Gf-TA – Glasfaser-Teilnehmeranschluss
Abkürzung: Gf-TA
Die Gf-TA ist die Glasfaserdose in der Wohnung oder dem eigenen Haus. Sie ist der Punkt, an dem das Netz des Betreibers endet und das eigene Gerät angeschlossen wird.
Definition
Der Glasfaser-Teilnehmeranschluss ist der Abschluss der Glasfaser in der Wohnung oder im Büro des Teilnehmers. Er besteht aus einem Gehäuse mit einer oder mehreren Kupplungen, in die ein Patchkabel gesteckt wird. Von dort geht es zum ONT oder zu einem Router mit eingebautem PON-Port.
Die Gf-TA ist passiv. Sie enthält keine Elektronik und braucht keinen Strom. Ihre Aufgabe besteht darin, die fest verlegte Faser sauber zu terminieren und eine steckbare Schnittstelle bereitzustellen.
Rechtlich ist die Gf-TA der Netzabschlusspunkt. Die Bundesnetzagentur hat mit ihrer Entscheidung vom 22. Januar 2025 bestätigt, dass der Zugang in passiven optischen Netzen nach § 73 Abs. 1 TKG an diesem passiven Punkt zu gewähren ist. Alles, was dahinter kommt, ist Endgerät und frei wählbar.
Der Weg der Faser ins Haus
Zwischen Straße und Dose liegen mehrere Punkte mit eigenen Bezeichnungen:
- Gf-AP, Glasfaser-Abschlusspunkt. Der Hausübergabepunkt. Hier endet das Kabel des Netzbetreibers im Gebäude, meist im Keller. Bei Einfamilienhäusern sitzt er oft als kleines Gehäuse an der Kellerwand.
- Gf-GV, Glasfaser-Gebäudeverteiler. In Mehrfamilienhäusern die Stelle, an der die Fasern auf die einzelnen Wohnungen aufgeteilt werden. Üblicherweise ein Panel mit steckbaren Kupplungen.
- Gf-TA, Glasfaser-Teilnehmeranschluss. Die Dose in der Wohnung.
Im Einfamilienhaus ohne Gebäudeverteiler führt ein Kabel direkt vom Gf-AP zur Gf-TA. Ob Gf-AP und Gf-TA zusammenfallen oder getrennt sind, hängt vom Netzbetreiber und von der Bauweise ab.
Das Kabel vom Straßenverteiler bis ins Haus wird häufig nicht als fertiges Kabel verlegt, sondern als Mikrorohr eingezogen und die Faser anschließend eingeblasen. Übliche Abmessungen dieser Rohre liegen bei 7 mm Außen- und 4 mm Innendurchmesser.
Steckverbinder am Anschluss
Welcher Stecker wo sitzt, ist die häufigste Frage vor dem Kauf eines Patchkabels. Sie hat zwei Teile: die Bauform und den Schliff.
Die Bauform ist überwiegend LC, am Hausübergabepunkt und in älteren Installationen auch SC. Der Schliff ist am Anschluss des Netzbetreibers durchgehend APC, weil Rückreflexionen in einem PON alle Teilnehmer am selben Port betreffen. Grüne und blaue Stecker dürfen nicht gemischt werden.
| Stelle | Übliche Ausführung |
|---|---|
| Gf-AP, Hausübergabepunkt | SC/APC, teils LC/APC |
| Gf-GV, Gebäudeverteiler | LC/APC |
| Gf-TA, Dose in der Wohnung | LC/APC, seltener SC/APC |
| ONT und Router mit PON-Port | LC/APC, meist Simplex |
| ONT-Stick im SFP-Format | LC, Schliff je nach Modul |
Daraus ergeben sich drei Punkte für die Praxis:
- Sitzt am Hausübergabepunkt SC und am Gerät LC, wird ein Kabel mit unterschiedlichen Steckern an beiden Enden gebraucht. Solche Kabel sind teurer und schlechter verfügbar als gleichartig konfektionierte.
- Beim ONT-Stick wird erst das Modul ausgewählt und dann das Kabel, weil der Schliff auf der Modulseite je nach Hersteller abweicht. Ein Kabel mit LC/APC zur Dose und LC/UPC zum Gerät ist als Hybridkabel erhältlich.
- Bei Duplexdosen bleibt häufig eine der beiden Kupplungen unbeschaltet. GPON arbeitet über eine einzige Faser, weil Downstream und Upstream auf verschiedenen Wellenlängen laufen.
Position und Planung
Die Lage der Gf-TA entscheidet darüber, wo der Router steht. Das lässt sich später nur mit Aufwand ändern, weil an der Faser nicht beliebig nachgearbeitet werden kann.
Praktische Punkte, die vor dem Installationstermin geklärt sein sollten:
- Raum. Der Router sollte dort stehen, wo er sinnvoll funkt und wo die Hausverkabelung zusammenläuft. Eine Dose im Keller bedeutet, dass das Funknetz von dort aus versorgt werden muss oder Access Points über LAN angebunden werden.
- Höhe. Eine Montage in etwa Steckdosenhöhe oder darüber ist üblich. Bodennah ist ungünstig, weil die Dose mechanisch gefährdet ist.
- Steckdose in der Nähe. ONT und Router brauchen Strom.
- Leerrohr. Wenn die Dose nicht dort sitzen soll, wo die Faser ins Haus kommt, muss ein Rohr in ausreichender Weite und mit ausreichendem Biegeradius vorhanden sein. Zugdraht einziehen lassen, bevor der Techniker kommt.
Wie weit der Netzbetreiber die Faser im Gebäude verlegt, ist Vertragssache. Häufig ist eine Strecke von einigen Metern ab Hausübergabepunkt enthalten, darüber hinaus wird abgerechnet oder der Eigentümer stellt die Verlegung selbst.
Verlängern und umsetzen
Soll der Router weiter weg stehen als die Dose, gibt es zwei Wege.
Der einfache ist, das ONT an der Dose zu belassen und ab dort mit Ethernet weiterzugehen. Ein Cat-Kabel ist unempfindlicher als eine Faser und lässt sich selbst verlegen.
Der zweite ist, ein Glasfaser-Patchkabel von der Dose zum Routerstandort zu ziehen. Das ist möglich, verlangt aber Sorgfalt. Der Mindestbiegeradius darf nicht unterschritten werden, und jede zusätzliche Steckverbindung kostet Einfügedämpfung. Vorkonfektionierte Kabel sind hier besser als Selbstkonfektionierung, weil die Endflächen im Werk poliert und geprüft sind.
An der fest verlegten Faser selbst sollte nicht gearbeitet werden. Spleißen und Konfektionieren verlangen Werkzeug und Messtechnik, und ein Fehler an dieser Stelle fällt oft erst nach Monaten auf.
Abgrenzung
Die TAE-Dose ist der Abschluss eines analogen oder DSL-Anschlusses über Kupfer. Sie hat mit der Gf-TA nur die Funktion als Anschlusspunkt gemeinsam.
Eine Netzwerkdose mit RJ45 gehört zur eigenen Gebäudeverkabelung hinter dem Router. Bei FTTB kann es vorkommen, dass in der Wohnung eine RJ45-Dose sitzt und die Glasfaser bereits im Keller endet. Das ist kein Gf-TA, sondern der Abschluss eines Gebäudenetzes.
Die POF-Dose ist der Wandanschluss eines Heimnetzes aus Polymerfaser. Sie liegt hinter dem Router und hat mit dem Anschluss des Netzbetreibers nichts zu tun.