JBOD – Just a Bunch Of Disks

Abkürzung: JBOD

JBOD bezeichnet mehrere Festplatten, die ohne RAID-Verbund betrieben werden. Der Begriff klingt abschätzig und ist es ursprünglich auch gewesen — als Gegenbegriff zum RAID, bei dem Platten nach einem Schema zusammenarbeiten. Heute ist JBOD eine bewusste Entscheidung mit eigenen Vorzügen.

Der Haken liegt darin, dass das Wort zwei verschiedene Dinge bezeichnet, und die Verwechslung kostet im Ernstfall Daten.

Die zwei Bedeutungen von JBOD

Einzelplatten. Jede Platte erscheint als eigenes Laufwerk. Es gibt keine Verkettung, keine Spiegelung, keine Parität. Fällt eine Platte aus, sind die Daten auf ihr verloren und die übrigen unberührt. Das ist der Normalfall in Festplattengehäusen und bei Speicherservern, deren Software die Verteilung selbst übernimmt.

Verkettung (Spanning, auch BIG oder Concatenation). Mehrere Platten werden zu einem großen Laufwerk hintereinandergehängt. Der Controller füllt die erste, dann die zweite, und so fort.

Diese zweite Variante ist die gefährliche, und der Grund gehört in jede Beratung: Fällt eine einzige Platte aus, ist der ganze Verbund hin — nicht nur ihr Anteil, weil das Dateisystem über alle Platten verteilt ist. Die Ausfallwahrscheinlichkeit summiert sich dabei: Vier Platten in Verkettung fallen rund viermal so häufig aus wie eine einzelne, und zwar mit Totalverlust. Ein RAID 0 hat dieselbe Eigenschaft bei höherer Geschwindigkeit; die Verkettung bietet nicht einmal die.

Welche Bedeutung ein Gerät meint, steht selten deutlich im Menü. Im Zweifel entscheidet die Probe: Erscheinen mehrere Laufwerke, sind es Einzelplatten; erscheint eines mit der Summe der Kapazitäten, ist es eine Verkettung.

Wofür JBOD sinnvoll ist

Platten verschiedener Größe. Ein RAID richtet sich nach der kleinsten Platte — in einem Verbund aus 4, 8 und 12 TB zählen je 4 TB. Bei JBOD steht jede Platte mit ihrer vollen Kapazität zur Verfügung. Das ist der häufigste und beste Grund.

Speichersysteme mit eigener Verwaltung. ZFS, Btrfs, Ceph und ähnliche Systeme wollen die Platten direkt sehen, weil sie Prüfsummen, Redundanz und Reparatur selbst übernehmen. Ein darunterliegender RAID-Controller verbirgt ihnen genau die Informationen, die sie brauchen. Deshalb gibt es an Controllern den HBA-Modus oder IT-Modus, in dem sie die Platten durchreichen, statt sie zu verwalten.

Archive mit getrennten Datenbeständen. Wenn jede Platte für sich einen abgeschlossenen Bestand trägt, begrenzt ein Ausfall den Schaden auf diesen einen.

Platten, die schlafen sollen. In einem RAID laufen bei jedem Zugriff alle Platten an; bei Einzelplatten nur die betroffene. Das spart Strom und Verschleiß in Systemen, die selten gelesen werden.

Keine dieser Begründungen ersetzt eine Sicherung. Das gilt für RAID ebenso, wird bei JBOD aber öfter übersehen, weil die Entscheidung bewusst gegen Redundanz fiel.

JBOD im Rechenzentrum

Dort bezeichnet JBOD zusätzlich eine Bauform: ein Gehäuse voller Platten ohne eigenen Controller, das über SAS an einen Server angebunden wird. Üblich sind Einschübe mit 12, 24, 60 oder mehr Schächten. Die Verwaltung übernimmt vollständig der Server.

Der Begriff dafür lautet auch Disk Shelf oder Erweiterungsgehäuse. Er ist das Gegenstück zum externen RAID-System, das die Verwaltung selbst mitbringt.

Abgrenzung

RAID 0 verteilt die Daten blockweise über alle Platten und gewinnt dadurch Geschwindigkeit. Wie die Verkettung verliert es bei einem Plattenausfall alles, nutzt aber nur die kleinste Kapazität je Platte.

RAID 1 spiegelt, RAID 5 und RAID 6 sichern über Parität. Alle drei überstehen den Ausfall mindestens einer Platte.

Spanning oder BIG sind andere Namen für die Verkettung — also für die zweite Bedeutung von JBOD.

Storage Pool bei ZFS oder Windows Speicherplätzen fasst Platten ebenfalls zusammen, legt aber Redundanz in die Software statt in den Controller.

HBA ist der Controller ohne RAID-Funktion, über den Platten als Einzellaufwerke angebunden werden.

Quellen

  • SNIA: Common RAID Disk Data Format Specification
  • SNIA Dictionary: Einträge zu JBOD, Concatenation und Disk Shelf

Weblinks

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