MT/s – Megatransfers pro Sekunde (RAM-Geschwindigkeit)

Abkürzung: MT/s

MT/s (Megatransfers pro Sekunde) gibt an, wie viele Datenübertragungen eine Schnittstelle je Sekunde ausführt – unabhängig davon, wie viele Bits ein Transfer umfasst und mit welchem Takt die Schnittstelle läuft.

Warum nicht MHz

Der Takt in MHz zählt Schwingungen des Taktsignals. Wie viele Datenübertragungen daraus werden, hängt von der Schnittstelle ab. SDR-Speicher (SDRAM bis Ende der 1990er) überträgt einmal je Taktzyklus, hier sind MHz und MT/s identisch. DDR-Speicher überträgt an der steigenden und an der fallenden Flanke, also zweimal je Zyklus: DDR4-3200 läuft mit einem I/O-Takt von 1600 MHz und erreicht 3200 MT/s. Die verbreitete Schreibweise „3200 MHz“ ist deshalb falsch; sie stammt aus der Zeit, als Hersteller die verdoppelte Rate als „effektiven Takt“ bewarben.

Die Angabe DDR4-3200 oder DDR5-6400 nennt immer die Transferrate in MT/s. Bei Modulen wird zusätzlich die Bandbreite in MB/s angegeben (PC4-25600, PC5-51200); sie ergibt sich aus der Transferrate mal Busbreite.

Rechenweg

Bandbreite = Transfers je Sekunde × Bit je Transfer ÷ 8

Ein DDR-Modul ist 64 Bit breit, also 8 Byte je Transfer:

ModulI/O-TaktTransferrateBandbreite je Modul
DDR3-1600800 MHz1600 MT/s12.800 MB/s (PC3-12800)
DDR4-32001600 MHz3200 MT/s25.600 MB/s (PC4-25600)
DDR5-48002400 MHz4800 MT/s38.400 MB/s (PC5-38400)
DDR5-64003200 MHz6400 MT/s51.200 MB/s (PC5-51200)

Bei DDR5 bleiben es 64 Bit je Modul, verteilt auf zwei Subkanäle à 32 Bit. Dual Channel verdoppelt die Bandbreite des Systems, nicht die MT/s-Angabe des Moduls.

Der interne Speichertakt der DRAM-Chips liegt noch einmal darunter: Bei DDR4 arbeitet das Zellenfeld mit einem Viertel des I/O-Takts (Prefetch 8n), bei DDR5 mit einem Achtel (16n). DDR5-6400 heißt also 3200 MHz auf dem Bus, 6400 MT/s Datenrate und 400 MHz im Speicherkern.

GT/s bei seriellen Schnittstellen

Bei seriellen Verbindungen wie PCI Express wird die Rate je Lane in GT/s angegeben und die Nutzdatenrate muss zusätzlich um die Leitungskodierung bereinigt werden. PCIe 2.0 überträgt 5 GT/s je Lane mit 8b/10b-Kodierung: 8 Nutzbit je 10 Leitungsbit. Für einen x16-Steckplatz ergibt das 5 × 10⁹ × 16 × 8/10 ÷ 8 = 8 GB/s je Richtung. PCIe 3.0 und neuer verwenden 128b/130b, sodass fast die gesamte Transferrate als Nutzdaten ankommt.

Die Transferrate ist damit die Größe, die Schnittstellen vergleichbar macht: Sie zählt Schritte auf der Leitung, unabhängig von Busbreite, Lane-Zahl und Kodierung. Die Bandbreite in Byte je Sekunde folgt daraus erst mit diesen drei Faktoren.

Abgrenzung zur Baudrate

Die Baudrate zählt Symbole je Sekunde. Bei einem Bit je Symbol und einer Leitung sind Baud und T/s gleich. Sobald ein Symbol mehrere Bit trägt (PAM4 bei PCIe 6.0: 2 Bit je Symbol) oder mehrere Lanes parallel laufen, weichen die Zahlen ab. T/s bezieht sich immer auf eine Lane und einen Schritt.

Der Vergleich aller RAM-Bauformen und Generationen steht im Guide DDR-RAM Speicherbauformen.

Quellen

  • Kingston, „MT/s vs MHz: A Better Measure for Memory Speed“
  • Corsair, „MT/s vs. MHz erklärt“
  • Wikipedia (de), „Transfers pro Sekunde“ – Rechenbeispiel PCIe 2.0

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