LIR – Local Internet Registry
Abkürzung: LIR
Eine Local Internet Registry erhält Adressblöcke von einer Regional Internet Registry und gibt daraus Adressen an ihre Kunden weiter.
Die LIR ist die unterste Ebene der Vergabekette, die in den öffentlichen Registern sichtbar ist. Fast jeder Adressblock, auf den man bei einer Abfrage stößt, stammt aus dem Bestand einer LIR.
Wer eine LIR ist
Im RIPE-Gebiet ist eine LIR ein Konto beim RIPE NCC, das an eine Mitgliedschaft gebunden ist. Typische LIRs sind Zugangsprovider, Hoster, Rechenzentrumsbetreiber, Wissenschaftsnetze und größere Unternehmen mit eigenem Netz. Der Begriff ist vor allem im RIPE- und APNIC-Gebiet gebräuchlich. Die übrigen RIRs sprechen meist schlicht von Mitgliedern oder Organisationen.
Aufgaben einer LIR
Die LIR erhält von der RIR einen Adressblock, die sogenannte Allokation. Daraus weist sie ihren Kunden kleinere Bereiche zu und trägt diese Zuweisungen in die Datenbank der RIR ein. Sie pflegt die zugehörigen Objekte, hält den Abuse-Kontakt aktuell und ist gegenüber der RIR dafür verantwortlich, dass ihre Adressen nach den geltenden Regeln genutzt werden.
Außerdem kann eine LIR als Sponsor auftreten. Endkunden, die providerunabhängige Adressen oder eine eigene AS-Nummer brauchen, beantragen diese im RIPE-Gebiet über eine LIR, auch wenn sie deren Netz gar nicht nutzen.
PA und PI
Die Unterscheidung zeigt sich im Statusfeld jedes Eintrags.
| Art | Bedeutung | Bei Providerwechsel |
|---|---|---|
| PA (provider aggregatable) | Adressen aus dem Block der LIR | Adressen bleiben bei der LIR, der Kunde muss umnummerieren |
| PI (provider independent) | Adressen gehören dem Endkunden | Adressen gehen mit |
PA-Adressen haben für das Internet einen Vorteil: Die LIR kann ihren ganzen Block als eine einzige Route ankündigen, statt viele kleine Bereiche einzeln. Das hält die globale Routingtabelle klein.
Im RIPE-Datenbankeintrag lauten die Werte typischerweise ALLOCATED PA für den Block der LIR, ASSIGNED PA für die Zuweisung an einen Kunden und ASSIGNED PI für providerunabhängige Adressen. Neue IPv4-PI-Adressen vergibt das RIPE NCC seit 2012 nicht mehr, IPv6-PI-Adressen weiterhin.
Was man im Eintrag sieht
Bei einer Abfrage stößt man oft auf zwei verschachtelte Einträge: den Block der LIR und darin die Zuweisung an einen Kunden. Bei Firmenkunden nennt der innere Eintrag das Unternehmen. Bei Privatanschlüssen fehlt er meist, dann ist nur die LIR zu sehen, also der Provider.