CAIDA – Center for Applied Internet Data Analysis
Abkürzung: CAIDA
CAIDA ist ein Forschungszentrum an der University of California San Diego, das Topologie, Routing und Verkehr des Internets misst und auswertet.
CAIDA wurde 1997 am San Diego Supercomputer Center der University of California San Diego gegründet und wird aktuell von Kimberly C. Claffy "kc claffy" geleitet. Das Zentrum wird überwiegend aus öffentlichen Forschungsmitteln finanziert.
Ziel ist es, die Struktur des Internets messbar zu machen: welche Netze wie miteinander verbunden sind, wie sich das Routing entwickelt und welcher Verkehr unterwegs ist. Viele Datensätze stellt CAIDA der Forschung frei zur Verfügung, andere nach Antrag.
Bekannte Projekte
- AS Rank: eine Rangliste der autonomen Systeme nach der Größe ihres Customer Cone, dazu die abgeleiteten Beziehungen jedes Netzes zu seinen Nachbarn. AS Rank ist über eine Weboberfläche und eine öffentliche Programmierschnittstelle abfragbar.
- AS Relationships: Datensätze, die für jedes Paar benachbarter autonomer Systeme angeben, ob es sich um eine Kunden- oder eine Peering-Beziehung handelt. Grundlage sind die BGP-Daten öffentlicher Routensammler wie RouteViews und RIS.
- Archipelago (Ark): eine weltweit verteilte Messplattform, die fortlaufend Traceroute-Messungen durchführt und daraus Topologiedaten gewinnt.
- UCSD Network Telescope: ein großer, ungenutzter Adressbereich, auf dem trotzdem eintreffender Verkehr aufgezeichnet wird. Er zeigt Scans, Wurmausbreitung und Rückstreuung von DDoS-Angriffen mit gefälschten Absenderadressen.
Einordnung
CAIDA-Daten sind in der Netzforschung eine Standardquelle. Die Beziehungen zwischen Netzen werden dabei nicht von den Betreibern gemeldet, sondern aus beobachteten Routen abgeleitet. Peering an Internetknoten ist in diesen Daten nur teilweise sichtbar. Ein hoher Rang in AS Rank bedeutet deshalb große Bedeutung als Transitanbieter, nicht zwingend viel Verkehr.