzbetreibers.

Glasfaser-Teilnehmeranschluss. Die Anschlussdose in der Wohnung, an der die Faser endet — das Gegenstück zur früheren Telefondose.

Optisches Netzabschlussgerät. Das aktive Gerät, das die Faser terminiert und eine Ethernet-Schnittstelle bereitstellt. Es gehört meist dem Betreiber und ist die Grenze, hinter der der eigene Router angeschlossen wird.

Aus dieser Kette ergibt sich, warum ein Glasfaserausbau in der Regel zwei Termine erfordert: einen für die Zuführung bis ins Gebäude und einen für die Installation in der Wohnung.

Punkt-zu-Mehrpunkt und Punkt-zu-Punkt

Für die Anbindung existieren zwei Architekturen.

Bei einem passiven optischen Netz teilen sich mehrere Anschlüsse eine Faser vom Betreiberstandort aus. Ein rein optischer Verteiler ohne Stromversorgung spaltet das Signal auf, üblicherweise auf 32 Teilnehmer. Die verfügbare Kapazität wird zwischen diesen aufgeteilt.

Bei einer Punkt-zu-Punkt-Anbindung führt für jeden Anschluss eine eigene Faser bis zum Betreiberstandort. Das ist aufwendiger in Faser und Technikfläche, bietet aber die volle Kapazität je Anschluss und erlaubt es, einzelne Fasern an andere Betreiber zu vermieten.

In Deutschland überwiegt die passive Variante bei Anschlüssen für Privatkunden; Punkt-zu-Punkt findet sich bei Geschäftskunden und in einigen kommunalen Netzen.

Abgrenzung zu FTTB und FTTC

Der Unterschied liegt allein darin, wie weit die Faser reicht:

Faser endetRest der Strecke
FTTCam Kabelverzweiger200–800 m Kupfer
FTTBim GebäudeInhausverkabelung
FTTHin der Wohnungkeiner

In der amtlichen Breitbanderfassung werden FTTH und FTTB gemeinsam als FTTH/B ausgewiesen, da sich beide in der erreichbaren Datenrate kaum unterscheiden.

Vorteile jenseits der Datenrate

Neben der Bandbreite spricht für Glasfaser, dass sie unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen ist — bei Kupferanschlüssen eine erhebliche Fehlerquelle, besonders in dicht belegten Kabelbündeln.

Hinzu kommen geringere Latenz, symmetrische Datenraten in beide Richtungen und eine deutlich längere technische Nutzungsdauer der verlegten Faser. Eine einmal verlegte Glasfaser lässt sich durch Austausch der Endgeräte auf höhere Datenraten bringen, ohne den Tiefbau zu wiederholen.

Ausbaustand

Der Anteil der Anschlüsse mit FTTH oder FTTB liegt in Deutschland deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Ursache ist die frühe und flächendeckende Aufrüstung des Kupfernetzes auf FTTC, die den wirtschaftlichen Anreiz für einen vollständigen Ausbau lange gedämpft hat.

Regional bestehen erhebliche Unterschiede: In manchen Gebieten liegt der Anteil im niedrigen einstelligen Bereich, in anderen — häufig dort, wo kommunale Netze oder geförderte Projekte gebaut haben — nahe der Vollversorgung.

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