RIPE – Réseaux IP Européens
Abkürzung: RIPE, RIPE NCC
RIPE ist die offene Community der europäischen IP-Netzbetreiber, das RIPE NCC die zugehörige Regional Internet Registry mit Sitz in Amsterdam.
Der Name ist französisch und bedeutet „europäische IP-Netze". Hinter dem Kürzel stehen zwei verschiedene Dinge, die im Alltag oft vermischt werden: die Community RIPE und die Organisation RIPE NCC.
RIPE: die Community
RIPE entstand 1989, das erste Treffen fand im Mai 1989 in Amsterdam statt. RIPE ist kein Verein und hat keine Mitglieder. Teilnehmen kann jeder, der sich für den Betrieb von IP-Netzen interessiert.
Die Community trifft sich zweimal im Jahr zu den RIPE Meetings und arbeitet dazwischen in Arbeitsgruppen, etwa zu Adressvergabe, Routing, DNS oder IPv6. Dort entstehen die Richtlinien, nach denen im RIPE-Gebiet IP-Adressen und AS-Nummern vergeben werden. Entschieden wird im Konsens, die Ergebnisse erscheinen als nummerierte RIPE-Dokumente.
RIPE NCC: die Registry
Das RIPE Network Coordination Centre wurde 1992 als Sekretariat der Community gegründet und ist heute eine der fünf Regional Internet Registries. Rechtlich ist es ein Verein nach niederländischem Recht. Seine Mitglieder sind im Wesentlichen die Local Internet Registries, also Provider, Netzbetreiber, Hoster und größere Unternehmen.
Zuständig ist das RIPE NCC für Europa, den Nahen Osten und Teile Zentralasiens. Sitz ist Amsterdam, eine zweite Niederlassung besteht in Dubai.
Die wichtigsten Aufgaben:
- Vergabe von IPv4- und IPv6-Adressen sowie AS-Nummern an die Mitglieder, nach den Richtlinien der Community
- Betrieb der RIPE Database
- Delegation der Reverse-DNS-Zonen für die vergebenen Adressbereiche
- Zertifizierungsstelle für RPKI in der Region
- Betrieb des Root-Nameservers K
- Messdienste wie RIPE Atlas, der Routing Information Service (RIS) und RIPEstat
Die RIPE Database
Die RIPE Database ist das öffentliche Register der Region. Sie verzeichnet, welcher Organisation ein Adressblock oder eine AS-Nummer zugeteilt ist, wer technisch zuständig ist und an wen Missbrauchsmeldungen gehen. Daneben enthält sie Routing-Objekte, in denen Netzbetreiber angeben, welches autonome System einen Adressbereich ankündigen soll.
Gepflegt werden die Einträge nicht vom RIPE NCC, sondern von den Inhabern selbst. Wer ein Objekt ändern darf, legt der zugehörige Maintainer fest. Abfragen sind über whois (whois.ripe.net), über RDAP (rdap.db.ripe.net) und über eine Weboberfläche möglich. Personenbezogene Angaben lassen sich nur in begrenzter Zahl pro Tag abrufen.
IPv4 im RIPE-Gebiet
Im November 2019 hat das RIPE NCC seine letzte reguläre IPv4-Zuteilung vergeben. Seither erhalten neue LIRs über eine Warteliste höchstens einen einzelnen /24-Block. Weitere IPv4-Adressen gibt es nur noch durch Übertragung von einem bisherigen Inhaber. IPv6-Adressen sind dagegen weiter ohne Einschränkung erhältlich.