RIR – Regional Internet Registry

Abkürzung: RIR

Eine Regional Internet Registry vergibt IP-Adressen und AS-Nummern für eine Weltregion. Es gibt fünf RIRs weltweit: AFRINIC, APNIC, ARIN, LACNIC und RIPE NCC.

IP-Adressen und AS-Nummern müssen weltweit eindeutig sein. Damit das gelingt, werden sie über eine feste Hierarchie vergeben. Die Regional Internet Registries bilden darin die mittlere Ebene.

Die Vergabekette

An der Spitze steht die IANA. Sie verwaltet den gesamten Adressraum und gibt große Blöcke an die fünf RIRs ab. Diese teilen daraus Bereiche an Local Internet Registries zu, meist Provider und Netzbetreiber, die wiederum ihre Kunden versorgen.

In einigen Ländern liegt zwischen RIR und LIR noch eine National Internet Registry. Beispiele sind JPNIC in Japan, KRNIC in Korea, CNNIC in China und NIC.br in Brasilien. Abfragen zu Adressen aus diesen Ländern leitet der zuständige RIR an die nationale Registry weiter.

Die fünf RIRs

RIRRegionSitzSeit
AFRINICAfrikaEbène, Mauritius2005
APNICAsien und PazifikraumBrisbane1993
ARINUSA, Kanada, Teile der KaribikChantilly, Virginia1997
LACNICLateinamerika, Teile der KaribikMontevideo2002
RIPE NCCEuropa, Naher Osten, Teile ZentralasiensAmsterdam1992

Die Jahreszahlen nennen den Beginn der Registry-Tätigkeit bzw. die Anerkennung als RIR.

Aufgaben einer RIR

Jede RIR vergibt IPv4- und IPv6-Adressen sowie AS-Nummern in ihrer Region. Nach welchen Regeln das geschieht, legt nicht die RIR allein fest, sondern die Community der Region in einem offenen Verfahren. Jeder kann Vorschläge einbringen und mitdiskutieren.

Daneben betreibt jede RIR eine öffentliche Datenbank, die über whois und RDAP abfragbar ist. Sie delegiert die Reverse-DNS-Zonen für ihre Adressbereiche und betreibt einen Vertrauensanker für RPKI, mit dem sich Routing-Ankündigungen kryptografisch prüfen lassen.

Seit 2003 koordinieren sich die fünf RIRs in der Number Resource Organization (NRO). Regeln, die alle Regionen betreffen, etwa zur Vergabe von der IANA an die RIRs, werden in allen fünf Regionen gleichlautend beschlossen.

IPv4 ist verteilt

Im Februar 2011 hat die IANA die letzten freien IPv4-Blöcke an die RIRs ausgegeben. Seither ist der Vorrat in allen Regionen nacheinander erschöpft. Adressen wechseln heute überwiegend durch Übertragungen den Inhaber, und Registry-Einträge ändern sich deshalb häufiger als früher.

Abgrenzung

RIRs vergeben ausschließlich Nummern: IP-Adressen und AS-Nummern. Für Domainnamen sind andere Stellen zuständig, für .de etwa die DENIC.

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